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Hintergrund

Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland

Heute hat über ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland einen Migrationshintergrund – das sind 17,1 Millionen Menschen. Zwei Drittel von ihnen sind selbst zugewandert, ein Drittel ist in Deutschland geboren. Die Mehrheit der Menschen mit Migrationshintergrund besitzt einen deutschen Pass (9,2 Millionen), und etwa 7,2 Millionen sind AusländerInnen.

Definition: „Menschen mit Migrationshintergrund“ sind nach 1950 Zugewanderte und deren Nachkommen. Das gilt auch dann, wenn ein Elternteil nicht mit der deutschen Staatsangehörigkeit geboren wurde.

Die meisten Zuwanderer, also Menschen mit eigener Migrationserfahrung, stammen aus anderen europäischen Ländern. Davon wiederum die Meisten aus der Türkei, aus Polen und aus der Russischen Föderation.

Herkunft der Zuwanderer
Europa 69 %
Asien / Ozeanien 18,6 %
Afrika 3,5 %

Wichtigste Herkunftsländer
Türkei 12 % 1.364.000
Polen 12 % 1.334.000
Russische Föderation 8,4 % 957.000
Kasachstan 6,4 % 737.000
Rumänien 4,7 % 547.000

Die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund steigt an. Grund dafür ist die hohe Zahl ausländischer Zuwanderer. So zogen beispielsweise 2014 jeweils über 190 000 Menschen aus den EU-Staaten Rumänien und Polen nach Deutschland. Hinzu kommt, besonders seit dem Jahr 2014, eine steigende Zahl von Flüchtenden, die in Deutschland Asyl suchen. Als wichtigste Fluchtursachen dieser weltweiten Flüchtlingskrise gelten islamistischer Terrorismus, der Bürgerkrieg in Syrien sowie fehlende wirtschaftliche Perspektiven.

Definition: Ein Recht auf Asyl haben Menschen, die in ihrem Herkunftsland politisch verfolgt werden, zum Beispiel aufgrund ihrer Religion oder ihrer politischen Überzeugung. Dieses Grundrecht ist im Grundgesetz verankert.

Insgesamt stellten im Jahr 2015 etwa 442.000 Menschen erstmals einen Asylantrag in Deutschland. Mit Abstand die meisten von ihnen kommen aus Syrien.

Wichtigste Herkunftsländer der Asylanträge 2015 (Angaben in Personen)
Syrien 158.700
Albanien 53.800
Kosovo 33.400
Afghanistan 31.000
Irak 30 000

Im Jahr 2015 waren über 70 Prozent der Asylbewerber jünger als 30 Jahre und fast 70 Prozent der Asylerstanträge wurden von Männern gestellt. Zum durchschnittlichen Bildungsstand der Asylsuchenden gibt es noch wenig repräsentative Daten. Laut einer Befragung von 2014 wurde jeder zehnte anerkannte Geflüchtete als „höherqualifiziert“ eingestuft, was die Schul- und berufliche Ausbildung betrifft. 70 Prozent der Befragten hatten 5 bis 14 Jahre lang eine Schule besucht, 13 Prozent wurden als „Nichtqualifizierte“ eingestuft.

Auch den in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund fehlt – im Vergleich zu Menschen ohne Migrationshintergrund – häufiger der Schulabschluss, und sie haben im Durchschnitt eine niedrigere schulische und berufliche Ausbildung. Auch Arbeitslosigkeit und Minijobs finden sich bei Menschen mit Migrationshintergrund fast doppelt so häufig, und das Risiko, in Armut zu leben, ist mehr als doppelt so hoch.

Schulbildung / Ausbildung Menschen mit Migrationshintergrund Menschen ohne Migrationshintergrund
ohne Schulabschluss 12 % 2%
ohne berufsqualifizierenden Abschluss 35% 9 %

Arbeitssituation 2015 Menschen mit Migrationshintergrund Menschen ohne Migrationshintergrund
Erwerbslos 7,3% 3,7 %
Minijobs 11 % 6,4 %
Armutsrisiko 26,7% 12,5 %

Quellen:

Datenreport 2016. Herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Statistischen Bundesamt (Destatis) und anderen.

Pressemitteilung Nr. 327 des Statistischen Bundesamts vom 16.09.2016: Bevölkerung mit Migrationshintergrund auf Rekordniveau.

Das Bundesamt in Zahlen 2015: Asyl. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Statistisches Bundesamt: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit (Ergebnisse des Mikrozensus 2015).

BAMF Kurzanalyse: Qualifikationsstruktur, Arbeitsmarktbeteiligung und Zukunftsorientierungen.