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Lebensräume · Im Wald

Lebensraum Bannwald | Unterricht

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Autor/in
Silke Harrer

Im Sachkundeunterricht der Grundschule beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit Tieren und Pflanzen. Häufig erfolgt dies am Beispiel "Lebensraum Wald". Die Schülerinnen und Schüler sollen Arten kennen lernen und Wechselbeziehungen zwischen Tieren und Pflanzen im Lebensraum entdecken. Übergeordnete Lernziele sind hierbei, dass die Kinder Bereitschaft entwickeln die Natur zu schützen und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Durch reine Wissensvermittlung wird dies kaum gelingen. "Herz" und "Hand" müssen der Natur begegnen, den Lebensraum Wald erfahren.

Dasselbe gilt für den Biologieunterricht der Sekundarstufe I. Der Wald bzw. seine Bewohner ist mehrfach Unterrichtsgegenstand. Wird zunächst eher Wert auf Artenkenntnis, auf das Unterscheiden von Pflanzen nach Wuchsformen und auf Anpassungen von Tieren an den Lebensraum gelegt, so stehen im weiteren Unterrichtsgang ökologische Zusammenhänge im Vordergrund. Um diese zu erarbeiten eignet sich der Filmeinsatz und die Bearbeitung des Arbeitsmateriales "Wald-Ökologie". Es gilt hier - wie für die Grundstufe -dass der eigentliche Zugang zum Lebensraum Wald vor Ort geschaffen werden muss und dass dort auch die wesentlichen Erkenntnisse gewonnen werden sollten.

Blumen auf Waldboden (Foto: SWR - Screenshot aus der Sendung)
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Pilze wachsen an einem Baum. SWR - Screenshot aus der Sendung Bild in Detailansicht öffnen

Darüber hinaus ist der Einsatz des Filmes in der Grund- und Sekundarstufe als Ergänzung und in verschiedenen Vorgehensweisen sinnvoll.

  • Er kann als Vorbereitung für eine Waldbegehung eingesetzt werden. So verfügen die Kinder bereits über Vorwissen und können Gelerntes im Wald überprüfen. Besonders geeignet ist diese Herangehensweise, wenn sie von einem Förster durch den Wald geführt werden. Vor dem "großen Experten" können sie dann als "kleine Experten" auftreten, Wissen preisgeben und Fragen stellen zu Teilthemen, die sie besonders interessieren. Solche Fragen sollten bereits im Unterricht als Exkursionsvorbereitung formuliert werden.
  • Als Vorbereitung kann der Film auch eingesetzt werden, wenn ein schulnaher Wald darauf untersucht wird wie sehr er sich vom Bannwald unterscheidet. Im Unterricht sollte dann zuerst zusammengefasst werden, welche Eigenschaften typisch für einen Bannwald sind (hoher Totholzanteil, Artenreichtum...).
  • Der Filmeinsatz bietet sich auch zum Abschluss einer Waldeinheit an, um das Gelernte zu festigen. Verschiedene Aufgaben aus den Arbeitsmaterialien können zur Lernzielkontrolle eingesetzt werden.
  • Manche Teilthemen können im Wald schwer erarbeitet werden, sei es aus Zeit- oder anderen Gründen. Wird dennoch wert darauf gelegt, dann können Filmsequenzen - gekoppelt mit einzelnen Aufgaben aus den Arbeitsmaterialien- eingesetzt werden. Gewiss stößt zum Beispiel der Abschnitt über Wildkatze, Wolf und Luchs auf großes Interesse. Sein Einsatz bietet sich nicht nur an, weil die Kinder mit solch "spektakulären Arten" für das Thema gewonnen werden können. Die Schülerinnen und Schüler können daran erkennen, wie sehr der Mensch die Umwelt verändert, für das Verschwinden ehemals heimischer Arten verantwortlich ist.

Die folgenden Lernziele sollten beim Einsatz und der Aufarbeitung des Filmes im Vordergrund stehen: Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • zu eigenen Naturbeobachtungen animiert werden.
  • sich der ökologischen Verantwortung bewusst werden.
  • Artenkenntnisse in der heimischen Flora und Fauna erlangen.
  • sensibilisiert werden für die Bedeutung des Waldes.
  • begreifen, dass es sich beim Großteil unserer Wälder um Wirtschaftswälder handelt, die der Mensch stark verändert.
  • die Wichtigkeit und die Charakteristika von Bannwäldern kennen lernen.
  • den natürlichen Kreislauf der Stoffe kennen lernen.

Alle Themen zum Schwerpunkt Lebensräume · Im Wald

Das geheimnisvolle Leben der Waldpflanzen

Ohne sie gäbe es kein tierisches oder menschliches Leben auf unserem Planeten – Pflanzen! Im Wald treffen wir auf die verschiedensten Arten der kleinen, grünen Sauerstoffproduzenten. Jede Pflanze hat eine bestimmte Nische erobert und viele von ihnen verfügen über verblüffende Taktiken, um sich fortzupflanzen. Relativ wenig Aufwand treiben die Windbestäuber, wie Hasel oder Fichte. Der Lerchensporn investiert in Nektar, um bestäubende Insekten anzulocken. Der Aronstab nimmt seine Bestäuber gar vorübergehend gefangen. Auch die Verbreitungswege der Samen sind vielfältig: Lassen sich manche einfach vom Winde verwehen, so haben es andere darauf abgesehen, sich fressen zu lassen. Erdbeere und Moschuskraut rekrutieren Schnecken für den Samentransport. Das Springkraut erschließt mit einem raffinierten Schleudermechanismus neue Lebensräume für seine Nachkommen. Vom Lebenszyklus der Pflanzen und ihren Anpassungen an die Umwelt erzählt dieser Film.

Natur nah: Das geheimnisvolle Leben der Waldpflanzen SWR Fernsehen

Pflanzen und Tiere im Schwarzwald

Der Schwarzwald – ein sagenumwobenes Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands und Heimat für eine Vielzahl bemerkenswerter Bewohner: Der Luchs war im Schwarzwald komplett ausgerottet. Seit ein paar Jahren werden die Raubkatzen hin und wieder gesichtet. In Hochmoorregionen kämpfen Auerhähne um die Gunst der Weibchen. Das Landschaftsbild des Schwarzwalds wurde vom Menschen nachhaltig geprägt. Schon seit dem 15. Jahrhundert ist das Holz des Schwarzwalds ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Heute dominieren Fichten die Wälder, da sie in der Holzproduktion als besonders profitabel gelten. Tannen sind inzwischen weitaus seltener. Sechzig Jahre dauert es, bis aus einem winzigen Samen ein stattlicher Baum geworden ist. Und da die Samen bei Mäusen, Eichhörnchen und anderen Tieren als Nahrung sehr begehrt sind, wird längst nicht jeder Samen zum Baum.

Der Schwarzwald SWR Fernsehen

Lebensraum Bannwald

Ob Monokultur oder Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen – unsere Wälder werden bewirtschaftet. Auf weniger als einem Prozent unserer Waldfläche ist das anders: im Bannwald. Hier greift der Mensch nicht ein. Aus umgefallenen und zersetzten Bäumen wächst neues Leben; der Wald verjüngt sich natürlich. Das Zusammenspiel zwischen Pflanzen, Tieren, Bakterien und Pilzen funktioniert. Es gibt keinen Abfall oder Müll; was auch entsteht, es wird gebraucht. Pflanzen wandeln die Energie der Sonne um und wachsen. Tiere fressen Pflanzen oder andere Tiere. Und wenn Pflanzen und Tiere absterben, werden sie zersetzt. Dafür sind Millionen Kleinlebewesen und Bakterien zuständig, auch Pilze gehören zur „zersetzenden Gesellschaft“. Produzenten, Konsumenten und Destruenten arbeiten in der „Recyclinganlage Bannwald“ optimal zusammen. Der Film beschreibt die Pflanzen und Tiere im Lebensraum Bannwald, und er macht deutlich, weshalb Wirtschaftswälder, die aus gleichartigen und gleichaltrigen Bäumen bestehen, empfindlich auf Naturereignisse reagieren.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Lebensraum Pfälzerwald

Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Hier finden mitten in Rheinland-Pfalz viele Tierarten einen geeigneten Lebensraum, die anderswo schon ausgestorben sind. Zu ihnen gehört die Wildkatze. Sie sucht den Schutz der Buchenwälder, genauso wie der Feuersalamander. Im offenen Gelände, an sonnigen Hängen, gedeihen nicht nur Weinreben. Wärmeliebende Arten wie die Smaragdeidechse und die Gottesanbeterin sind hier zu Hause. In den Terrassen der Weinberge legen die farbenprächtigen Bienenfresser ihre Nester an. Sie ziehen im Frühsommer aus Afrika hierher.

Lebensraum Pfälzerwald SWR Fernsehen

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Autor/in
Silke Harrer