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Unterricht: west.art Meisterwerke - Mittelalter

Sechs Filme zeigen verschiedene Beispiele von Kirchenkunst aus dem Mittelalter in Nordrhein-Westfalen:

  • Clarenaltar im Kölner Dom
  • Flügelgemälde von Jan Joest am Hochaltar, St. Nicolai, Kalkar
  • Gewölbemalerei, St. Maria in Lyskirchen, Köln
  • Romanische Tür, St. Maria im Kapitol, Köln
  • Stefan Lochner: Muttergottes in der Rosenlaube, Wallraf-Richartz-Museum, Köln
  • Pietà Roettgen, Rheinisches Landesmuseum, Bonn

Die Gesamtheit der Filme deckt die beiden wichtigen Epochen der mittelalterlichen Sakralkunst und –architektur: Romanik und Gotik. Zudem werden verschiedene Formen von Kirchenkunst thematisiert, zum Beispiel Bilder, Altargemälde, Wandmalerei und Skulptur.

Im Vorfeld ist es wichtig, mit der Klasse zu klären, dass religiöse Kunst ein bedeutungsvolles Stück Kulturgeschichte ist. Unabhängig von der eigenen Haltung zu Religion und vom eigenen Glauben ist es wichtig, sich mit der prägenden Religion und ihrer Kunst im eigenen Kulturraum zu beschäftigen und etwas darüber zu wissen. Es lassen sich Vergleiche mit der Kunst anderer Religionen anschließen, dabei können Schüler mit Migrationshintergrund als Experten auftreten. Im Mittelpunkt dieser Unterrichtseinheit steht aber die christlich geprägte Kunst- und Kulturgeschichte in Deutschland.

Rezeption der einzelnen Werke und ihr gesellschaftlicher Kontext

  • Das Bild zeigt Maria mit einem goldenen Heiligenschein und blauem Umhang, Jesus sitzt als Baby auf ihrem Schoß. Ein Bild voller Symbole: Muttergottes in der Rosenlaube von Stefan Lochner; Rechte: WDR

Die sechs Werke werden kurz vorgestellt, damit die Schülerinnen und Schüler sich für einen Film entscheiden können, der sie am ehesten anspricht. In Recherchegruppen sehen sie sich "ihren" Film genau an. Arbeitsblatt 1 "Steckbrief" hilft ihnen, die wesentlichen Informationen aus dem Film zu strukturieren.

Anschließend teilen sich die Schüler in vier Referatsgruppen auf. In jeder Gruppe sollten Experten für jeden Film vertreten sein. Die Referatsthemen beschäftigen sich unter verschiedenen Gesichtspunkten mit religiöser Kunst im Mittelalter. Die Gruppen informieren sich über die Aspekte in Nachschlagewerken oder im Internet und suchen in den Filmen nach Beispielen und Belegen. Die Themen:

  • Kunst in der Kirche: Welche Funktion hatte Kunst in der Kirche und welche Rolle spielten die Künstler? (Arbeitsblatt 2 "Kunst in der Kirche")
  • Gotik und Romanik: Wie unterscheiden sich die beiden Epochen in der Kunst und der Architektur? (Arbeitsblatt 3 "Gotik und Romanik")
  • Biblische Geschichten und christliche Legenden in der Kunst: Welche biblischen Geschichten werden in den Werken vor allem erzählt? (Arbeitsblatt 4 "Biblische Geschichten")
  • Religiöse Symbole in der Kunst: Welche religiösen Symbole werden in den Werken gezeigt und was bedeuten sie? (Arbeitsblatt 5 "Religiöse Symbole")

Reflexion

  • Ein Ausschnitt aus dem Flügelaltar von Jan Joest zeigt zwei Bilder: Jesus empfängt an einem Brunnen Wasser von einer Frau und Jesus geht in einer Stadt auf einen am Boden sitzenden Kranken zu. Jan Joest versetzte biblische Szenen ins Mittelalter; Rechte: WDR

Zwei Aspekte können durch Vergleiche von Werken vertieft werden: Die Architektur der Romanik, in Ansätzen auch Gotik. Das lässt sich an den beiden romanischen Kirchen in Köln (St. Maria im Kapitol, St. Maria in Lyskirchen) näher untersuchen. Die Schüler suchen Filmausschnitte aus den beiden Filmen, die typisch romanische Elemente in den Kirchen zeigen (Arbeitsblatt 6 "Architektur Romanik"). Da die meisten Kirchen über die Jahrhunderte immer wieder verändert wurden, lassen sich auch Elemente späterer Epochen finden. Als zusätzliche Informationsquelle für die Baugeschichte der beiden Kirchen kann eine Internetseite über romanische Kirchen in Köln herangezogen werden (siehe Linkliste).

Auch die beiden Flügelaltäre bieten sich für eine vergleichende Betrachtung an (Arbeitsblatt 7 "Vergleich Flügelaltare"). Fast 150 Jahre liegen zwischen der Entstehung beider Altäre und sie unterscheiden sich stark in der Art der Darstellung. Am Beispiel dieser Unterschiede lässt sich auch ein allmählicher Wechsel in der Rolle von Kunst und Künstlern ansprechen. Mit der beginnenden Neuzeit erhält die Person des Künstlers eine größere Wertschätzung. Kunst emanzipiert sich allmählich von der rein religiösen Zweckbestimmung. Perspektivische Genauigkeit und die korrekte Darstellung werden wieder wichtiger.

Fallen den Schülern Vergleiche zu modernen Formen ein? Die Bildergeschichten, vor allem die von Jan Joest mit den sehr expressiven Gesichtsausdrücken, können zum Beispiel an Comics erinnern.

Die Bedeutungsperspektive ist ein typisches Gestaltungsmerkmal der religiös geprägten Kunst im Mittelalter. Ganz im Sinne des religiösen Auftrags werden diejenigen Personen und Gegenstände groß dargestellt, die mächtig und bedeutend sind wie Könige, Päpste, Heilige oder zentrale Figuren aus der Bibel. Andere Personen sind dagegen klein, unabhängig davon, ob sie im Vorder- oder Hintergrund stehen. Die naturgetreue Perspektive der Antike ist verschwunden. Dies lässt sich am Beispiel der Gewölbemalerei in der Kirche St. Maria in Lyskirchen zeigen. Neben dem Film können Sie die Internetseite über romanische Kirchen in Köln als Quelle nutzen, auf der viele Motive abgebildet sind. Die Bedeutungsperspektive lässt sich mit dem Stil von Jan Joest vergleichen, der im Übergang zur Renaissance lebte.

Im Anschluss bietet sich eine Exkursion in eine katholische Kirche in der Region an, um dort religiöse Kunst zu betrachten und mit den gewonnenen Erkenntnissen zu analysieren. Sie können dazu Arbeitsblatt 8 "Werkbetrachtung" nutzen.

Gestaltung

Die Unterrichtseinheit kann mit einer Gestaltungsaufgabe abgeschlossen werden. Es gibt zwei Alternativen zur Auswahl: Die Schülerinnen und Schüler sollen selbst religiöse Inhalte in einem Bild umsetzen. Die Symbole sollten dabei nicht mittelalterlich, sondern modern sein. Ähnlich wie im 16. Jahrhundert Jan Joest können sie eine biblische Geschichte in die Jetztzeit versetzen oder mit modernen Symbolen Begriffe wie Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Pflicht oder Tugend darstellen.

Alternativ können die Schüler die mittelalterliche Bedeutungsperspektive übernehmen und sie auf heutige Ikonen anwenden. Was ist heutzutage besonders wichtig, besonders "heilig"? Was sind zum Beispiel moderne Ikonen für Jugendliche? Welche Werte bestimmen heute die Gesellschaft und wie kann man sie darstellen?

Auf Arbeitsblatt 9 "Gestaltung" haben wir Tipps für beide Alternativen gegeben. Als Form bietet sich eine Collage an.

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  • Externer LinkDer Essener Dom

    Kunstgeschichte am Beispiel eines Kirchenbaus zeigt das Doku-Drama über den Essener Dom. Das Bauwerk blickt auf eine 1100-jährige Geschichte zurück. Der Film zeigt die Entstehung und den Aufstieg der Kirche und des angegliederten Frauenstifts. Das Stift beherbergte Frauen aus dem reichen Hochadel. Die Äbtissinnen stammten häufig aus dem Kaiserhaus und machten das Stift zu einem einflussreichen Zentrum, um das herum die Stadt Essen entstand.

  • Externer LinkDie Weltreligionen

    Um religiöse Kunst verstehen zu können, muss man einiges über die jeweilige Religion wissen. Die Reihe "Die Weltreligionen" führt in die Grundlagen des Christentums, Judentums und des Islams ein. Eine Multimedia-Lerntour führt durch die Gotteshäuser und Wohnungen und erläutert religiöse Gegenstände und Symbole.

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