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Sendungsinhalt: Lautlose Killer

  • Einem kranken Mann in einem Bett wird eine Speichelprobe entnommen. Einfache Grippe oder SARS?; Rechte: WDR
  • Nahaufnahme einer pinken Flüssigkeit, die in ein Gefäß gespritzt wird. Tödliche Viren: Nur gegen einen Bruchteil von ihnen gibt es Impfstoffe; Rechte: WDR

Februar 2003 in Hongkong: In einem Hotel findet eine Hochzeitszeremonie statt. Keiner ahnt, dass einer der Hochzeitsgäste aus China einen tödlichen Virus in sich trägt, der die ganze Welt in Schrecken versetzen wird - SARS. Im Hotel wird er noch mindestens 17 Menschen anstecken. Rückblickend lassen sich ungefähr 50 Prozent der SARS-Fälle auf diesen einen Hotelgast zurückführen. Die Zellen der Lungenbläschen sind die bevorzugten Wirtszellen des SARS-Virus, das sich als ein regelrechtes Killer-Virus mit hoher Sterblichkeitsrate entpuppt: Über zehn Prozent der Infizierten überleben seine Attacke nicht.

Zum Glück ist nicht jedes Virus für uns so gefährlich. Tatsächlich werden wir ständig, Tag und Nacht, von Viren attackiert. Viren sind die vielfältigsten Lebensformen des Planeten: Für jede zelluläre Lebensform gibt es mindestens ein spezifisches Virus, das sie befällt. Allerdings gibt es nur für einen Bruchteil der für uns tödlichen Viren Impfstoffe. Um einen Impfstoff zu entwickeln, muss zunächst der Gencode des Virus geknackt werden – im Fall von SARS ein Wettlauf um Leben und Tod.

Der SARS-Ausbruch war deswegen so gefährlich, weil die zuerst betroffenen Länder, wie China, die Weltgesundheitsbehörde WHO viel zu spät informierten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Virus wie ein Lauffeuer verbreitet. Immerhin: Durch SARS-Forschungsnetzwerke in aller Welt konnte der Gencode des Virus dann in der Rekordzeit von einer Woche entschlüsselt werden. Trotzdem: Der SARS-Ausbruch hat gezeigt, wie verletzlich die Weltgemeinschaft geworden ist, wenn es um lautlose Killer geht.