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Lebensräume · Gefiederte Waldbewohner

Spechten auf der Spur | Unterricht

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Autor/in
Silke Harrer

"Spechten auf der Spur" kann in verschiedenen Unterrichtszusammenhängen eingesetzt werden, die im Folgenden beschrieben werden. Da zwei Filmversionen vorliegen - eine deutsche und eine englische - kann "Ganz schön behämmert - Spechten auf der Spur" bzw. "Knocking on Wood - Spying on Woodpeckers " auch im bilingualen Unterricht der Sekundarstufe 1 und 2 eingesetzt werden.

Ein Specht (Foto: SWR - Screeenshot aus der Sendung)
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Sachkundeunterricht Primarstufe

In der Primarstufe bietet sich der Einsatz des Filmes an, wenn im Sachkundeunterricht der Lebensraum Wald behandelt wird. Hier wird meist nach einer allgemeinen Lebensraumbeschreibung (Stockwerke) auf einzelne Bewohner eingegangen. Am Beispiel der Spechte können Anpassungen an den Lebensraum erörtert werden (Stützschwanz, Kletterfüße, Meißelschnabel zum Höhlenbau und als Stocherwerkzeug für Insektenfang), die in einzelnen Filmszenen dokumentiert sind. Vor allem aber kann die Jungenaufzucht und der Vorgang der Fütterung genau beobachtet und beschrieben werden.

Biologieunterricht Sekundarstufe I "Vögel"

In der Sekundarstufe 1 werden im Biologieunterricht Grundkenntnisse über die wichtigsten Tier- und Pflanzengruppen vermittelt. Baupläne sind Unterrichtsgegenstand, aber auch ihre Fortpflanzung und Entwicklung, die Ernährung und Anpassungen an den Lebensraum. In diesen Zusammenhängen kann der Film eingesetzt werden, wenn im Rahmen der LPE Vögel beispielhaft die Familie der Spechte behandelt wird. Der Vorteil seines Einsatzes liegt darin, dass über die Vermittlung von rein biologischem Wissen auch die Frage nach Forschungsmethoden aufgegriffen werden kann.

Ein möglicher Unterrichtsgang soll kurz umrissen werden.

  • 1. Motivationskräftiger Einstieg in das Thema
  • a) Ein Schüttelwort aus Einzelbuchstaben auf Karteikarten wird an die Tafel geheftet und die Schüler werden aufgefordert, das Wort zu entschlüsseln; z.B. E C S H E T P
  • b) Tierraten: Die Klasse wird in zwei Gruppen geteilt. Abwechselnd dürfen diese Gruppen dem Lehrer Fragen stellen, die mit Ja oder Nein zu beantworten sind. Welche Gruppe errät zuerst, an welche Tiere der Lehrer gerade denkt?
  • 2. Hinführung zum Thema:
  • a) Das bereits vorhandene Wissen der Schüler und Schülerinnen über Spechte wird aktiviert.
  • b) Sollen im weiteren Unterrichtsverlauf auch Forschungsmethoden thematisiert werden, dann erhält die Klasse den Auftrag, Ideen zu sammeln, wie sie als Forschergruppe ihr Wissen über Spechte erweitern würde.
  • 3. Film: Vor dem Zeigen des Filmes erhalten die Schülerinnen und Schüler Beobachtungsaufträge, wie z.B.: Welche Methoden setzen die Spechtforscher ein? Wie lange werden Mittelspecht-Eier bebrütet? In welchem Alter verlassen die Spechtkinder ihr Elternhaus?...
  • 4. Auswertung der Beobachtungen: Hierzu können die Arbeitsblätter herangezogen werden.
  • Soll schwerpunktmäßig das Spechtprojekt und seine Beobachtungsergebnisse erörtert werden, dann kann Arbeitsblatt "Kinderstube der Spechte" verwendet werden.
  • Steht allgemeines Wissen über Spechte und deren Bedrohung im Vordergrund, dann eignet sich der Einsatz des Arbeitsblattes "Trommler des Waldes". Besonders in diesem Falle ist die Integration des Online-Angebots des SWR über das Spechtprojekt anzuraten.

Biologieunterricht Sekundarstufe I und II: Ökosystem Wald

Auch in einer ökologischen Lehrplaneinheit in der Sekundarstufe I und II kann der Film eingesetzt werden, denn häufig werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Ökosystem Laubwald vertraut gemacht. Ein vorrangiges Ziel bei der Beschäftigung mit diesem Ökosystem sollte die unmittelbare Begegnung mit seinen Lebewesen sein. Dies kann in Exkursionen geschehen, aber auch durch das Zeigen von Filmen, denn die Beobachtung vieler Wildtiere ist mit dem Zeitkontingent des Biologieunterrichts und beim Anrücken einer ganzen Schulklasse oft nicht möglich. Wird der Film eingesetzt, dann steht vorübergehend die Betrachtung einer Art im Vordergrund. Es muss dabei das Ziel verfolgt werden, die vielfältigen Abhängigkeiten einer Art von anderen Lebewesen (z.B. Insekten als Nahrung; alte Baumbestände als Nistplätze; Spechthöhlen als Unterschlupf für andere Tierarten) aufzuzeigen. Dadurch erlangen die Schülerinnen und Schüler grundlegende Einsichten in ökologische Zusammenhänge. Ihnen wird z.B. klar, dass Artenschutz immer Schutz von ganzen Ökosystemen bedeutet und das Wissen über komplexe Zusammenhänge voraussetzt.

Als Vorgehensweise bietet sich an, den Film zu Beginn der ökologischen Lehrplaneinheit zu zeigen um daran Abhängigkeiten eines Lebewesens von der belebten Umwelt aufzuzeigen. Das Wissen über diese Abhängigkeitsbeziehungen kann im weiteren Unterrichtsgang vertieft und um weitere Arten erweitert werden.

Lernziele

Beim Einsatz des Filmes sollten Lehrerinnen und Lehrer Lernziele verfolgen, die sowohl das Wissen, als auch das Interesse an und die Haltungen gegenüber der Umwelt betreffen. Im Wesentlichen sind folgende Ziele zu nennen:
Die Schülerinnen und Schüler sollen

  • allgemeines Wissen über Spechte erlangen.
  • sich speziell mit deren Jungenaufzucht beschäftigen.
  • Artenkenntnisse erwerben.
  • Einblicke in das Funktionieren ökologischer Zusammenhänge erlangen.
  • Interesse an Naturbeobachtungen gewinnen.
  • für die Belange der Umwelt sensibilisiert werden; dadurch soll Interesse an aktiver Mitarbeit im Umweltschutz angeregt werden.

Das Erlangen dieser Lernziele wird dadurch vereinfacht, dass die Schülerinnen und Schüler - dank vieler affektiver Momente im Film - einen inneren Zugang zum Thema finden. Junge Zuschauer lassen sich gewiss von Ruges Forscherbegeisterung anstecken und werden fasziniert sein von den gefräßigen Szenen aus der Spechtkinderstube.

Das Online-Material www.spechte-online.de im Unterricht

Nicht allein das Zeigen des Filmes kann Naturbeobachtungen ergänzen bzw. erst ermöglichen. Viel unmittelbarer waren die Beobachtungen während der Online-Live-Berichterstattung im Internet, die über Wochen "das Familienleben einer Ludwigsburger Mittelspecht-Familie"(die Entwicklung vom Ei zum Jungspecht) rund um die Uhr und weltweit miterlebbar machte. Das tägliche Beobachten der Spechtfamilie im Internet ließ einen emotionalen Bezug zu den Tieren aufbauen. Auch nach Abschluss der Live-Berichterstattung kann die Entwicklung in einem bebilderten Tagebuch nachvollzogen werden. Darüber hinaus veröffentlicht der Ornithologe Klaus Ruge in seinem Fazit neue und alte, durch das Projekt bestätigte, Erkenntnisse.

Umfangreiche Informationen über die verschiedenen Spechtarten, ihre Rufe (mit Audio-Files) und über den Spechtschutz werden unter der Internetadresse veröffentlicht, die im Biologieunterricht aufgearbeitet werden können. Auch allgemeine Informationen über den Lebensraum Wald werden bereitgestellt.

Besonders erwähnenswert sind auch Ausführungen über die Telemetrie, die Tierforschung mit mobilen Sendern. Sie gibt den Zoologen die Chance, mehr über Wanderwege und Lebensgewohnheiten von Wildtieren zu erfahren, die anders nur schwer beobachtbar sind. Ebenso gibt es einiges zu "Orientierung von Tieren", z.B. den Wanderungen verschiedenster Tiere.

Insgesamt wird durch das Online-Material viel anschauliche Information bereitgestellt, für deren Aufarbeitung die Lernziele gelten sollten, die im Zusammenhang mit den Lernzielen zum Film "Ganz schön behämmert - den Spechten auf der Spur" aufgeführt wurden (siehe oben). Darüber hinaus werden durch den Einsatz des Online-Angebotes Fähigkeiten und Fertigkeiten geschult, wie z.B. der Umgang mit PC und Internet und die Aufarbeitung und sinnvolle Reduzierung umfangreicher Informationen.

Die Online-Information kann Grundlage für Schülerreferate sein, sie kann aber auch Unterrichtsmaterial für Einzel- oder Gruppenarbeit sein. Wichtig ist dann, dass gezielte Arbeitsaufträge erteilt werden.

Denkbar ist der gekoppelte Einsatz von Film und Internet. Wird z.B. durch das Zeigen des Filmes zunächst ein Überblick über das Specht-Projekt gegeben, so können in weiteren Unterrichtsschritten die Online-Informationen ausgewertet werden.

Mögliche Arbeitsaufträge sind:

  • Untersuche das Fazit von Herrn Ruge auf wesentliche neue und alte Forschungserkenntnisse; stelle sie stichwortartig zusammen.
  • Schreibe einen Lebenslauf aus der Sicht eines Jungspechtes, der sich auf eine Stelle als "Akrobat der Lüfte" bewirbt. Grundlage: Tagebuch und Fazit
  • Schreibt einen Artikel (etwa 15 Sätze) für das Ludwigsburger Tagblatt. Durch diesen Artikel soll die Bevölkerung über den Sinn und den Erfolg des Spechtprojektes aufgeklärt werden.

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Vögel im Winter

Wird es kalt in unseren Breiten, verlassen uns die Zugvögel und machen sich auf in wärmere Regionen. Für die Standvögel brechen dagegen manchmal harte, sehr kalte Zeiten an.

Natur nah: Vögel im Winter SWR Fernsehen

Spechten auf der Spur

In über 30 Jahren Spechtforschung ist es dem Ornithologen Klaus Ruge noch nie gelungen, das Rätsel zu lösen, was sich im Inneren eines Spechtnests abspielt. Doch dank Tierfilmer Markus Zeugin und dessen Spezialkameras erhalten die beiden Forscher völlig neue Einblicke ins Spechtleben: vom Ei bis zum Flüggewerden.
Ein umfassendes Internet-Angebot bei Planet Schule ergänzt diesen Film zu einem ganz besonderen multimedialen Bildungsangebot. Schüler werden abwechslungsreich an das Thema „Ökosystem Wald“ herangeführt. Durch tägliches Beobachten einer Spechtfamilie im Internet wird eine enge Beziehung zu den Tieren aufgebaut. Dadurch findet eine Sensibilisierung für die Belange unserer Umwelt statt. Neugier über das Funktionieren ökologischer Zusammenhänge wird geweckt und aktive Mitarbeit im Umweltschutz angeregt.

Tiere und Pflanzen SWR Fernsehen

Spying on Woodpeckers

In über 30 Jahren Specht-Forschung ist es dem Ornithologen Klaus Ruge noch nie gelungen, das Rätsel zu lösen, was sich im Inneren eines Specht-Nests abspielt. Doch dank Tierfilmer Markus Zeugin und dessen Spezialkameras erhalten die beiden Forscher völlig neue Einblicke ins Specht-Leben: vom Ei bis zum Flüggewerden.
Ein umfassendes Internet-Angebot ergänzt diesen Film zu einem ganz besonderen multimedialen Bildungsangebot. Schüler werden abwechslungsreich an das Thema „Ökosystem Wald“ herangeführt. Durch tägliches Beobachten einer Specht-Familie im Internet wird eine enge Beziehung zu den Tieren aufgebaut. Dadurch findet eine Sensibilisierung für die Belange unserer Umwelt statt. Neugier über das Funktionieren ökologischer Zusammenhänge wird geweckt und aktive Mitarbeit im Umweltschutz angeregt.

Knocking on Wood SWR Fernsehen

Specht & Co

Wenn im Bergwald die Knospen sprießen und in den Tälern der Frühling einzieht, bricht bei den Spechten das Baufieber aus. Das Weibchen klopft nur leicht an den Stamm, doch das genügt, um ihren Auserwählten anzuspornen. Jetzt lassen Bunt- und Schwarzspechte ihren spitzen Schnabel mit voller Wucht gegen den Buchenstamm krachen, bis die Späne fliegen – eine harte Arbeit bis die Höhle fertig ist. Dietmar Keil hat das vielfältige Leben im Wald in unterschiedlichen Jahreszeiten eingefangen. Wildschweine brechen durchs Unterholz, suhlen sich genüsslich, Frischlinge toben ausgelassen, sind verspielt, wie auch die kleinen Füchse. Im Frühjahr überzieht ein Blütenmeer aus Buschwindröschen, Blausternlilien und Veilchen den Boden. Im Herbst wachsen die bizarren Fruchtkörper der Pilze ans Licht. Laut röhrend sorgt der Platzhirsch dafür, dass sein Rudel beisammen bleibt.

Die Rückkehr der bedrohten Vögel

Das Salek-Tal im Norden Sloweniens ist ein Paradebeispiel dafür, wie der Mensch einerseits die Umwelt zerstört, sie andererseits durch die richtigen Maßnahmen aber auch retten kann. Die Seenlandschaft im Salek-Tal war lange ein Vogelparadies. Ab den 1950er Jahren gelangten dann die Abfallprodukte eines Braunkohlekraftwerks jahrzehntelang ungereinigt in den Velenje-See und machten ihn zu einer giftigen, lebensfeindlichen Wasserwüste. Die Vögel waren verschwunden. Ab 1985 wurden Filter- und Schutzmaßnahmen eingeleitet. Seitdem konnte sich der See erholen und viele Vogelarten haben sich ihren Lebensraum zurückerobert. Das Wasser ist sauber genug, dass Blässhühner, Kormorane, Haubentaucher und Zwergtaucher hier ausreichend Nahrung finden. Reiher waten am Ufer entlang und in den Steilufern der Zuflüsse brüten Eisvögel. Die angrenzenden Wälder sind das Revier von Waldkauz, Turmfalke, Pirol und Kuckuck. Beispielhaft zeigt der Film, dass Umweltschutz funktionieren kann. Durch effektive Renaturierung könnten auch ehemalige Braunkohlereviere in Deutschland seltenen Arten in Zukunft neue Lebensräume bieten.

Natur nah SWR Fernsehen

STAND
Autor/in
Silke Harrer