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Inhalt der Sendung

Tornados fegen in regelmäßigen Abständen über North Carolina hinweg, Menschen müssen evakuiert werden. Die Wirbelstürme bringen auch den Schulalltag der Emsley A. Laney High School kräftig durcheinander.

Die Dokumentation spielt in Wilmington, North Carolina, an der Atlantikküste. Eine Region, die viele Urlauber anzieht. Zum Leidwesen der Bewohner zieht diese Küstenregion jedoch auch in regelmäßigen Abständen Wirbelstürme an. 1996 hatten sie unter "Fran" zu leiden. Die Schüler der Emsley A. Laney High School, die im Mittelpunkt der Betrachtung stehen, stört es natürlich, dass Fran einen so hohen Schaden angerichtet hat; einige haben sich über die zusätzliche Ferienwoche gefreut. Doch jetzt müssen die Vorbereitungen für die homecoming week noch schneller als sonst durchgezogen werden. Homecoming heißt, dass die Ehemaligen ihre high school besuchen. Für deutsche Jugendliche wird einiges nur schwer nachvollziehbar sein, was für die high-school-kids völlig selbstverständlich ist: die Proben mit der marching band, die an militärische Exerzierübungen erinnern, das Training der Mädchen für ihren Auftritt als cheer leader, die Freude der homecoming queen über ihren Wahlsieg und die unbekümmerte Begeisterung des männlichen Siegers; er ist König für einen Tag, "king for a day".

  • eine jung Frau vor dem SpiegelSusan Shipton von der Laney High School in Wilmington, North Carolina.
  • ein junger farbiger Mann mit einer TrompeteRafiq Pringle spielt in der Marching Band der Laney High School.

Details

Die dritte Sendung dieser USA-Reihe widmet sich drei Schwerpunkten, dem Hurrikan Fran, der im September 1996 die Küste North Carolinas erreichte, der Laney High School und einiger ihrer Schüler/innen sowie der Stadt Wilmington. Die Sendung beginnt mit eindrucksvollen Filmaufnahmen vom 5. September 1996, dem Tag, an dem der Hurrikan Fran die Küste von North Carolina, in der Nähe von Cape Fear, erreichte. Die Aufnahmen lassen erkennen, mit welcher Heftigkeit dieser tropische Wirbelsturm über das Land hinwegfegt und dabei große Schäden und Verwüstungen anrichtet. Satellitenaufnahmen helfen, den Weg und die Ausdehnung dieses Hurrikans zu verstehen. Der Einsatzleiter des Katastrophenschutzes in Wilmington berichtet von den notwendigen Evakuierungen von Bewohnern und Touristen. Auf dem Weg von der Schule nach Hause erzählt einer der Schüler der Laney High School, wie er und seine Familie persönlich diesen Hurrikan wahrgenommen haben.

Im Mittelpunkt dieser Sendung steht die Elmsley A. Laney High School in Wilmington, die von 2.000 Schüler/innen der Klassen 9-12 (Freshmen, Sophomores, Juniors, Seniors) besucht wird. Es wird das Orchester bei den Proben beobachtet. Hierzu gehört nicht nur die möglichst einwandfreie Beherrschung der Instrumente, sondern auch das gleichmäßige Marschieren, damit die Schüler/innen später beim Football-Spiel die Schule auch richtig in Szene setzen können. Es wird deutlich, dass in amerikanischen Schulen die Fachlehrer in einem festen Fachraum unterrichten, und die Schüler beim Stundenwechsel von einem Klassenraum zum anderen gehen. Dies ist auch der Grund für die Locker, die sich in den Gängen des Schulgebäudes befinden. Ein Blick in die Cafeteria zeigt, dass es sich um eine Ganztagsschule handelt, zu der zahlreiche der ältesten Schüler, die Seniors und Juniors und ggf. die Sophomores mit dem Auto, dem der Familie oder dem eigenen, kommen. Zur Schule gehört demnach nicht nur ein großer Busbahnhof, sondern auch ein entsprechender Parkplatz für die Autos der Schüler/innen. Für amerikanische Schulen ist es selbstverständlich, dass ein bewaffneter Polizist u.a. auf dem Schulhof seinen Dienst verrichtet.

Dennoch macht ein Blick auf die Schulregeln klar, dass von den Jugendlichen tadelloses Verhalten erwartet wird. Bei Verstoß gegen bestimmte Regeln drohen teilweise heftige Strafen. Die Wahl der Homecoming Queen und des Homecoming King ist eine der aufregendsten Zeiten an der Schule. Die Wahl der Homecoming Queen für 1996 wird verfolgt bis hin zum Homecoming-Dance in der Turnhalle der Schule und der Bekanntgabe der Gewinnerin.

Am Beispiel von Rafiq Pringle, Adam Bono und Susan Shipton wird das Leben von Jugendlichen etwas näher beleuchtet. Sie werden mit der Kamera nach Hause begleitet. Dabei wird sichtbar, dass Wilmington eine traditionsreiche kleine Hafenstadt ist, die Arbeisplätze im Bereich der Textilindustrie, der Glasfaserherstellung sowie der Zuliefererindustrie für Atomkraftwerke bietet. Die Geschichte der Stadt weist auf die Zeit der Unabhängigkeitsbewegung. North Carolina gehörte als 12. Staat zum ersten Bündnis der 13 Vereinigten Staaten von Amerika. Im Bürgerkrieg spielte der Hafen von Wilmington eine wichtige Rolle. Selbst die Bürgerrechtsbewegung von Martin L. King ist verknüpft mit Wilmington; denn Joseph A. McNeil, ein Freshman aus dieser Stadt, wollte im Februar 1960 zusammen mit drei Klassenkameraden bei Woolworth in Greensboro an einem der Tische, an denen nur Weiße sitzen durften, essen, statt sich an einen kleinen runden Tisch, der für Schwarze reserviert war, zu stellen. Die vier Jugendlichen weigerten sich und wurden, nachdem sie das erste sit-in der Bewegung initiiert hatten, verhaftet. Innerhalb von zwei Monaten hatte sich die sit-in-Bewegung auf 54 Städte in neun Staaten ausgebreitet. "The Greensboro sit-ins are a watershed in the history of America," said Duke University professor and civil-rights author William Chafe. (Quelle: Morning Star, Wilmington, vom 5. Februar 1997)

In der Sendung scheinen die afro-amerikanischen und die weißen Jugendlichen miteinander auszukommen. Andrew, ein Afro-Amerikaner, äußert sich in der Weise, dass die Weißen auf der einen Seite seien, die Schwarzen auf der anderen, nur in der Band spiele die Hautfarbe keine Rolle. Außer Andrew werden noch andere Seniors der Laney High School etwas näher vorgestellt, Rafiq Pringle, Adam Bono und Susan Shipton. Sie sind 17 Jahre alt, möchten nach der High School Musik, Medizin oder Physik studieren. Susan beteiligt sich zwar an der Wahl zur Homecoming Queen, kommt aber nicht in die engere Wahl. Rafiq lebt mit seiner Mutter allein, sicherlich typisch für viele afro-amerikanische Jugendliche. Er arbeitet nach der Schule in einer Drogerie. Jobs nach der Schule sind für viele, unabhängig von der Hautfarbe, allein schon deshalb notwendig, damit die Unkosten für das Auto, mit dem viele zur Schule fahren, bezahlt werden können. Am Ende der Sendung sind wir zunächst Gast beim Homecoming-Dance. Dabei ist auffällig, dass solch eine Veranstaltung von 20-22 Uhr dauert und kein Alkohol ausgeschenkt wird. Den Abschluss bildet ein Football-Spiel. Bei diesem Anlass zeigen neben den Sportlern die Marching Band und die Cheerleaders ihr Können vor der Schulöffentlichkeit. Den Höhepunkt dieser Veranstaltung bildet die Bekanntgabe der Homecoming Queen.

  • ein SatellitenbildHurrikan Fran am 5. September 1996
  • ein bild von Adam BonoAdam Bono möchte nach der High School Medizin studieren