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Inhalt der Sendung

Millionen Touristen besuchen jedes Jahr das Monument Valley und den Canyon de Chelly - heiliges Land für die Navajos, die versuchen, Teile ihrer Tradition inmitten der modernen Welt zu erhalten.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden viele Navajo-Kinder in Internate gesteckt und gezwungen, sich auf englisch zu unterhalten; Ziel war es, die indianische Identität zu brechen. In vielen traditionellen Navajofamilien überlebte die Sprache, das Dineh, trotzdem. Im Zweiten Weltkrieg machte sich die US-Regierung diesen Umstand sogar zunutze, indem sie geheime Nachrichten durch Navajo-Soldaten in Dineh übermitteln ließ. Heute wird an den Schulen im Navajo-Reservat die Muttersprache wieder gelehrt, und es besteht Hoffnung, die Kultur zu erhalten. Vanessa Brown organisiert Jugendarbeit im Reservat, da in ihren Augen Langeweile Verbrechen produziert. Sie will den Kindern helfen, die schwierige Fahrt in zwei Kanus zu meistern, wobei ein Bein im Kanu der modernen Welt steht, das andere im Kanu der Tradition. Die Balance zu halten, ist die große Herausforderung für die Kinder.

  • drei Männer auf PferdenDas Monument Valley. Für Touristen eine tolle Filmkulisse,
  • zwei Navajo MädchenSie sind die Hoffnung der Alten: Kinder, die wieder die Navajo-Sprache Dineh lernen.

Details

Die ersten Eindrücke der Sendung erhalten wir vom Spider Rock im Canyon de Chelly, einem heiligen Ort der Navajo, wo die Spinnenfrau den Indianern, den Native Americans, wie sie sich übergeordnet nennen, das Weben beigebracht haben soll. Der Name "De Chelly" ist eine spanische Übersetzung des Navajowortes "Tsegi" und bedeutet Felscanyon. Die Navajos, die noch heute in diesem Canyon leben, betreiben hauptsächlich Viehwirtschaft.

Vor etwa 1.000 Jahren boten die Canyons in dieser Region den Puebloindianern Schutz vor der Verfolgung durch Feinde. Um 1700 kamen kriegerische Navajos in dieses Gebiet, die in mehreren Auseinandersetzungen mit den Spaniern ihre als Sklaven eingesetzten Stammesbrüder befreien wollten. 1805 führten die Spanier eine Strafexpedition durch, wobei 115 Navajos getötet wurden. Der damalige Kampfplatz heißt seither "Massacre Cave". Das Schicksal traf die Navajos in den folgenden Jahren noch härter. Obwohl sie 1846 den ersten Vertrag mit der amerikanischen Regierung geschlossen hatten, nahmen die Streitereien kein Ende. Im Jahre 1863 wurden sie von der US Army unter James H. Carleton und dem berüchtigten Christopher "Kit" Carson und mit ihm verbündeten Utes belagert und im März 1864 quer durch Neu-Mexiko zu einem Reservat in der Nähe des Fort Summer verschleppt. Die Navajo bezeichnen diese Deportation als den "langen Marsch".

Im Reservat litten sie besonders unter Krankheiten und Missernten und waren Ziel von Angriffen anderer Indianerstämme. Vier Jahre später bot ihnen die amerikanische Regierung die Rückgabe eines Drittels von Dinetah, wie sie ihre Heimat nannten, an. Daraufhin kehrten die 8.000 Navajos in ihr früheres Gebiet zurück. Sie erhielten Schafe und Kleinvieh und erklärten sich bereit, in Frieden mit den amerikanischen Siedlern zu leben. 1864 erhielten sie wegen der wachsenden Viehherden zusätzliches Weideland. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die Bevölkerung der Navajos verdoppelt, sie gelangten zu bescheidenem Wohlstand, so dass ihr Reservat neuerlich vergrößert wurde. Nachdem sich aufgrund sehr stark wachsenden Viehbestandes Folgen von Überweidung einstellten, mussten sie sich gegenüber der Regierung verpflichten, ihren Viehbestand zu verringern.

Das Reservat der Navajos, das im Nordwesten von Arizona etwa 260 Meilen von Phoenix entfernt liegt, umfasst heute eine Gesamtfläche von mehr als 30.000 Quadratmeilen. Es ist damit das größte in den USA. Im Reservat liegt Four Corners, die einzige Stelle in den Vereinigen Staaten, an der vier Bundesstaaten zusammentreffen: Arizona, Utah, Neu-Mexiko und Colorado. Es ist aufgeteilt in 21 Verwaltungsbezirke und gab 1995 insgesamt 168.996 Navajos eine Heimat. Die Gesamtzahl der Navajos in den USA wird auf 260.000 geschätzt.

In der Sendung verfolgen wir Aaron White, der als Bauarbeiter im Reservat arbeitet, aber außerhalb in Flagstaff wohnt. Wir beobachten ihn bei Arbeiten zu einer shopping mall in Tuba City, mit etwa 5.000 Einwohnern größte Stadt im Reservat. In seiner Freizeit spielt Aaron White mit der Gruppe Burning Sky traditionelle Indianermusik. Er spielt Gitarre, Kelvin Bizahaloni die traditionelle Flöte und der einzige Weiße, Michael Bannister, Percussion. In der Sendung hören wir das vom Kanadier Bruce Cockburn geschriebene Indian Wars, in dem das Schicksal vieler Indianerstämme beklagt wird. Ein kurzer Rückblick zeigt historische Aufnahmen der Tuba City Trading Post, wo heute vornehmlich Touristen Andenken der Navajos erwerben.

Eines der Hauptprobleme in den Reservaten ist die große Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen. Um den Indianerkindern eine etwas bessere Lebensperspektive zu geben, ist ein Büro der Community Action for Children and Youth in Tuba City eingerichtet, deren Leiterin Vanessa Brown ist. Sie versucht durch ihre Arbeit, die Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche zu verbessern. Sie sieht es als eine wichtige Aufgabe an, die Traditionen der Navajos an die Kinder weiterzugeben. Dazu gehört das Geschichtenerzählen genauso wie das Spiel mit Cochina-Puppen. Die Kinder müssen für sich das Problem bewältigen, zwischen zwei Kulturen, der traditionell indianischen und der modernen amerikanischen, zu bestehen. Dazu gehört auch die Pflege der Sprache der Navajo.

In diesem Zusammenhang wird die spannende Geschichte der Code Talker erzählt, jener Navajo-Indianer, die während des Zweiten Weltkrieges kodierte Nachrichten für die US Marines übermitteln mussten. Merril Sandoval erklärt, wie die englische Sprache mit Hilfe des Navajo-Idioms verschlüsselt worden ist. Darüber hinaus erinnert er sich an seine Schulzeit, die er an einer staatlichen High School verbracht hat. Vor dem Krieg war es den Native Americans strikt verboten, ihre Sprache zu sprechen, die schulische Erziehung bestand im wesentlichen in einer Art Gehirnwäsche mit dem Ziel, die Identität der Indianer zu brechen. Erst in den 50er Jahren wurden sie allmählich anerkannt.

Aaron White's Großmutter, die in einem traditionellen achteckigen Hogan in der Wüste lebt, erzählt von ihrer Kindheit und davon, wie sie Schafe hüten und Wasser holen musste. Sie erlernte die Kunst des Teppichhandwerks von der Schafschur über das Spinnen und Färben der Wolle bis hin zum eigentlichen Weben.

Die Navajos sind besonders geschickt im Herstellen von Silberschmuck und der Verarbeitung von Türkisen. Beide Fertigkeiten haben sie seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts von den Mexikanern und Indianerstämmen aus den Plains übernommen. Auch die Malereien auf Sandsteinplatten (sandpaintings) sind keine typische Navajokunst, fanden aber sehr schnelle Verbreitung in ihrer Kultur.

Ausgangspunkt für den letzten Teil dieser Sendung ist eine Fahrt mit Leroy, einem Umwelt-Aktivisten, vom Monument Valley in die "heilige" Black Mesa, wo enorme Steinkohlevorkommen abgebaut werden. Aus diesen Bodenschätzen ergeben sich eine Reihe von Konflikten. Die Navajo lebten in einem Gebiet, das den Hopi gehört. Als die Peabody Coal Company die Ausbeutung beginnen wollte, startete eine Anfang der neunziger Jahre abgeschlossene Umsiedlungsaktion von 10.000 Navajos und 109 Hopi-Indianern der amerikanischen Regierung.

Die Peabody Group, die weltweit jährlich für mehr als 2 Milliarden Dollar Kohle in den Vereinigten Staaten und Australien fördert, unterhält eine Tochtergesellschaft mit Sitz in Flagstaff, die vier Minen in Arizona, Colorado und Montana betreibt. Zwei davon befinden sich in der Black Mesa. Die Navajos und Hopi erhalten von der Gesellschaft jährlich etwa 45 Millionen Dollar Entschädigung. Darüber hinaus werden etwa 750 Personen beschäftigt, womit Peabody der größte US-Arbeitgeber für Native Americans ist.

Die Mine in der Black Mesa wurde 1970 eröffnet und fördert jährlich etwa 4,5 Millionen Tonnen Steinkohle. Die Kohle wird zerkleinert und unterirdisch über eine Entfernung von 273 Meilen in das Edison's Mohave Kraftwerk nahe Laughlin, Nevada, gepumpt. Die benachbarte Kayenta Mine fördert seit 1973 etwa sieben Millionen Tonnen. Nach der Zerkleinerung wird sie über Förderbänder zu einem 17 Meilen entfernten Lager transportiert, auf Eisenbahnen verladen und in das 83 Meilen entfernte Navajo-Kraftwerk nahe Page in Arizona gebracht.

Das Wasser, mit dessen Hilfe die Kohle durch die Pipelines gepumpt wird, geht nach eigener Aussage den Schafen von Maxine, die mit ihrer Familie seit Generationen im traditionellen Stil hier wohnt, verloren. Am Beispiel Maxines wird der eigentliche Konflikt zwischen den Werten der Navajo und denen der Weißen besonders deutlich. Leroy sagt in der Sendung: "Die Kohlemine vergewaltigt, erdolcht täglich unsere Mutter Erde. Unsere Mutter Erde muss sich fühlen wie jemand, dem die Leber herausgeschnitten wird für Geld. Ein Dineh sollte so etwas nicht tun." Sein persönlicher Kompromiss mit der weißen Gesellschaft besteht darin, dass er "sanften Tourismus" betreibt, indem er von ihr seine Pferde über das "heilige Land" reiten lässt.

  • eine Prärie-LandschaftMonument Valley - Der Spider Rock im Canyon de Chelly.
  • eine FelswandDas White House im Canyon de Chelly. Diese Felswohnungen der Anasazi sind etwa 800 Jahre alt.
  • eine Navajo-Frau spielt GitarreAaron White, Gitarrist der Band "Burning Sky"
  • ein Navajo
  • ein FamilienportraitAaron White, mit seiner Familie
  • ein MarktstandHaupterwerbsquelle der Navajos ist der Verkauf von Schmuck und Teppichen an Touristen.
  • eine weite Landschaft
  • ein KraftwerkKraftwerk bei Page. Für die Navajos sind es die "Götter des Weißen Mannes"