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Sendungsinhalt: Der unsichtbare Feind

  • Darstellung einiger Viren. Viren lassen sich nachbauen und im Labor züchten; Rechte: WDR
  • Ein Polizist steht hinter der Absperrung zu einem Quarantänegebiet. Infizierte müssen rechtzeitig versorgt und isoliert werden; Rechte: WDR

Gefährliche Viren als Biowaffen? In den Händen von Terroristen könnten sie das Leben von Millionen von Menschen zerstören. Ein Schreckensszenario, das jederzeit Realität werden könnte und das in fiktiven Spielfilmsequenzen am Beispiel eines Anschlags mit Pockenviren eindrucksvoll dargestellt wird. Tatsächlich hält das Robert Koch-Institut einen Terror-Anschlag mit Viren für durchaus denkbar. Das Pockenvirus gilt zwar als weltweit ausgerottet, aber die Vernichtung der Kulturen in den Labors in aller Welt wurde nie kontrolliert.

Eine Vielzahl von Viren-Bruchstücken lassen sich heute bereits über das Internet beziehen. Dem Forscher Dr. Eckard Wimmer gelang es auf diese Weise, in seinem Labor Polio-Viren zu züchten. Inzwischen lassen sich auch schon sehr viel komplexere Viren nachbauen – und das könnte in naher Zukunft auch mit lebensgefährlichen Viren, wie etwa Pocken, passieren. Andererseits: Terroristen müssten die Baupläne von Viren noch nicht einmal genau kennen, sie könnten sich auch direkt aus der Natur bedienen: Die Erreger des Ebola-Fiebers beispielsweise finden sich in afrikanischen Fledermäusen. Ebola-Viren töten extrem schnell, ihre Opfer verbluten innerlich. Dies ist auch der Grund, warum sich das Virus auch nicht rasant weiterverbreiten kann: Infizierte sterben meist so schnell, dass sie gar keine Gelegenheit haben, massenhaft weitere Menschen anzustecken. Anders sieht das bei den Pocken aus: Jeder Kranke steckt zwei Drittel derer an, mit denen er in Kontakt getreten ist. Die fiktiven Spielfilmszenen zeigen, wie schwierig es wäre, eine Pandemie durch Massenimpfungen einzudämmen. Nur bis zu maximal vier Tagen wirken die Impfungen - ab dem Zeitpunkt der Infektion. Und nicht jeder würde rechtzeitig versorgt werden können. Massenpaniken sind vorprogrammiert.

Dennoch: Viren sind nicht per se "schlecht", sie sind Teil des ökologischen Gleichgewichts und lassen sich sogar zu therapeutischen Zwecken einsetzen.