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Inhalt der Sendung

Ford, Chrysler und General Motors haben in Detroit ihre Zentrale. Nicht umsonst nennt man sie die Stadt der Motoren, Motown. So heißt auch die Plattenfirma von Berry Gordy, deren Musiker in den 1960 und 1970er Jahren die Hitparaden stürmten. Stars wie Diana Ross, Michael Jackson, die Four Tops oder Stevie Wonder wurden weltberühmt.

Detroit, die älteste Stadt des Mittleren Westens, steht für die Geschichte der Industrialisierung des Landes. Henry Ford erfand hier das Fließband, das Automobil erschloss den weiten Raum der USA und setzte die Amerikaner in Bewegung. Da verwundert es wenig, dass man Detroit "Stadt der Motoren" nennt und die großen Drei der US-Automobilindustrie hier ihre Zentrale haben: General Motors, Chrysler und Ford. Den eingängigen Namen Motown wählte auch ein ehemaliger Fließbandarbeiter bei Ford für seine Plattenfirma. Berry Gordys Motown-Musiker stürmten in den 60er und 70er Jahren die Hitparaden der Welt: Diana Ross, Michael Jackson, Marvin Gaye und Stevie Wonder. Auf eine ähnliche Karriere hoffen die Nachwuchsstars von Jerry Capaldi. Der Musikproduzent hofft, an die einstigen Erfolge von Motown anknüpfen zu können. Auch die Stadtoberen von Detroit sind vom wirtschaftlichen Aufschwung der Motorenstadt überzeugt, die in den 70er Jahren eine schwere Krise durchgemacht hat. Eine neue Blüte für die Auto- und die Musikindustrie? Das Wunder von Detroit könnte wahr werden.

  • ein Grossplakat in der StadtDetroit, Michigan, Autostadt an den großen Seen
  • das Heck eines WagensHeiße Schlitten gehören in Detroit zum Stadtbild

Details

Sheriff Althea René begegnen wir zu Beginn dieser Sendung. Sie arbeitet im Wayne County Jail in Detroit, wo sie weibliche Untersuchungshäftlinge bewacht. Die alleinerziehende Mutter von zwei Jungen lebt in einem Reihenhaus. Seit ihrem 6. Lebensjahr spielt Althea Querflöte, tritt abends in Clubs auf und träumt immer noch von einer Profikarriere. Sie spielt u.a. im Intermezzo-Club in Downtown Detroit, einem der Treffpunkte der schwarzen Mittel- und Oberschicht, die sich erst nach der Bürgerrechtsbewegung in den 60er Jahren in den USA herausgebildet hat.

Musik spielt für die Stadt des Autos eine überragende Rolle. Hitsville, USA, nannte Berry Gordy das kleine Haus am Stadtrand von Detroit, in dem er 1959 mit geborgten $800 eine Schallplattenfirma gründete. Dem Aufstieg und der Geschichte der Motown Record Company, die der ehemalige Fließbandarbeiter Gordy berühmt machte, sind die folgenden Seqenzen gewidmet. Das Motown Label konnte nach und nach talentierte schwarze Künstlerinnen und Künstler verpflichten und zu Weltruhm führen. Zu den Stars dieser Plattenfirma gehörten Smokey Robinson and the Miracles, die 1960 den ersten million seller landeten, The Supremes, The Four Tops, Stevie Wonder, The Jackson Five mit ihrem damals bereits herausragenden Michael Jackson. Die Musikfirma nahm einen schwindelerregenden Verlauf und landete einen Hit nach dem anderen. Auf diese Weise gelang es Berry Gordy zum ersten Male, dass der Musik der Afro-Amerikaner ungeteilte Aufmerksamkeit zukam. Einer der Gründe war sicherlich auch Gordys Bemühen, die Songs seiner Stars so zu gestalten, dass sie sich im Autoradio gut anhörten.

Detroit ist seit jeher die Stadt, in der das Leben und die Zukunft der Bevölkerung weitestgehend von den drei großen Autofirmen General Motors, Ford und Chrysler beherrscht wird. General Motors beschäftigt in den USA allein 391.000 Frauen und Männer, Ford hat in den USA 290.000 Menschen auf der Gehaltsliste und der dritte der "Großen Drei", Chrysler, beschäftigt immerhin 94.000 Personen. In den USA sind insgesamt etwa 2,3 Millionen Menschen direkt oder indirekt in der Autobranche beschäftigt. 300.000 Detroiter verdienen ihr Geld durch die Autoindustrie. So ist es nicht verwunderlich, dass Autos eine dominierende Rolle in dieser Stadt spielen. Einige Autofreaks zeigen stolz ihre phantasievoll gestylten alten Limousinen und Sportwagen.

Die Geschichte des Autos begann mit Henry Ford, der das legendäre Model T entwickelte, von dem in der Zeit von 1908 bis 1927 etwa 15 Millionen Stück gebaut wurden. Ford ersann die Fließbandherstellung seiner Autos, lockte eine große Anzahl von Afro-Amerikanern aus den Südstaaten an, um in Detroit zu arbeiten. Clever erhöhte er den Stundenlohn seiner Arbeiter, sodass sie über genügend Geld verfügten, das neue Auto auch kaufen zu können. Durch die Massenfertigung seit dem Jahre 1914 konnte der anfängliche Preis von $850 auf $290 im Jahre 1924 gesenkt werden. Das Model T überzeugte durch seine Einfachheit und Robustheit. Ford soll einmal gesagt haben, "You can paint it any color, so long as it's black." Nachdem nur wenige technische Details im Laufe der Zeit verändert wurden, fand es nicht mehr genügend Käufer, sodass die Produktion im Mai 1927 endgültig eingestellt wurde.

Die Stadt Detroit, die im Jahre 1950 1.849.568 Einwohner zählte, hat 1990 nur noch 1.027.974, die Arbeitslosenrate lag im September 1993 bei 13,2%, damit bundesweit unter den Großstädten an der Spitze. 32,4% lebten an der Armutsgrenze. Das mittlere Jahreseinkommen betrug zu dem Zeitpunkt $34.707. In den 60er Jahren begann in Detroit wie in vielen anderen Städten in den USA und anderswo der Verfall der Innenstädte. Je mehr Afro-Amerikaner in die Innenstädte kamen, desto mehr Weiße zogen in die feineren Vororte. "In den frühen Morgenstunden des 23. Juli 1967 stürmten (weiße) Polizisten eine hauptsächlich von Schwarzen besuchte Bar an der 12. Straße. Der Razzia folgten Schlägereien. Häuser gingen in Flammen auf. Fünf Tage lang hing Rauch über der Stadt. Panzer rollten ein. Am Ende waren 683 Gebäude zerstört, 43 Menschen hatten ihr Leben lassen müssen." (Kölner Stadt-Anzeiger vom 04.11.1997) Einen weiteren Tiefschlag musste die Auto-Stadt Detroit zur Zeit der Ölkrise in den frühen 70er Jahren verkraften. Während der Verkauf von Autos bis 1973 stetig angestiegen war, fielen die Verkaufszahlen von etwa 11,5 Millionen im Jahre 1973 auf 8,8 Millionen im Jahr darauf. Aus der blühenden Stadt, einst dem Steel Belt zugerechnet, wurde ein trauriges Beispiel für eine verfallende Großstadt im sog. Rust Belt. Erst 1976 begann die Autoindustrie sich allmählich von den Folgen des Ölschocks zu erholen. Die Stadt selbst hat bis heute den Niedergang noch nicht komplett ausgleichen können. Ausführlich widmet sich die Sendung den Anfängen der industriellen Fertigung von Autos und vergleicht die frühen Formen der Massenproduktion mit dem Einsatz modernster Technologie in den heutigen Autowerken. Einige Neuentwicklungen der Fa. Chrysler sind auf der firmeneigenen Teststrecke zu beobachten.

Von dem Aufwärtstrend der Autoindustrie hat auch die Stadt Detroit selbst profitieren können. Als auffälligster Beweis für diese positive Entwicklung kann das Renaissance Center gesehen werden, ein riesiger Komplex mit fünf futuristisch anmutenden Türmen am Detroit River umfasst ein Hotel, Einkaufspassagen und vor allem den neuen Hauptsitz des Autoriesen General Motors, der seine Weltkonzernzentrale demonstrativ hierhin verlegt hat. Ein weiterer Beleg für die Wiederbelebung der Innenstadt ist ein neues öffentliches Personennahverkehrssystem, was eigentlich in krassem Widerspruch zu der autobestimmten Stadt Detroit steht. Seit seinem Einsatz im August 1987 ist der Detroit People Mover ein wichtiges Transportmittel in der Innenstadt. Allerdings verbindet er auf einer nur 2,9 Meilen langen Strecke, die in 15 Minuten zurückgelegt wird, lediglich größere Verwaltungsgebäude, Hotels, Restaurants und Einkaufszentren in der Innenstadt miteinander. Detroit ist und bleibt eine Stadt des Autos.

Zum Ende der Sendung wird eine der wichtigsten Wurzeln afro-amerikanischer Musik vorgestellt, die Gospel-Musik, die traditionell in den Kirchen der Schwarzen zu finden ist. Marcus Divine ist einer derjenigen, die die Musik der Kirche zum Sprungbrett für seine Karriere nutzen möchten, ähnlich wie viele andere berühmte Interpreten, z.B. Whitney Houston. Die Teilnahme an einem Gottesdienst vermittelt einen Eindruck von der Kraft und Lebendigkeit dieses Musikstils, der Religiosität, Rhythmus und Emotionalität eindrucksvoll verknüpft. Aus der Gospel-Musik ist unter anderem die Soul-Musik hervorgegangen, die Berry Gordy mit seiner Motown Record Company so erfolgreich gemacht hat. Die Musiker, die in dieser Sendung zu Wort und zu Gehör kommen, wünschen sich alle einen ähnlichen Erfolg wie Berry Gordy und seine Künstler. Haben sie Erfolg, wird auch die Stadt Detroit wieder ideellen und wirtschaftlichen Erfolg haben.

  • eine farbige FlötistinAlthea René
  • Möwen fliegen über einen SeeDetroit, die Stadt an den großen Seen
  • ein Haus mit Portal
  • Luftaufnahme eines Sees
  • das Heck eines Wagens
  • ein mann mit Sonnenbrille und e-gitarreP-Rock