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Sanddünen in der Sahara erstrecken sich oft über viele Kilometer; Rechte: dpa
Die Steppenwüste Gobi in Zentralasien ist die fünftgrößte Wüste der Erde; Rechte: dpa
Wüsten sind Gebiete, in denen aufgrund extremer Trockenheit oder auch Kälte keine oder nur eine hochspezialisierte Vegetation existiert. Man unterscheidet entsprechend die Kältewüsten der polaren Gebiete und die Trockenwüsten, zu denen die großen Wüsten Asiens und Afrikas gehören. Die Trockenwüsten wiederum unterteilen sich in subtropische Wüsten (Sahara, Kalahari), in küstennahe Wüsten mit kaltem Auftriebswasser (Atacama, Namib) und Wüsten in isolierten Gebirgsbecken (Gobi, Great Bassin).
Durch die starke Sonneneinstrahlung wird insbesondere der Erdgürtel zwischen den beiden Wendekreisen aufgeheizt. Als Folge steigt feuchte warme Luft in Äquatornähe auf und kühlt sich mit der Höhe ab: Es fallen Niederschläge. In der oberen Atmosphäre zieht die trockene Luft zu den Wendekreisen. Dort sinkt sie ab und erwärmt sich dabei wieder. Als bodennaher Passatwind fließt sie zurück Richtung Äquator. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann, wirken die Luftmassen austrocknend auf das Land über das sie hinwegziehen. Der fast ständig in der Sahara wehende Nordostpassat verhindert so in langen Perioden Regen in der Sahara.
Die Temperaturen in diesen Wüsten steigen tagsüber sehr hoch an. Bewölkung, die die Sonneneinstrahlung abmildern könnte, fehlt und die Luft bleibt sehr trocken. Deshalb liegen auch die "Hitzepole" (Orte der höchsten gemessen Temperaturen) in den Wüsten. Im libyschen Teil der Sahara beispielsweise wurden schon 57,8 Grad Celsius im Schatten gemessen. Nachts sinkt die Temperatur in kurzer Zeit um bis zu 30 Grad ab.
Neben den Wüsten zwischen den Wendekreisen findet man etwa in Zentralasien große Trockengebiete. Die wichtigsten sind die Wüste Gobi, auf dem Gebiet von China und der Mongolei, die Takla Makan im Tarimbecken und die Wüsten Kysylkum und Karakum in Turkistan. Sie haben ein gemeinsames Charakteristikum: sie liegen weit entfernt von Meeren im Inneren des asiatischen Kontinents und zudem im Regenschatten besonders hoher Gebirgszüge. Diese Faktoren sorgen für die große Trockenheit in den Regionen. Anders als in den Wüsten zwischen den Wendekreisen gibt es hier ausgeprägte Jahreszeiten. Im Winter kann es bitterkalt werden, im Frühling fällt häufig Regen, wenn auch nur relativ wenig.
Die Landschaft der Wüsten ist sehr vielfältig. Neben den charakteristischen Sanddünnen und Sandebenen (die rund ein fünftel aller Wüsten ausmachen), gibt es Kieswüsten, weite Geröllflächen und Felswüsten. Außerdem kommen Lehmwüsten mit einer harten, von Rissen aufgebrochenen Oberfläche und ausgesprochene Salzwüsten vor.
Die Böden der Wüsten unterscheiden sich von denen anderer Gebiete. Weil in den Wüsten nur wenige Pflanzen wachsen, weisen die Böden einen geringen Anteil an organischem Material auf, sie sind überwiegend "Mineralböden". Weitere allgemeine Eigenschaften sind ihr niedriger Tongehalt und ihre hohe Salzkonzentration.
Seit einiger Zeit beobachten Wissenschaftler eine stetige Ausdehnung der Wüsten der Erde um mehrere tausend Quadratkilometer pro Jahr. Eine der Ursachen dafür dürfte die Klimaveränderung, die allmähliche Erwärmung, unseres Planeten sein. Der wichtigste Faktor ist aber wohl der Mensch mit seinen Eingriffen in die Natur.
Oft grenzen Steppenregionen und Halbwüsten an die Kernwüsten an. In diesen Regionen leben immer mehr Menschen und betreiben Landwirtschaft oder Viehzucht. Durch Überweidung zerstören sie vielfach die ohnehin kärgliche Vegetation und anschließend wird der Boden von Wind und Wasser abgetragen.
Falsche oder übermäßige Bewässerung von Ackerland führen dazu, dass die Böden versalzen und der Grundwasserspiegel sinkt. Werden Baumbestände abgeholzt, verschlechtern sich die Wasserspeicherkapazität der Böden und das Mikroklima. Durch all diese Faktoren, die oft in Kombination auftreten, werden immer weitere Gebiete zu Wüsten.
Diese "Desertifikation" (Wüstenbildung) ist ein gewaltiges Umweltproblem, es bedroht aber auch viele Menschen. Schätzungen besagen, dass rund 65 Millionen Hektar Landwirtschaftsfläche inzwischen von der Desertifikation bedroht oder betroffen sind. Damit sind 850 Millionen Menschen in ihrer Existenz bedroht.
Desertifikation darf nicht mit Dürre verwechselt werden. Dürren können in ganz verschiedenen Regionen vorübergehend auftreten und zu Ernteausfällen und Hunger führen. Wenn es wieder regnet, wachsen aber in den Dürregebieten wieder Pflanzen und das Leben kehrt zurück. Die Desertifikation ist in der Regel ein langfristiges Problem. Ist einmal eine Wüste entstanden, verschwindet sie nicht beim nächsten Regen wieder.
© Text: Siegfried Klaschka (aus: Planet-Wissen)
