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Hintergrund: Getreidesorten

Weizen

  • Weizen (Rechte: www.colourbox.com)

Der heute in Deutschland angebaute Saatweizen geht auf verschiedene Wildgräser des Nahen Ostens zurück, vor allem auf Einkorn und Emmer, und gehört zu den ältesten angebauten Nutzpflanzen. Einkorn wurde nachweislich bereits vor 9000 Jahren angepflanzt. Heute gibt es hunderte Weizensorten, die vor allem in Form von Sommer- und Winterweizen angebaut werden. Winterweizen wird im Herbst ausgesät, Sommerweizen im Frühjahr. Obwohl der Winterweizen eine Ruheperiode benötigt und erst im darauffolgenden Sommer geerntet werden kann, wird er in Deutschland zu 90% angebaut, da er einen viel höheren Ertrag liefert als der Sommerweizen. Mit über 21 Millionen Tonnen war Deutschland im Jahr 2007 siebtgrößter Weizenproduzent. Weltgrößter Produzent im gleichen Jahr war China mit 110 Millionen Tonnen.

Roggen

  • Roggen (Rechte: www.colourbox.com)

Auch der Roggen gehört zu den ältesten Getreidearten der Welt. Anfangs vermutlich als Unkraut angesehen, begann man bereits in der Antike seine hohe Widerstandskraft gegen Kälte und Hitze zu schätzen. Sein Anteil an der für die gesunde Ernährung wichtigen essentiellen Aminosäure Lysin ist besonders hoch. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde in Deutschland mehr Roggen angebaut als Weizen. Inzwischen ist sein Anteil an der Getreideproduktion jedoch stark zurückgegangen, obwohl vermehrt Bioethanol als Treibstoff aus ihm gewonnen wird. Deutschland steht mit 3,3 Millionen Tonnen geerntetem Roggen im Jahr 2007 weltweit an zweiter Stelle der Roggenproduzenten (hinter Russland mit 3,9 Mio. t).

Gerste

  • Gerste (Rechte: E. Oppermann)

Die Urformen der Gerste wurden bereits zur selben Zeit wie der Urweizen angebaut. Die Gerste spielt wegen ihres hohen Eiweißgehaltes vor allem als Viehfutter eine Rolle. Außerdem verwendet man sie in Form des Gerstenmalzes zum Brauen von Bier oder als Grundstoff für Whisky. Beim Mälzen lässt man die Körner in Feuchtigkeit ankeimen und trocknet sie anschließend wieder. Dadurch werden im Keim Enzyme freigesetzt, die später beim Brauvorgang für den Stärke- und Eiweißabbau von Bedeutung sind. In der Biertrinkernation Deutschland wird relativ viel Gerste produziert. Mit 11 Millionen Tonnen Jahresproduktion (2007) steht Deutschland an vierter Stelle der Gerstenproduzenten weltweit (Russland ist mit 15,6 Mio t der größte Produzent).

Hafer

  • Hafer (Rechte: E. Oppermann)

Charakteristisch für den Hafer ist die besondere Form des Fruchtstandes. Während die meisten anderen Getreidearten wie Weizen oder Roggen typische Ähren ausbilden, bei denen die Körner eng beisammen stehen, ist der Fruchtstand des Hafers als sogenannte Rispe ausgebildet, ein reich verzweigter Blütenstand. Hafer wird als Tierfutter und für die menschliche Ernährung in Form von Haferflocken genutzt. Sein hoher Anteil an Eiweiß, ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen macht ihn als Nahrungsmittel wertvoll. Deutschland produzierte 2007 etwa 800.000 Tonnen Hafer und steht damit an neunter Stelle der Produzenten weltweit (Russland ist mit 5,4 Mio t der größte Produzent).

Reis

  • Reis (Rechte: Hemera Technologies/Thinkstock)

Beim Reis handelt es sich wie bei den anderen Getreidearten um eine Graspflanze. In vielen asiatischen Ländern stellt Reis das wichtigste Grundnahrungsmittel dar und kommt dort in zahlreichen Varianten vor. Neben Stärke, Eiweiß und Fetten enthält Reis zahlreiche Spurenelemente wie Phosphor und Eisen. Auch wertvolle Vitamine der B-Gruppe sind in (ungeschältem) Reis reichlich vorhanden. Die Vitamine A, C, D und B12 fehlen dagegen völlig, so dass eine einseitige Ernährung mit Reis zu Mangelerscheinungen führt. Geschälter Reis verliert einen Großteil seiner wertvollen Inhaltsstoffe, da sich diese in den äußeren Samenhäutchen konzentrieren. Durch eine besondere Heißdampfbehandlung können diese Stoffe aber zu 80% von den äußeren Häutchen in das Innere des Korns gepresst werden (Parboiling-Verfahren). Reis wurde in jahrhundertlanger Zucht an den Nassanbau angepasst, was viele Parasiten und Unkräuter fernhält, dafür aber große Mengen an Methan freisetzt und somit zum Treibhauseffekt beiträgt. In Deutschland wird kein Reis angebaut, weltgrößter Produzent ist China mit 187 Millionen Tonnen (2007).

Mais

  • Mais (Rechte: © Jupiterimages/Thinkstock)

Der Mais wurde bereits vor 7000 Jahren in Mexiko kultiviert. Mit den Spaniern kam er Anfang des 16. Jahrhunderts nach Europa. Dort wurde er zunächst eher von ärmeren Bevölkerungsschichten gegessen. Wo er zum vorherrschenden Grundnahrungsmittel wurde, erkrankten die Menschen häufig an "Pellagra", einer Mangelerkrankung, die durch Hautveränderungen, Durchfall und später geistigen Verfall gekennzeichnet ist. Erst viele Jahre später wurde der Zusammenhang zwischen Maisverzehr und Pellagra aufgedeckt. Einseitige Ernährung mit Mais führt zu einem starken Mangel an Niacin (ein Vitamin der B-Gruppe) und der Aminosäure Tryptophan, aus dem der Körper Niacin bilden kann. In der Ursprungsregion des Mais, in Mittelamerika, trat die Krankheit Pellagra jedoch fast nie auf. Dort wird der Mais vor der Zubereitung in Kalkwasser eingeweicht, ein Prozess, der das gebundene Niacin und das Tryptophan freisetzt und für die Verdauung verfügbar macht. Nach der Entdeckung dieses Zusammenhangs war die Behandlung der Pellagra sehr einfach. Das Auftreten der Krankheit konnte durch einfache Einnahme von vitaminreicher Bierhefe verhindert werden. Größter Produzent von Mais sind die USA mit 332 Millionen Tonnen im Jahr (2007). Deutschland stand im Jahr 2007 mit 3,48 Millionen Tonnen an 25. Stelle der weltgrößten Maisproduzenten.