Sand in Sicht

Rettung für Sylt?

Die bekannteste deutsche Nordseeinsel ist vom Untergang bedroht. Jedes Jahr wird Sylt noch ein bisschen kleiner. Der „Blanke Hans“, wie die stürmische Nordsee auch genannt wird, nagt unablässig an der Westküste der Insel. Um das Schrumpfen von Sylt zu stoppen, soll jetzt Sand vom Meeresboden an den Strand gepumpt werden.

Schon vor hundert Jahren machten sich die Bewohner der Insel Gedanken darüber, wie sie ihre Küste vor der tobenden Nordsee schützen könnten. Lange Reihen von Holzpfählen, sogenannte Buhnen, wurden im rechten Winkel zur Küstenlinie ins Meer geschlagen. Als Wellenbrecher gedacht, brachten sie auf Sylt leider nicht den gewünschten Erfolg. Auch Strandmauern und Beton-Ungetüme wurden zur Befestigung der Insel in den Sand geklotzt. Leider waren sie nicht nur hässlich sondern auch nutzlos. Die Sandmassen wurden auch weiterhin weggeschwemmt und strandeten zum Teil vor der Küste Amrums.

Sylt hofft jetzt auf eine neue Maßnahme zum Küstenschutz: Sandaufspülungen. Baggerschiffe graben vor der Westküste Sand aus, der an den Strand von Sylt gepumpt und dort verteilt wird. Wenn die Nordsee erneut tobt, wird sie zunächst nur den aufgespülten Sand mitnehmen. Die ursprüngliche Küstenlinie soll so erhalten bleiben. Vermutlich werden die Aufspülungen regelmäßig wiederholt werden müssen, um das Urlaubsparadies auf Dauer zu erhalten. Da kann man nur hoffen: „Trutz Blanke Hans!“

Sturm an der Sylter Küste
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Ein Denkmal im Liliencron-Park in Hamburg-Rahlstedt erinnert an den Dichter Detlev von Liliencron
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Sandaufschüttungen sollen den Strand retten
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Der Strand unterhalb des Roten Kliffs leidet unter den Sturmfluten.
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Ballade des Detlev von Liliencron (1844-1909)

Wie sehr die Nordsee wütete und in der schrecklichen Marcellusflut von 1362 die Siedlung Rungholt und andere Dörfer auslöschte, beschreibt der Dichter Detlev von Liliencron in seiner im Jahr 1883 erstmals erschienenen Ballade „Trutz Blanke Hans“, was in etwa so viel heißt wie „Trotze der stürmischen Nordsee!“

Trutz, Blanke Hans

Heut bin ich über Rungholt gefahren,
Die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren.
Noch schlagen die Wellen da wild und empört,
Wie damals, als sie die Marschen zerstört.
Die Maschine des Dampfers schütterte, stöhnte,
Aus den Wassern rief es unheimlich und höhnte:
Trutz, Blanke Hans.

Von der Nordsee, der Mordsee, vom Festland geschieden,
Liegen die friesischen Inseln im Frieden.
Und Zeugen weltenvernichtender Wut,
Taucht Hallig auf Hallig aus fliehender Flut.
Die Möwe zankt schon auf wachsenden Watten,
Der Seehund sonnt sich auf sandigen Platten.
Trutz, Blanke Hans.

Mitten im Ozean schläft bis zur Stunde
Ein Ungeheuer, tief auf dem Grunde.
Sein Haupt ruht dicht vor Englands Strand,
Die Schwanzflosse spielt bei Brasiliens Sand.
Es zieht, sechs Stunden, den Atem nach innen
Und treibt ihn, sechs Stunden, wieder von hinnen.
Trutz, Blanke Hans.

Doch einmal in jedem Jahrhundert entlassen
Die Kiemen gewaltige Wassermassen.
Dann holt das Untier tief Atem ein,
Und peitscht die Wellen und schläft wieder ein.
Viel tausend Menschen im Nordland ertrinken,
Viel reiche Länder und Städte versinken.
Trutz, Blanke Hans.

Rungholt ist reich und wird immer reicher,
Kein Korn mehr fasst der größeste Speicher.
Wie zur Blütezeit im alten Rom,
Staut hier täglich der Menschenstrom.
Die Sänften tragen Syrer und Mohren,
Mit Goldblech und Flitter in Nasen und Ohren.
Trutz, Blanke Hans.

Auf allen Märkten, auf allen Gassen
Lärmende Leute, betrunkene Massen.
Sie ziehn am Abend hinaus auf den Deich:
Wir trotzen dir, blanker Hans, Nordseeteich!
Und wie sie drohend die Fäuste ballen,
Zieht leis aus dem Schlamm der Krake die Krallen.
Trutz, Blanke Hans.

Die Wasser ebben, die Vögel ruhen,
Der liebe Gott geht auf leisesten Schuhen.
Der Mond zieht am Himmel gelassen die Bahn,
Belächelt der protzigen Rungholter Wahn.
Von Brasilien glänzt bis zu Norwegs Riffen
Das Meer wie schlafender Stahl, der geschliffen.
Trutz, Blanke Hans.

Und überall Friede, im Meer, in den Landen.
Plötzlich wie Ruf eines Raubtiers in Banden:
Das Scheusal wälzte sich, atmete tief,
Und schloß die Augen wieder und schlief.
Und rauschende, schwarze, langmähnige Wogen
Kommen wie rasende Rosse geflogen.
Trutz, Blanke Hans.

Ein einziger Schrei – die Stadt ist versunken,
Und Hunderttausende sind ertrunken.
Wo gestern noch Lärm und lustiger Tisch,
Schwamm andern Tags der stumme Fisch.
Heut bin ich über Rungholt gefahren,
Die Stadt ging unter vor sechshundert Jahren.
Trutz, Blanke Hans?

Dubai eröffnet „The Palm Jumeirah“

Auf Sand gebaut

Mit dem größten Feuerwerk der Welt begrüßte um Mitternacht Dubai seine Insel „The Palm Jumeirah“. Sieben Jahre lang hatte der Bau der künstlichen Insel gedauert, die wie eine riesige Palme ins Meer hineinragt. Nun ist das „achte Weltwunder“ fertig – mitten im Persischen Golf.

Mit der verzweigten Palmeninsel wollte Dubai vor allem eines: Große Strände und viele Grundstücke gewinnen, die direkt am Meer liegen. Die Form der Palme war dafür wie geschaffen. Allem Anschein nach ist das Vorhaben der Bauherren gelungen: Dubais Küste ist nun um hundert Kilometer länger. Wie sich der Inselbau auf die Umwelt auswirkt und wie stabil er auf Dauer ist, wird sich zeigen: Neue Straßen, Villen und Luxushotels – alles ist hier auf Sand gebaut.

Es ist ein Projekt der Superlative: Um die fantastische Insel aus dem Wasser zu stampfen, wurden 100 Millionen Kubikmeter Sand von den Sandbänken vor der Küste umgeschichtet und aufgeschüttet. Ein Wall aus Steinen soll die künstlichen Strände vor Abtragung schützen. Zu Spitzenzeiten waren 40.000 Bauarbeiter täglich am Werk. Dreißig Luxushotels entstanden, über 1.500 Villen mit eigenem Zugang zum Strand. Der Bau der Inselanlage verschlang ganze 1,5 Milliarden Dollar.

„The Palm Jumeirah“ ist nicht das letzte Bauprojekt seiner Art. Das Emirat Dubai plant und baut vier weitere große Kunstinseln im Großformat. Ihre Namen: „The Palm Jebel Ali“, „The Palm Deira“, „The World“ und „The Universe“.

Architekturmodell
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Luftbild: Die künstliche Insel hat die Form einer Palme
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Hotel Atlantis auf der künstlichen Insel The Palm Jumeirah
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Neuland für die Malediven

So eng wie nirgendwo sonst leben die Einwohner von Malé aufeinander. Die Hauptstadt der Malediven ist die am dichtesten besiedelte Stadt der Welt. Um Platz zu schaffen, begann die Regierung schon im Jahr 1975 mit der Gewinnung von Neuland. Doch die Fläche reichte nicht aus. Darum wurde auf der Nachbarinsel ab 1997 Sand aufgeschüttet und einen neue Stadt gegründet: Hulhumalé. Mindestens zwei Meter liegt die Insel über dem Meeresspiegel. Für die Malediven ist das viel, denn im Durchschnitt ragen die Koralleninseln im Indischen Ozean gerade mal einen Meter aus dem Wasser. Ihre geringe Höhe birgt eine große Gefahr: Wegen des erwarteten Anstieg des Meeresspiegels könnte ein Meter mehr oder weniger überlebenswichtig werden.

Grote Mandränke

Marcellusflut ertränkt Nordseeküste

Friesland. Mehr als zwei Meter hoch schlugen die Wellen in der Nacht auf den 16. Januar über die Deichkronen. An der Küste Nordfrieslands brachen 21 Deiche. Die verheerende Sturmflut hat vermutlich Tausende von Menschenleben gekostet. Ganze Landstriche und mehrere Ortschaften Nord- und Ostfrieslands wurden im Meer versenkt.

Die „grote Mandränke“, wie die Sturmflut genannt wird, richtete an der Nordseeküste schreckliche Verwüstungen an. Die niedrigen Sommerdeiche hielten den zerstörerischen Wassermassen nicht stand. Die Fluten rissen Warften (besiedelte Hügel) samt Häusern und Menschen mit sich und hinterließen eine Landschaft im Chaos.

Nichts an der Nordseeküste ist wie zuvor. Große Teile der Inseln und Halligen zwischen Sylt im Norden und Eiderstedt im Süden, der sogenannten „Utlande“, versanken in der Nordsee. Die blühende Siedlung Rungholt, ein bedeutender Handelsplatz auf der Insel Strand, wurde einfach weggespült, zusammen mit sieben anderen Gemeinden der Insel. Das Land ist für immer verloren.

Die Katastrophe trifft vor allem die Marschbauern der Gegend. Tausende von Menschen ertranken in den Fluten, der Großteil ihrer fruchtbaren Acker- und Weideflächen wurde von den Wassermassen verschlungen. Inzwischen wird die verheerende Flut schon als Zeichen Gottes gedeutet. Der soll die Menschen für ihre Leichtlebigkeit und Verschwendungssucht mit einer Sturmflut gestraft haben.

Augenzeugenbericht eines Mönchs:

Ein Dominikanerpater hat die Ereignisse der Sturmnacht miterlebt und berichtet von den schrecklichen Verwüstungen: „In der Nacht auf den Marcellustag, um Mitternacht, erhob sich ein so fürchterlicher Sturm, dass die festesten Gebäude sowie Kirchen und Türme einstürzten und die dicksten Bäume umgeweht wurden. Er rief eine Flut hervor, die die Westermarsch und auch Teile Ostfrieslands überschwemmte. Überall brechen die Deiche, das Vieh ertrinkt in den Ställen. Die Menschen kämpfen gegen die Fluten, doch ihr Kampf ist völlig aussichtslos. Die ungeheuren Wassermassen reißen alles mit sich, was sich ihnen in den Weg stellt.“

Küstenschutz und Deichbau

Die Brandung des Meeres setzt den Küsten ständig zu: Sie bearbeitet flache Uferzonen und Steilküsten gleichermaßen und formt diese dabei um. Besonders stark ist die Kraft des Meeres bei Sturmfluten, die ganze Küstengebiete überfluten und abtragen können. Die Erderwärmung verstärkt diese Gefahr durch den steigenden Meeresspiegel noch. Um Zerstörungen durch das Wasser so weit wie möglich zu verhindern, bemühen sich die Menschen schon seit langem um Küstenschutz.

Brandung
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„Wer nicht deichen will, muss weichen!“ Diese alte Weisheit spricht davon, dass an vielen Küsten und auch an Flussufern der Bau von Deichen nötig ist, um das Land vor den Wassermassen zu schützen. Deiche sind langgezogene Bauwerke mit einem besonderen Querschnitt: Zum Wasser hin sind sie flacher, damit die Wellen langsam ausrollen können und der Deich nicht so schnell bricht. Ein Deich sollte außerdem mindestens so hoch sein, wie es der höchste Wasserstand war. Gleichzeitig muss er sehr stabil sein. Sein Kern besteht meist aus Sand, über den Erdreich geschüttet wird. Auf seiner Oberfläche wächst Gras. Das Gras soll verhindern, dass Sand und Erde zu schnell weggespült werden. Viele Deiche liegen ein Stück weit im Landesinneren, damit sich das Meer schon davor „austoben“ kann. Manchmal liegt noch ein niedrigerer Deich vor dem Hauptdeich, um kleine Fluten schon hier aufzuhalten.

Befestigung am Strand: Begehbarer Deich
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Küstenschutz in Dänemark
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Von manchen Küsten wird durch die Brandung sehr viel Sand weggespült. Zu ihnen gehört die Küste von Sylt. Würde der Mensch nichts unternehmen, dann würde die Insel im Lauf der Zeit vom Meer weggespült werden. Damit solche sandigen Küsten nicht völlig im Meer versinken, werden sie künstlich mit Sand aufgeschüttet. Diese Methode ist allerdings aufwändig und teuer und muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Strand von Sylt
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Steilküsten sind weniger von Überschwemmungen bedroht, weil das Land dahinter höher liegt. Doch die Kraft des Wassers trägt auch hier das Felsgestein ab und nagt an der Küstenlinie. Um diesen Vorgang zu bremsen, können Pfahlreihen oder Betonmauern vor der Küste errichtet werden. Diese Bauten sollen die Wellen brechen und die Kraft der Brandung verringern.

Das Meer formt Küsten

Überall dort, wo Meerwasser auf Festland trifft, sprechen wir von einer Küste. Weil die Küste der Kraft des Meeres ohne Unterbrechung ausgesetzt ist, verändert sie sich ständig. Wie stark das Wasser am Festland nagt, hängt von der Festigkeit des Gesteins, von der Höhe der Wellen, den Meeresströmungen und den Gezeiten ab.

flacher Sandstrand
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Sanfte Meereswellen, die Sand und Kies aufs Flachland spülen, schütten Sandbänke auf und schaffen einen Strand. Durch das Wasser wird das Geröll weiter zerkleinert, der Strand immer wieder umgeformt. Verschieben Wellen und Wind den Sand seitwärts, wächst ein Haken aus Sand ins Meer. Erreicht dieser Haken das gegenüberliegende Ende einer Bucht, wird der Haken zur Nehrung. Eingeschlossen von der Nehrung bleibt vom Meerwasser ein See: das Haff.

Küste in Dänemark
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Die Brandung bearbeitet jedoch nicht nur den feinen Sand. Sie kann selbst hartes Gestein abtragen, wenn sie mit Wucht gegen den Fels einer Steilküste donnert. Schleppt das Wasser abgebrochene Gesteinsbrocken mit, schmirgelt es den Fels in Höhe der Wellen weiter aus: Hohlräume bilden sich. Bricht der darüber liegende Fels ein, bleiben zurückweichende Buchten übrig und Kaps, die wie Landarme ins Meer reichen. Manchmal bleiben auch nur einzelne Türme aus Felsgestein im Meer stehen, die vom Wasser weiter bearbeitet werden und irgendwann ebenfalls einbrechen. Besonders stark ist die Kraft des Meeres bei Sturmfluten. Sie können die Form und den Verlauf der Küste extrem verändern.

Steilküste: Die Insel Capri im Mittelmeer
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Ein ewiges Hin und Her von feinem Sand und Ton herrscht an flachen Gezeitenküsten. Der Wechsel von Ebbe und Flut sorgt dafür, dass das Material immer wieder angeschwemmt und weggespült wird. Das Ergebnis ist eine Wattenküste. Der schlickhaltige Wattboden wurde vom Wasser angespült und abgelagert und ist bei Flut vom Meer bedeckt. Bei Ebbe zeigen sich im Wattboden Rinnen – die Priele. Durch sie fließt das Meerwasser, ähnlich wie in einem Flussbett, bei Ebbe ab und bei Flut wieder in Richtung Land.

Wattboden mit Prielen
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Landgewinnung

Ihren Namen tragen die „Niederlande“ nicht umsonst. Das Land ist sehr flach, ein Viertel liegt sogar niedriger als der Meeresspiegel. Das liegt daran, dass die Niederländer einen Teil ihres Landes dem Meer abgerungen haben: Flache Bereiche des Meeres wurden eingedeicht und das Gebiet innerhalb der Deiche leer gepumpt. Der trockengelegte Meeresboden, nun Polder genannt, wurde so zum Festland, das besiedelt und landwirtschaftlich genutzt werden konnte.

Buhnen an holländischem Strand
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Eine andere Möglichkeit Land zu gewinnen, hat mit den Gezeiten zu tun. Durch den ständigen Wechsel von Ebbe und Flut sammelt sich an der Küste Schlick an. An der Nordseeküste nutzt der Mensch diese natürliche Ablagerung und beschleunigt sie durch den Bau von Buhnen. Buhnen sind Reihen aus Holz oder Beton, die ins Wasser ragen und es beruhigen. Das Abfließen des Meerwassers bei Ebbe wird gebremst, die feinen Schwebteilchen im Wasser setzen sich ab. Mit der Zeit wird der Meeresboden höher und nach einigen Jahren kann hier eine besondere Pflanze wachsen: der Queller. Mit seinen Wurzeln befestigt er den Boden und hält außerdem weiteren Schlick zurück. Sobald das angeschwemmte Erdreich hoch genug ist, wird ein Deich davor gebaut: Neuland ist gewonnen. An der Nordsee heißt aus dem Meer gewonnenes Land auch Koog. Früher wurden die flachen Köge vor allem landwirtschaftlich genutzt. Heute dienen die Flächen hauptsächlich dem Küstenschutz.

Gracht in Amsterdam
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Wellenbrecher aus Beton
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Land lässt sich aber auch unabhängig von den Gezeiten gewinnen. An manchen Küsten werden Sand und Kies künstlich aufgeschüttet, um die Küste zu sichern oder um Baugrund zu schaffen. In Dubai am Persischen Golf wurde Meersand aufgeschüttet und so mehrere Inselgruppen geschaffen.

Jachthafen in Dubai
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Die Regierung der Malediven ließ mit Korallensand Inseln erweitern oder neue anlegen. Für den Inselstaat im Indischen Ozean ist der Küstenschutz ein besonderes Problem: Ein Großteil der Malediven-Inseln liegt nicht einmal einen Meter über dem Meeresspiegel!

flache Malediven-Inseln
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Wellen und Monsterwellen

Wind und Wellen – diese beiden Naturgewalten gehören untrennbar zusammen. Denn Wellen werden, anders als die Gezeiten Ebbe und Flut, vom Wind erzeugt. Der Wind gleitet über die Wasseroberfläche und schiebt das Wasser dabei an. Wie hoch die Wellen werden, hängt von der Windstärke ab und davon, über welche Strecken der Wind über das Wasser pfeift.

Surfer
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Laufen an den Küsten die Wellen auf Land auf, werden sie höher. Das liegt daran, dass bei abnehmender Wassertiefe immer weniger Platz für das Wasser ist, es weicht nach oben aus. Im flachen Wasser wird die Welle noch dazu am Boden gebremst. Die Wellenkrone dagegen kippt ungebremst nach vorne und „bricht“. Durch das Aufwirbeln des Wassers in der Luft bilden sich weiße Schaumkronen, die Gischt.

sich überschlagende Welle
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raue See
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Bläst ein extrem starker Wind übers Meer, entsteht eine Sturmflut. Sturmfluten sind besonders häufig im Frühjahr und im Herbst. Mit ihrer Kraft können sie schwere Überschwemmungen verursachen und die Form der Küste völlig verändern. Besonders gefährdet durch Sturmfluten ist die Nordseeküste mit der Deutschen Bucht. Weil die Nordsee sehr flach ist, kann sich das Wasser hier bei einem Sturm sehr hoch aufstauen.

Wellenkrone
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Darüber hinaus gibt es auch einzelne besonders steile Wellen, die viel höher sind als die Wellen in ihrer Umgebung. Solche Monsterwellen oder „Kaventsmänner“ hielt man lange Zeit für „Seemannsgarn“, also für maßlos übertriebene Abenteuergeschichten von Seeleuten. Satellitenbilder und genaue Messungen können mittlerweile jedoch beweisen, dass es solche Monsterwellen tatsächlich gibt. Bis zu 40 Meter werden sie hoch und sind damit auch für große Schiffe eine ernste Gefahr. Wie sie entstehen ist noch nicht genau geklärt. Vermutlich bilden sie sich durch das Zusammentreffen von langsamen und schnellen Wellen, kombiniert mit Meeresströmungen.

Selbst für riesige Kreuzfahrtschiffe können Wellen zur Gefahr werden
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Anders als Wellen und Monsterwellen entwickeln sich Tsunami-Wellen nach Erdbeben oder Vulkanausbrüchen. Tsunami-Wellen können verheerend sein: In Japan rollte nach einem heftigen Erdbeben im März 2011 ein zehn Meter hoher Tsunami über die Nordküste des Landes. Tausende von Menschen fielen der Katastrophe zum Opfer.