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Unterricht: Akwaaba heißt Hallo und Willkommen

Unterrichtsvorschlag ab Klasse 3, Grundschule

Materialliste

- Leere Kärtchen (etwa DIN A5) für die Grüße
- Plakat mit Überschrift „Themenspeicher“
- DIN A4-Bögen mit großem A, B, C, D darauf oder in vier verschiedenen Farben
- Karteikarten mit Fragen und Antworten zum Vier-Ecken-Spiel
- Große Weltkarte mit Fotos der Protagonistinnen
- Begriffe aus der Wörterliste auf Kärtchen, ebenso die Erklärungen dafür, Blanko-Kärtchen
- Arbeitsblätter
- Grundschul-Atlanten evtl. Globus und Lampe
- Webrahmen und möglichst bunte Wollreste (gelb, schwarz, rot, blau, grün), ausgedruckte Fotos ghanaischer Webstücke als Beispiel
- karierte Blätter

  • Laureen und Tracy lachen. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

    Laureen (links) und Tracy. Ihre Eltern stammen aus Ghana

  • Festlich gekleidete Afrikaner in einer großen Halle. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung)

    Die Familie beim Gottesdienst der Pfingstkirche

  • Markt in Afrika - Straßenszene (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Markt in Ghana, der Heimat der Eltern
  • Jason und Junior auf einer Wiese (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Junior (links) und Jason, die Brüder von Laureen und Tracy
  • Familie begrüßt sich im Hauseingang. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Freudige Begrüßung: Die Familie besucht die Oma in Ghana

Der Einsatz des Films

Einstieg

Als Einstieg können Grüße in verschiedenen Sprachen dienen, wie „Guten Tag“, „Hallo“ oder „Willkommen“. Dazu sollten die Kinder am Vortag den Auftrag erhalten, Grüße in der Herkunftssprache ihrer Eltern auf Kärtchen zu schreiben, alternativ dazu in Sprachen, die sie z.B. im Urlaub oder durch Freunde kennengelernt haben. Weisen Sie die Kinder darauf hin, die Kärtchen ihren Mitschülern vorerst nicht zu zeigen.
Die Lehrkraft sammelt die Kärtchen ein und legt sie im Stuhlkreis auf den Boden. Jetzt dürfen sich die Kinder nacheinander ein Kärtchen nehmen und die dazugehörige Sprache nennen. Dabei dürfen sie auch raten. Das eigene Kärtchen darf natürlich nicht genommen werden. Außerdem raten sie, von wem das Kärtchen geschrieben wurde. Gleich danach wird aufgelöst: Der Verfasser des Kärtchens meldet sich, nennt die betreffende Sprache, übersetzt und erklärt, was ihn mit der Sprache verbindet.

Alle Grüße werden nun mit dem Namen des Verfassers und mit dem Namen des jeweiligen Landes versehen und auf ein großes Plakat geklebt. Im Anschluss daran kann ein kurzes Gespräch stattfinden, zum Beispiel darüber,

- warum solche Grüße oft die ersten Wörter sind, die man in einer bisher unbekannten Sprache lernt,
- warum es wichtig und nützlich ist, Begrüßungsfloskeln oder Wörter wie „danke“ und „bitte“ zu kennen, wenn man vielleicht auch sonst nicht viel versteht,
- wie es sich anfühlt, in einem fremden Land mit unbekannter Sprache zu sein oder über viele andere Aspekte.

Vermutlich werden die Kinder von sich aus viel zum Thema erzählen zu haben.

Weiter geht es nun mit dem „Vier-Ecken-Spiel“: Bei diesem Spiel wird ein lebendiges Soziogramm gebildet. Dadurch, dass verschiedene Fragen gestellt werden, ändern sich die Gruppen ständig und die Kinder nehmen den Eindruck mit: Die Bedeutung von „verschieden“ und „gleich“ hängt ganz von der Betrachtungsweise ab (siehe auch Abschnitt „Nachbemerkung“).

Die Ecken des Klassenzimmers erhalten die Buchstaben A, B, C, D oder auch vier verschiedene Farben. Ein DIN A4-Bogen wird dort jeweils befestigt. Jetzt stellt die Lehrkraft verschiedene Fragen mit vorgegebenen Antworten, wobei jede Antwort einer Ecke zugeordnet wird. Für den Anfang eignen sich besonders einfache Fragen, wie z.B.: Wie viele Geschwister hast du? A) keines, B) eines, C) zwei, D) mehr als zwei.

Jetzt schleichen, hüpfen, gehen oder flitzen (je nach Vorgabe der Lehrkraft) alle Kinder in ihre Ecke. Dort angekommen, begrüßen sie zuerst einmal ihre Mitspieler mit Handschlag. Dann kommt die nächste Frage und die Kinder wechseln in die betreffende Ecke beziehungsweise bleiben, wo sie sind. Es lohnt sich, vor allem die Antworten auf Karteikarten vorzuformulieren und hinterher aufzubewahren. Wie die Antworten lauten müssen, damit sie zur Klassensituation passen, kann die Lehrkraft am besten selbst entscheiden, es sollten aber später alle Fragen auf Arbeitsblatt 4 beantwortet werden können.
In der Mitte des Zimmers kann man noch einen „Stimmt-alles-nicht“–Punkt einrichten für Kinder, deren gewünschte Antwort nicht in der Auswahl war. Die Kinder, die sich dort einfinden, dürfen natürlich vor der nächsten Spielrunde sagen, welche Antwort für sie noch hätte dabei sein müssen.

Mögliche Fragen zum Thema wären:

- Woher stammen deine Eltern? (bei vielen verschiedenen Ländern Frage mit anderen Antwortmöglichkeiten ein zweites Mal stellen bzw. die „Stimmt-alles-nicht“-Möglichkeit nutzen.)
- Welche Sprache oder Sprachen sprichst du außer Deutsch?
- Welcher Religion gehörst du an?
- Wie viele Stunden musst du reisen, um deine Oma zu besuchen?

Es bietet sich an, solche Fragen mit Fragen über Lieblingsspeisen, Lieblingsfarben, Lieblingssendung, Haustiere oder Lieblingsstars zu mischen. Noch lustiger wird das Spiel, wenn sich die Kinder einer Ecke nicht nur immer mit Handschlag, sondern jedes Mal anders, z.B. Knie-an-Knie, Ellbogen-an-Ellbogen, mit tiefer Verbeugung usw. begrüßen. Die Begrüßungsart wird jeweils vor dem Stellen der Frage vorgegeben. Das Spiel endet immer mit der Frage: In welche Klasse gehst du? Dafür gibt es nur eine Antwort, und zu dieser Antwort gehört die Anweisung: Geh zurück zu deinem Platz!

  • Sitzanordnung beim Kugellager-Gespräch (Quelle: Frietsch) Kugellager-Gespräch

Themenspeicher leeren

Besteht viel Gesprächsbedarf, kann man immer wieder, etwa zu Beginn oder am Ende der folgenden Schultage, ein Kugellager-Gespräch abhalten:
Die Klasse wird in zwei gleich große Gruppen geteilt. Die erste Gruppe bildet einen Stuhlkreis, allerdings mit dem Gesicht nach außen. Dann setzen sich die Kinder der zweiten Gruppe so, dass sie immer einem der ersten Gruppe gegenüber sitzen (ist die Anzahl ungerade, nimmt die Lehrkraft einfach teil!). Jetzt werden ein Thema aus dem Themenspeicher und eine Zeitspanne (z.B. eine Minute) ausgewählt. Darüber sprechen nun alle Sitzkreis-„Paare“. Ist die Zeit um, geben Sie ein Signal und die Kinder im äußeren Sitzkreis rücken nun einen Platz weiter nach rechts. Oder Sie gewähren den Kindern zwischendurch einige Minuten „Quasselzeit“: Jeder darf mit jedem reden, solange es um irgendetwas aus dem Themenspeicher geht und nicht zu laut wird. Die Quasselzeit ist erfahrungsgemäß sehr beliebt, es lohnt sich allerdings, überall ein bisschen in die Gespräche hineinzuhören und ab und an nach dem Thema zu fragen…

  • Karte von Afrika. (Quelle: d-maps.com, Daniel Dalet) Ghana (rot eingezeichnet) liegt in Westafrika

Den Film anschauen

An der Tafel oder in einem Kartenständer hängt eine große Weltkarte. An der Stelle, an der Ghana liegt, hat die Lehrkraft ein kleines Foto von Laureen und Tracy befestigt. Die Kinder können nun Mutmaßungen darüber äußern, warum dieses Foto gerade dort hängt. Vielleicht fallen auch schon Begriffe wie „Afrika“ o.ä., diese können Sie in einer losen Ideensammlung an der Tafel festhalten.

Dann erklären Sie, dass diese beiden Kinder sich nun im Film vorstellen werden. Zeigen Sie den Film nun ganz. Er ist mit ca. 15 Minuten so kurz, dass er gut am Stück angesehen werden kann. Direkt anschließend können die Kinder über ihre Eindrücke berichten. Hier bietet sich eine kurze offene Rückmeldephase an.

Nun klären Sie schwierige Begriffe. Dazu können Sie die Begriffe auf Kärtchen drucken und jeweils ein andersfarbiges Kärtchen mit der Erklärung anfertigen. Verteilen Sie die Kärtchen an die Kinder und lassen Sie entweder Begriff oder Erklärung vorlesen und die dazugehörende Karte finden. (siehe Wörterliste auf Materialblatt 1) Halten Sie auch einige Blanko-Kärtchen bereit für zusätzliche Wörter, nach denen Kinder fragen.
Dann werden die Kärtchen paarweise an eine Pinnwand gehängt. Sie dienen den Kindern als Hilfe bei verschiedenen Aufgaben.

Arbeitsphase: Arbeitsblätter 1-4

Jetzt bearbeiten die Kinder Arbeitsblatt 1, 2, 3 und 4. Die Schüler kontrollieren selbst anhand bereitgestellter Lösungsblätter. Um das Arbeitsblatt 2 lösen zu können, benötigen die Kinder einen einfachen Atlas. Man kann dies als Anlass nutzen, die Kinder in die Benutzung des Atlas einzuführen. Womöglich wird es schwierig, eine geeignete Seite über Klimazonen zu finden, mit der die Kinder selbständig arbeiten können. Dann können Sie die Aufgabe auch im Plenum besprechen und die Klimazonen bzw. die Entstehung der Jahreszeiten mit einem Globus und einer Lampe erklären. Einfacher wird es auch, wenn Sie die betreffenden Seitenzahlen im Vorfeld einfach heraussuchen und z.B. vor dem Kopieren auf dem Arbeitsblatt notieren.

Wenn keine für Grundschulkinder geeigneten Atlanten zur Verfügung stehen, kann man auf große Karten ausweichen. Übersichten über Länderflaggen gibt es oft als Schreibunterlage oder dergleichen zu kaufen. Das Blatt mit dem Hand-Symbol (Arbeitsblatt 3b) kann entweder direkt im Anschluss an Arbeitsblatt 3a oder zu einem späteren Zeitpunkt bearbeitet werden.
Das Arbeitsblatt 4 führt die Schüler wieder in den Klassenverband zurück, da hier Ergebnisse verglichen und zusammengetragen werden sollen.

Zusatz-Arbeitsblätter als Differenzierung

Sie finden drei Zusatzarbeitsblätter zur quantitativen und qualitativen Differenzierung. Beide haben ein leeres Kästchen, in das Sie das Symbol eintragen können, mit dem Sie auch sonst Differenzierungsmaterial für die Kinder kennzeichnen (Sternchen o.ä.). Für die Zusatzblätter 5 und 6 müssen die Schüler beide Filmclips angeschaut haben. Für das Zusatzblatt 7 ist dies nicht zwingend notwendig, allerdings sollten die Kinder mit dem Schreiben von Elfchen vertraut sein oder vertraut gemacht werden, um hier auch Aufgabe 3 bearbeiten zu können. (Weitere Informationen siehe Linktipps "Elfchen")

Wenn Sie einen oder mehrere PCs (am besten mit Kopfhörer) im Klassenraum haben, können Sie die Filmclips zum individuellen Anschauen bereitstellen. So können die Schüler, die schnell fertig sind, selbständig fortfahren und die Zusatzarbeitsblätter 5 und 6 als Differenzierung bearbeiten. Ist das nicht möglich, zeigen Sie die Filmclips einfach im Klassenverband nach dem Film oder verzichten Sie auf die Zusatzarbeitsblätter.

  • Tracy hält im Laden eine Packung Fufu in der Hand. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Tracy beim Einkaufen ihrer Leibspeise Fufu
  • Laureen an einem Webstuhl. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Laureen darf in Ghana an einem traditionellen Webstuhl weben

Gemeinsame Aktivitäten

Beim „Vier-Ecken-Spiel“ haben die Kinder schon einen Überblick bekommen, welche Sprache, Religionen etc. es in ihrer Klasse gibt. Jetzt sollen sie sich einen Überblick über die ganze Schule verschaffen. Dazu sollen sie in Zweier- oder Dreiergruppen Befragungen von Schülern anderer Klassen durchführen. Zuerst wird besprochen, wie die Interviews durchzuführen sind. Es hängt von der Größe und der Struktur der Schule ab, wie umfassend die Befragung wird. Vielleicht können Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen Termine vereinbaren, wann die Interviewer in deren Klassen kommen dürfen.
Die Teilnahme am Interview sowie das Foto sind natürlich freiwillig. Die Ergebnisse sollen auf einer großen Weltkarte festgehalten werden: Ein kleines Foto mit dem Namen des Kindes wird an die betreffende Stelle der Weltkarte geklebt.

Schön ist es natürlich, wenn die fertige Karte für alle Kinder, Eltern und Lehrkräfte leicht zugänglich im Eingangsbereich des Schulhauses hängt, dies wirft allerdings Fragen des Datenschutzes auf. Man kann natürlich auch nur Namen oder nur Fotos wählen oder einfach kleine Smileys aufkleben, um die Karte zu anonymisieren. Klären Sie mit Eltern und Schulleitung, was am besten ist. Eventuell können Sie die Interview-Bögen den befragten Kindern mit nach Hause geben und die Erziehungsberechtigten um eine schriftliche Einverständniserklärung bitten. Vielleicht möchten Sie die Karte auch im Klassenzimmer aufhängen und dort von Ihren Schülern den anderen Klassen präsentieren lassen.

Ein zweites Ergebnis der Umfrage soll das Schul-Kochbuch werden: Die Kinder werden nach ihren Leibspeisen gefragt und um Rezepte gebeten. Eventuell müssen diese dann noch abgeschrieben und mit Fotos oder Zeichnungen versehen werden. Vielleicht kann sogar für jede Klasse ein Exemplar hergestellt werden.
Bei der Arbeit an der Weltkarte und am Schul-Kochbuch müssen und können nicht alle Kinder gleichzeitig und an den gleichen Aufgaben beteiligt sein. Bereiten Sie deswegen zu einem günstigen Zeitpunkt die Arbeit mit den Webrahmen vor. Die meisten Kinder kennen die Grundzüge der Webtechnik. Was aber wahrscheinlich noch erklärt werden muss, ist das Weben mit zwei verschiedenfarbigen Schussfäden gleichzeitig. Weisen Sie die Kinder darauf hin, dass sie ihre Vorlagen nicht zu kompliziert gestalten sollen. Da die Arbeitsblätter zum Weben wahrscheinlich nur schwarz-weiß bereitgestellt werden können, sollten Sie zwei oder drei farbig ausgedruckte und eventuell vergrößerte Exemplare bereitlegen.
Auf die Frage: „Und was soll ich machen?“ können Sie dann antworten: „Weiter weben!“ Es bietet sich an, die Webarbeiten der Kinder zu einem großen Klassenkunstwerk zusammenzufügen.

Ein schöner Abschluss für die Einheit wäre ein gemeinsames ghanaisches Essen. Vielleicht finden Sie Fufu-Pulver zum Anrühren, sodass die Kinder einmal Laureens und Tracys Leibspeise probieren können. Das Fufu kann auch frisch zubereitet werden (siehe Rezept), dann können alle Kinder beim Kleinschneiden helfen. Kochbananen können in Scheiben in der Pfanne angebraten werden. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, eine Schulküche zu nutzen und können Schüler höherer Klassen oder Eltern zur Unterstützung gewinnen.

Das Rezept für Bananenkuchen ist zwar nicht typisch ghanaisch, kommt aber aus Afrika. Als Nachtisch wäre natürlich auch eine frische Kokosnuss toll, und wer das nicht mag, darf Erdnüsse knacken und knabbern.

  • Familie sitzt auf einer Bank und schaut Fotos an. (Quelle: SWR – Screenshot aus der Sendung) Laureen (links) und Tracy schauen mit den Eltern alte Familienfotos an

Nachbemerkung

Der Film nähert sich dem Thema Immigration auf eine kindgerechte und heitere Art. Probleme wie Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Intoleranz oder Nachteile für Kinder von Immigranten, zum Beispiel in ihrer Schullaufbahn, werden bewusst nicht angesprochen. Diesem Ansatz folgt auch das Unterrichtsmaterial.

Nichtsdestotrotz ist es zwingend, problematische Äußerungen oder Situationen, die während der Beschäftigung mit dem Thema auftreten, sowie Ängste oder Sorgen betroffener Kinder ernst zu nehmen und aufzugreifen. Massive Konflikte, wie zum Beispiel Beleidigungen, die sich direkt gegen Mitschüler richten oder herabsetzende Äußerungen über bestimmte Gruppen im Allgemeinen, müssen sofort besprochen werden. So mühsam und unangenehm dies sein mag, kann es doch als Chance zur Aufklärung dienen. Wichtig ist auch, den Kindern gegenüber ein Zeichen zu setzen: „Solche Äußerungen werden hier in unserer Klasse/ an unserer Schule nicht geduldet.“

Es gibt viele gute Unterrichtsmaterialien, die Sie dabei unterstützen können. Durchläuft die Klasse zeitgleich ein Gewaltpräventionsprogramm, das nicht von Ihnen als Lehrkraft durchgeführt wird, geben Sie den durchführenden Personen unbedingt Informationen über die aufgetretenen Probleme oder Vorfälle, damit diese auch dort aufgegriffen und geklärt werden können. Machen Sie klar, dass der Unterricht an dieser Stelle unterbrochen wird und erst weitergehen kann, wenn ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht ist, z.B. eine glaubwürdige Entschuldigung dem betroffenen Kind gegenüber ausgesprochen oder eine andere Art von Wiedergutmachung verabredet wurde. Betonen Sie, dass von solchen Vorfällen immer einem Erwachsenen berichtet werden sollte und es sich hierbei nicht um „Petzen“ handelt. Eventuell können Fragen oder Bemerkungen auch zuerst einmal im Themenspeicher verwahrt und zu einem günstigeren Zeitpunkt bearbeitet werden. Verlassen Sie sich einfach auf Ihr Gespür, ob ein Aufschub in Ordnung ist oder nicht.

Beim „Vier-Ecken-Spiel“ können natürlich auch schwierige Situationen entstehen, zum Beispiel wenn ein Kind allein in einer Ecke oder auf dem „Stimmt-alles-nicht“ – Punkt steht. Dann zeigen vielleicht andere Kinder mit dem Finger oder lachen, oft gar nicht in verletzender Absicht, sondern einfach aus Gedankenlosigkeit. Wenn sie jedoch dieses Problem sofort aufgreifen, indem sie das auslachende Kind fragen, warum es das tut, und das ausgelachte Kind, wie es sich fühlt, werden Sie in den meisten Fällen schnell Einsicht erreichen können. Wenn Sie von vornherein befürchten, dass diese Situation auftreten wird, legen Sie „Nicht auslachen“ und „Nicht mit dem Finger zeigen“ gleich zu Beginn als Spielregeln fest – auf Ihrem Klassenregelplakat steht es in der einen oder anderen Form ja bestimmt sowieso.