zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Inhalt der Sendung

Las Vegas, die Boomtown des 20. Jahrhunderts, tut alles dafür, dass sich die Gäste in der künstlichen Welt wohlfühlen, die Zeit vergessen und dabei nicht so genau auf ihr Geld achten.

Die Camps der Goldsucher sind schon lange verlassen und Geisterstädte, doch kommen mehr Glücksritter nach Nevada als je zuvor; fast 30 Millionen Menschen lassen jedes Jahr rund 4 Milliarden Dollar in der am schnellsten wachsenden Stadt der USA, in der Boom-Town Las Vegas. Dass sich ausgerechnet in der unwirtlichen Mojave-Wüste die Menschen in Massen zusammengerottet haben, ist dem Bau des Hoover-Dammes in den 30er Jahren zu verdanken, der bis heute den Colorado im Black Canyon staut. Die Arbeiter hatten in Boulder City eine spielfreie Stadt, deshalb fuhren sie nach Las Vegas, wo gespielt werden durfte. Seitdem hat sich Las Vegas stetig weiterentwickelt. Nicht nur die Neonreklamen, auch die Hotels wurden immer größer, die 11 größten der Welt stehen hier. Allein im Rio-Resort-Hotel sorgen über 9.000 fleißige Hände über und unter Tage für das Wohlbefinden der Gäste. Immer neue Ideen sollen immer mehr Menschen nach Las Vegas ziehen - künstliche Vulkane, echte weiße Tiger, Shows und Lichtspektakel in einer künstlichen Unterhaltungs-Erlebniswelt.

  • StadtbildLas Vegas
  • eine Leuchtreklame

Details

Las Vegas, gegründet am 15. Mai 1906, eine der am schnellsten wachsenden US-Städte, verkörpert wie kaum eine andere den amerikanischen Traum. Während im 19. Jahrhundert die meisten Menschen auf ihrem Weg nach Westen diese wüstenhafte Region passierten, ist Las Vegas heute das Ziel von jährlich etwa 60.000 Menschen, die hier dauerhaft wohnen und arbeiten möchten und knapp 30 Millionen, die hierher kommen, um zu spielen und sich zu amüsieren. Die Zahlen für den Flughafen von Las Vegas belegen eindeutig, wie es in dieser Stadt "brummt". Kamen 1960 erst knapp 1,1 Millionen Gäste mit dem Flugzeug, waren es zwanzig Jahre später bereits mehr als 10 Millionen. Im Jahre 1996 kamen über 30 Millionen Passagiere mit dem Flugzeug bei durchschnittlich 794 planmäßigen Flügen pro Tag. In Frankfurt am Main, dem größten Flughafen auf dem europäischen Kontinent, wurden im selben Jahr 38,8 Millionen Fluggäste gezählt und 1.055 Flugbewegungen am Tag.

In der Sendung erfahren wir über Abenteurer, die um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in diese Region kamen, um nach Gold und Silber zu graben. An diese Zeit erinnern heute noch einige "ghost towns" wie beispielsweise Searchlight Area, Calico, Goldfield u.a. Die heutigen Glücksritter finden in den Hotels in Las Vegas und Umgebung mehr als 100.000 Zimmer und können sich in den hoteleigenen Casinos an über 120.000 Spielautomaten und etwa 4.000 Spieltischen vergnügen.

Wie es in einem der großen themenorientierten Hotels zugeht, wird am Beispiel des Rio Hotels gezeigt. In diesem Hotel mit seinen 2.582 Zimmern finden die Besucher 24 Stunden am Tag Vergnügen und Unterhaltung. Während viele im Casino um ihr Glück spielen, verfolgen andere die Show-Darbietungen von 36 Tänzern und anderen Künstlern. 78 Artisten sind in diesem dreizehntgrößten Hotel der Welt beschäftigt. Carla (27), eine der Tänzerinnen, ist an vier Tagen in der Woche für jeweils 12 Stunden an der Masquerade Show in the Sky beteiligt. Wie viele andere ist Carla nicht in Las Vegas geboren, sondern hierher gezogen, und zwar im Alter von 13 oder 14 von Hawaii aus. Anfangs fühlte sie sich nicht sonderlich wohl. Heute möchte sie möglichst lange als Tänzerin arbeiten und hier bleiben. Ein anderer, Louis Feriolo aus New York, wollte eigentlich seinen Ruhestand in Las Vegas verleben. Er fand aber einen Job als Chef der Metzgerei im Rio Hotel, ist verantwortlich für 30 Metzger und verarbeitet täglich Fleisch im Wert von etwa 19.000 Dollar, das sind u.a. 2.000 Pfund an Hühnerfleisch.

Die Anfänge von Las Vegas gehen auf die Zeit des Eisenbahnbaus zurück. Die berühmte Union Pacific hielt hier auf ihrer Strecke zwischen Salt Lake City und Los Angeles. Heute kommen keine Personenzüge mehr in Las Vegas an. An der Stelle des ehemaligen Bahnhofsgebäudes steht ein Hotel, schräg gegenüber eines der wenigen historischen Gebäude in Las Vegas, das Golden Gate Hotel. Die Besitzer Mark und Craig Brandenburg versuchen die alten Traditionen zu bewahren. Das Golden Gate Hotel wurde im Jahre 1906 gegründet, der Zimmerpreis betrug $1 pro Tag. Die Zimmer boten elektrisches Licht, Belüftung und Dampfheizung, aber keine Klimaanlage. Ein Jahr nach der Gründung wurde hier die erste Telefonleitung zwischen Las Vegas und der Außenwelt installiert, die Telefonnummer war 1! Nachdem die Regierung im Jahre 1931 das Glückspiel, das in Nevada 1909 verboten worden war, wieder erlaubte, expandierte das Hotel unter dem Namen Sal Sagev (Las Vegas rückwärts buchstabiert!). 1955 erhielt das Hotel seinen heutigen Namen, nachdem eine Gruppe von Italo-Amerikanern aus San Francisco nach Las Vegas gekommen war. Im Jahre 1959 startete das Golden Gate Hotel eine Tradition in Las Vegas, indem es als erstes Shrimp-Cocktails für 99¢ in den Casinos anbot. Die jetzigen Besitzer, Söhne eines der Manager aus den 50er Jahren, renovierten 1990 das Hotel und stellten den ursprünglichen Charakter wieder her, sodass es jetzt im Untertitel heißt "Las Vegas' most historic hotel."

Die Stadt Las Vegas erhielt einen mächtigen Wachstumsschub Anfang der 30er Jahre. Die Regierung von Präsident Franklin D. Roosevelt ließ ab 1931 den Hoover Damm bauen, um auf diese Weise nicht nur die Wasserführung des Colorado zu regulieren, Wasser für die wachsende Wohnbevölkerung und zur Bewässerung zu sichern sowie elektrischen Strom zu erzeugen, sondern auch die Massenarbeitslosigkeit in der Weltwirtschaftskrise abzubauen zu helfen. Dieser ehrgeizige Dammbau, 1947 offiziell nach dem 31. Präsidenten der USA, Herbert Hoover benannt, die Aufstauung des Lake Mead, der All-American-Canal, die Gründung von Boulder City, der Bau von Highways, Eisenbahnlinien usw. kosteten zur damaligen Zeit $165 Millionen, das entspricht etwa 6% der Baukosten ($1Mrd.) des riesigen MGM-Hotels mit seinem Casino und seinem Themenpark. Die etwa 5.300 Arbeiter, die beim Bau des Staudammes beschäftigt waren, lebten in Boulder City. Dort war das Glücksspiel verboten. Die Arbeiter verspielten einen Teil ihres Geldes im nahen Las Vegas. Im Bundesstaat Nevada wurde im Jahre 1931 das Glücksspiel erlaubt, um mit den Gewinnen aus dem Glücksspiel das Schulsystem zu finanzieren. Die Steuereinnahmen im Clark County, der Verwaltungsbezirk, in dem Las Vegas liegt, belaufen sich momentan auf etwa sieben Milliarden Dollar im Jahr. Das Spielvergnügen ist in Las Vegas perfekt organisiert. Alle Arten von Glücksspielen sind erlaubt und möglich. Das Glücksspiel macht zum Beispiel im Rio Hotel mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes aus. Es sind einige der großen Hotels am sog. Strip zu sehen, hier war das Bauland günstig, hier entstanden und entstehen laufend neue Hotels, in denen früher berühmte Showstars auftraten, heute andere Attraktionen auf die Gäste warten. Las Vegas ist berühmt für seine Neon-Reklamen, deren Herstellung in der Sendung verfolgt wird. In die kunstvoll verarbeiteten Neonröhren wird Argon-Gas gefüllt. Die Young Electric Sign Company hat eine lange Tradition in der Fertigung solcher Reklamelichter. Im Rio Hotel geht es besonders hektisch im Personalbüro zu, wo sich bis zu 2.000 Frauen und Männer im Monat vorstellen und nach Arbeit fragen. Das Rio Hotel beschäftigt etwa 3.400 Angestellte, die flexibel eingesetzt und bezahlt werden. Michael Caspar, Deutscher und seit zwei Jahren in Las Vegas, arbeitet als Empfangschef im Rio. Er weist darauf hin, dass kaum einer der Beschäftigten in Las Vegas eine Lehre durchläuft. Die Menschen arbeiten sich in ihren Job ein und versuchen, möglichst schnell nach oben zu kommen. Training on the job ist das amerikanische Schlagwort für diese Art der Berufsausübung.

Aufgrund des großen Zuwanderungsstromes muss sich die Stadtverwaltung von Las Vegas allen möglichen Aufgaben stellen. Dazu gehören die Bereitstellung von immer neuem Bauland, die Weiterentwicklung der Infrastruktur. Ein besonderes Problem stellt in dieser trockenen und heißen Region die ausreichende Versorgung mit Wasser dar. Pro Kopf und Tag werden etwa 1.000 Liter Wasser verbraucht, mehr als doppelt so viel wie in Tucson, Arizona, das ebenfalls in einer Trockenregion liegt. Etwa 60 Prozent des gesamten Wassers der Stadt Las Vegas wird für aufwendige Wasserspiele in den großen Hotels und für die Bewässerung der mittlerweile etwa 50 Golfplätze verbraucht. Vorsichtige Schätzungen gehen von einer Verdoppelung der städtischen Bevölkerung bis zum Jahre 2015 aus. Um den steigenden Wasserbedarf rechtzeitig zu decken, gibt es umfangreiche Kampagnen zum Wassersparen. Andererseits wird ab 1999 eine zweite Wasserleitung verfügbar sein, die den Lake Mead mit dem Nordteil der Stadt verbindet. Täglich sollen dann zusätzlich etwa 24 Millionen Liter Wasser nach Las Vegas fließen. Bis zum Jahr 2010 ist die Versorgung mit Wasser aus dem Lake Mead gesichert, danach muss neu verhandelt werden.

Während im Laufe der vergangenen 10 Jahre am Strip immer mehr und immer größere Hotels gebaut worden sind, von deren interessanter Bauweise und vor allem ihren unterschiedlichen Attraktionen in der Sendung ein guter Eindruck vermittelt wird, verlor die Innenstadt mit der Fremont Street zunehmend an Zuspruch. Aus verschiedenen Plänen, dem entgegenzuwirken, wurde einer ausgewählt und umgesetzt. Die Fremont Street wurde für den Autoverkehr gesperrt und von einem gigantischen Dach aus 2,1 Millionen Lampen überspannt. Auf diese Weise gelang es, die Attraktivität zu steigern. Die Sendung endet mit einer Äußerung von Carla, der Tänzerin. Sie sagt: "Wir haben hier in Amerika unheimlich viele Möglichkeiten, was das Business und die Freiheiten betrifft, aber kämpfen gehört auch dazu, nur so kannst du es schaffen. Das stört mich nicht."

  • zwei Tänzerinnen
  • eine Tänzerin mit Kostüm
  • ein Leuchtschrift bei Tag
  • ein Hotel
  • ein Hotel
  • ein HotelDie 11 größten Hotels der Welt stehen in Las Vegas
  • ein Mann in weisser ArbeitskleidungLouis Ferido
  • ein Mann hält einen Hummer
  • eine Baustelle
  • Canyon mit staudammHoover Damm
  • ein Baugerüst
  • eine Leuchtreklame
  • ein Wagen vor einem Saloon