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Der Film kann von Klasse 5 bis 13 in allen Schularten in den Fächern Erdkunde, Chemie, Physik und NWT (Naturwissenschaft und Technik) eingesetzt werden.
Sein Einsatz in Erdkunde bietet sich vor allem deshalb an, weil in diesem Fach in besonderem Maße eine ganzheitliche Betrachtungsweise gefordert wird. Dieser Forderung trägt der Film Rechnung, denn er nähert sich dem Thema „Erdöl"“ aus verschiedenen Perspektiven. Wirtschaftliche Fragen (Produktionsprozesse und -bedingungen) werden genauso angesprochen wie geologische Sachverhalte (Erdölentstehung) und ökologische Bereiche (Gefährdungspotential).
Für das Fach NWT kann man beispielhaft folgende Bezüge herstellen: Bei den Schülern soll fächerverbindendes naturwissenschaftlich-technisches Denken geschult werden. Mit dem Film „Multitalent Erdöl“ kann dies zweifelsohne geschehen, denn die Chemie des schwarzen Goldes spielt genauso eine Rolle wie die physikalischen Grundlagen der Hightech bei der Suche und Förderung von Erdölvorkommen. Auch soll das Fach NWT zum Verständnis für industrielle Produktionsabläufe beitragen und sich mit den Möglichkeiten der Energienutzung beschäftigen.
Der Bildungsplan des Faches Chemie fordert nicht nur die Vermittlung rein fachwissenschaftlicher Sachverhalte. Ein zentrales Anliegen ist es, dass den Schülern bewusst wird, wie sehr die Anwendung chemischer Erkenntnisse zur Lebensqualität und zum gegenwärtigen Lebensstandard beiträgt. Bereits die Einstiegssequenzen tragen zu diesem Bewusstsein bei, denn hier erfahren die Schüler eindrücklich, dass sie ohne Erdöl ganz schön alt aussehen würden. Und wer kann sich schon ein Leben ohne Kunstfaserklamotten, CDs und Fernbedienung vorstellen? Auch fachwissenschaftliche Erkenntnisse im engeren Sinne vermittelt der Film. Die Schüler werden sowohl mit Kohlenwasserstoffen als Energieträger vertraut gemacht als auch mit petrochemischen Produkten (TC 11.54 – Ende). Detailliert wird auf die chemischen Verbindungen nicht eingegangen. Insofern müssen gegebenenfalls im Unterricht Informationen darüber geliefert werden.
Der Bezug zum Fach Physik ist über die technische Anwendung physikalischer Kräfte herzustellen. Hätte die Physik solche technischen Anwendungen nicht ermöglicht, dann wäre die Erdölsuche noch heute ein sehr zeit- und kostenaufwändiges Geschäft. Dies verdeutlicht der Film. Er führt darüber hinaus sehr anschaulich in die Grundlagen seismischer Messungen ein. (TC 3.23 – 5.12).
Für den Einsatz von „Multitalent Erdöl“ im Unterricht ist grundsätzlich auf Folgendes zu achten: Es handelt sich um einen Film mit sehr hoher Informationsdichte. Deshalb ist davon abzuraten, den Film in der Sekundarstufe I im Ganzen zu zeigen. Insbesondere im Erdkundeunterricht von Unterstufenklassen kann er zur Erarbeitung nur in kurzen Sequenzen eingesetzt werden, die jeweils gut aufbereitet werden müssen. Lediglich wenn der Film als Wiederholung am Ende des Themas „Erdöl“ gezeigt wird, kann er als Ganzes gezeigt werden. In der Sekundarstufe II ist der Einsatz des Filmes im Ganzen aber durchaus denkbar, wie der folgende mögliche Unterrichtsentwurf zeigt (siehe unten).
Die Stärke des Filmes liegt in seiner ganzheitlichen Betrachtung des Themas Erdöl. Daraus ergibt sich – wie die Lehrplanbezüge zeigen – ein hohes Maß an Interdisziplinarität. Den Schülern kann also klar gemacht werden, wie wichtig vernetztes Denken ist. Abgesehen von den bereits genannten Aspekten und Lehrplanbezügen verdeutlicht „Multitalent Erdöl“ auch eine zentrale Problematik unserer Zeit: Innerhalb kurzer Zeit haben die Industriegesellschaften ein 150 Millionen Jahre altes Erbe verprasst. Ausgehend von diesem Gedanken kann mit den Schülern oberer Sekundarstufe I-Klassen beziehungsweise der Sekundarstufe II der Begriff der Nachhaltigkeit diskutiert werden und damit zum Thema „regenerative Energien beziehungsweise Kernenergie als Ausweg“ übergeleitet werden.
Einstieg: Den Schülern wird eine erste kurze Filmsequenz gezeigt, welche die Gegenstände des Alltags zeigt, die aus Erdöl hergestellt werden.
Der Film kann als Einstieg in das Thema Erdöl gezeigt werden. Dies hat den Vorteil, dass das Mindmapping, eine zentrale Arbeitstechnik der Geografie, geübt werden kann. Der Unterrichtsgang könnte folgendermaßen aussehen:
Für die Informationsbeschaffung der Experten muss Literatur bereitgestellt werden. Empfehlenswert ist der Einsatz der neuen interaktiven CD-ROM des Multimedialen Schulfernsehens: „total phänomenal – Zehn naturwissenschaftliche Themen interaktiv erforschen“. Auf dieser CD-ROM befinden sich zum Thema Erdöl folgende Kapitel:
Zu diesen Themen können also weitere Informationen gewonnen werden. Außerdem existieren ein Glossar sowie eine Link- und Literaturliste. Die Linkliste vereinfacht die Informationsbeschaffung im Internet. Soll beispielsweise das Thema „Erdölaufbereitung in Raffinerien“ vertieft werden, steht auf der CD-ROM die virtuelle Raffinerie zur Verfügung, in der die wichtigsten Schritte vom Rohöl bis zum fertigen Produkt erklärt werden.
© Text: Silke Harrer, unterrichtet Biologie, Erdkunde und Ethik am Goethe-Gymnasium in Freiburg.
© Sie ist freie Mitarbeiterin bei Multimedia-Produktionen und Lehrerfortbildungen des SWR-Schulfernsehens und Mitglied der Projektarbeitsgruppe „Tiere und Pflanzen“.
