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Film: Mark Twains Deutschland

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Der Blick auf Deutschland im Jahr 1878 ist ein Blick durch eine besondere Brille, nämlich durch die amerikanische von Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain. Aber Mark Twain wäre nicht Mark Twain, wenn sein Reisebericht von 1878 nicht noch den einen oder anderen satirischen Twist nimmt: Schon der Reisebegleiter Mister Harris ist eine bloße Erfindung, die Reise folgt keiner wirklich nachvollziehbaren Route, die meisten Erlebnisse sind ausgedacht und die groß angekündigte Wandertour wird wegen günstiger Zugverbindungen oder abenteuerlicher Floßfahrten aufgeschoben. Abstruse, spektakuläre und komische Situationen beschreibt Mark Twain in bissig-satirischem Ton, lästert über deutsches Kulturgut wie die Kuckucksuhr oder die Opern Wagners und schüttelt den Kopf über die Menschen, die er beobachtet. Der halbfiktive Reisebericht: Bummel durch Europa, der 1880 erscheint, nimmt Deutschland und die Deutschen auf liebevolle Art auf die Schippe. Schwer beeindruckt von der deutschen Kultur – und ebenso herausgefordert von der deutschen Sprache – reist Twain von Hamburg über Frankfurt nach Heidelberg und bis in den Schwarzwald; eine Reise, die nicht nur als touristisches Vergnügen angelegt war, sondern auch eine Schreibblockade bei seinem später wichtigsten Werk "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" lösen sollte. Ob der Neckar und Heidelberg die Inspiration für Huck Finns Floßfahrt auf dem Mississippi waren, weiß nur Mark Twain selbst.

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