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Hintergrund: Ware Fisch

„Wegen Überfischung geschlossen…“

  • Mehrere tote Fische liegen unsortiert neben- und übereinander. Die Körper sind silbrig, die Flossen rot. (Rechte: Aleksandr Frolov, www.dreamstime.com) Viele Speisefische sind heute schon überfischt

… so könnte es in naher Zukunft in vielen ehemaligen Fischregionen heißen. Der Kabeljau zum Beispiel war früher weltweit eine der verbreitetsten Fischarten, der „Fisch des armen Mannes“, billig, da scheinbar unbegrenzt vorhanden. Seit einigen Jahrzehnten sind die Kabeljaubestände jedoch stark gefährdet. Insgesamt gelten die Bestände von 20 Prozent der häufigsten Speisefische als „überfischt“, 60 Prozent stehen kurz davor. Über die Hälfte des in der Europäischen Union (EU) verzehrten Fisches stammt nicht mehr aus EU-Gewässern.Eine hochmoderne Fischereitechnik macht es möglich, dass die veränderten Essgewohnheiten der Menschen befriedigt werden können, so werden zum Beispiel die Speisefische weltweit mit dem Flugzeug zu den Wunschorten geflogen, so dass es beim Verbraucher, der durchschnittlich 15,6 Kilogramm Fisch pro Jahr zu sich nimmt, zu keinem scheinbaren Mangel kommt – diese neue „Fischart“ bezeichnet man auch als „Flugfisch“.Fisch wird ein immer beliebteres Nahrungsmittel und um den Bedarf zu decken, werden Fangmethoden eingesetzt, die lebensbedrohlich auch für solche Tiere sind, auf die Fischer es gar nicht abgesehen haben. Die Umweltorganisation Greenpeace rechnet mit ungefähr 39 Millionen Tonnen solchen Beifangs pro Jahr, ungefähr 30 bis 50 Prozent des Gesamtfangs.

  • An einem Leuchttisch mit gelbem Licht stehen mehrere Frauen mit Handschuhen und Plastikhauben, die Fischfilets kontrollieren.

    Grätenkontrolle am Leuchttisch (Rechte: SWR – Print aus der Sendung)

  • Ein großer Fisch liegt auf einer Styroporkiste. (Rechte: SWR – Print aus der Sendung)

    „Fliegende Fische“: Viele Tiere werden per Flugzeug importiert

Aquafarming

  • Im Wasser an einer Küste sind etwa ein Dutzend rund und rechteckige Umzäunungen im Wasser zu sehen. Um sie herum schwimmen Bojen. (Rechte: Konstantin Karchevskiy, www.dreamstime.com) Aquafarm zur Züchtung von Fischen für die Lebensmittelindustrie
  • Unterwasseraufnahme von kleinen langen Fischen; im Wasser ist das Futter in Form von dunklen Punkten zu sehen. (Rechte: SWR – Print aus der Sendung) Zuchtlachse werden mit Fisch gefüttert

Wörtlich bedeutet Aquafarming Unterwasseraufzucht, das heißt Organismen werden unter kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Das Thema erlangt eine große Bedeutung, da der Bedarf an Fisch wie zum Beispiel Lachsen sehr groß ist und die Menschen sich dafür interessieren, wo das Nahrungsmittel, das sie essen, herkommt. Bis ins Jahr 2030 soll mehr als die Hälfte des benötigten Fisches aus Aquafarmen entspringen. Die Idee des Aquafarmings ist schon sehr alt und wurde vor ungefähr 4000 Jahren in China entwickelt, wo man die Fische, die man brauchte, auf den gefluteten Reisfeldern züchtete. Heute gibt es riesige Aquafarmen in Norwegen. In diesen modernen Zuchtfarmen werden große Mengen an Fisch in abgegrenzten Gebieten gehalten und gefüttert. Dabei ergibt sich das Problem, dass man für das Futter dieser Tiere eine große Menge an Frischfisch aus dem Meer braucht (für ein Kilo Zuchtlachs braucht man ungefähr fünf Kilogramm Futter). Da die Tiere relativ eng nebeneinander schwimmen, kommt es leichter zur Ausbreitung von Krankheiten, die mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden müssen. Daher versucht man Tiere zu züchten, die resistenter, das heißt widerstandsfähiger sind und nicht so schnell erkranken. Weiterhin kommt es häufig vor, dass Fische aus diesen Gebieten ausbüchsen, so dass zum Beispiel Zucht- mit Wildlachsen in Kontakt kommen. Das klingt harmlos, doch es besteht die Gefahr, dass diese Zuchtlachse auf Dauer die Wildlachse verdrängen oder dass sie Krankheiten an diese weitergeben. Epidemien könnten zur Ausrottung der Wildlachse führen.