zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Unterricht: Interview

DVD im Test: Interview mit Lehrerin Andrea Jütte-Schulten


In der Pilotphase des Multimedia-Projekts "SOS - Wer hilft den Speedonauten?" hat Andrea Jütte-Schulten mit ihrer 4. Klasse an der Brechtener Grundschule in Dortmund die begleitende DVD mit ihren interaktiven Aufgaben und Materialien getestet. Wir sprachen mit ihr über ihre Erfahrungen: Wie war die Resonanz der Kinder? Wie hat sie das Projekt in den Schulunterricht integriert? Und wurde die Schreibmotivation der Kinder gefördert?

  • Eine Schülerin sitzt vor einem Computer-Bildschirm.Schülerin liest aus ihrem Logbuch vor; Rechte: WDR

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Projekt "SOS - Wer hilft den Speedonauten" in Ihrem Unterricht gemacht?

Insgesamt positive Erfahrungen. Die Kinder waren sehr motiviert bei der Sache und haben sehr konzentriert an den Computern und auch an den Arbeitsblättern gearbeitet.

Wie konnten Sie das Projekt in Ihren Unterricht integrieren und wie viele Unterrichtsstunden haben Sie dafür benötigt?

Da ich mir die Folge "Der Fluch des weißen Wales" ausgesucht hatte, wurde das Angebot in ein offenes, fächerübergreifendes Projekt zum Thema "Wale" integriert. Insgesamt haben wir fünf Schulwochen daran gearbeitet, allein an den "Speedonauten" täglich ein bis zwei Unterrichtsstunden.

Nach welchen Kriterien haben Sie das von Ihnen eingesetzte Thema ausgewählt?

Ich war mit meiner Klasse kurz vor den Sommerferien für eine Woche auf Klassenfahrt auf der Insel Langeoog. Daher bot sich als Anknüpfung die Folge über die gestrandeten Wale an.

  • Schüler sitzen an einem Tisch und lösen Aufgaben auf Arbeitsblättern. Schüler arbeiten mit Arbeitsblättern; Rechte: WDR

Das Projekt baut auf Filmen mit einem offenen Ende auf. Wie sind die Kinder damit umgegangen?

Zwischendurch haben die Kinder schon mal gesagt, dass sie gerne wüssten, wie es jetzt wirklich weiter geht. Obwohl sie auch im Logbuch ihr eigenes Ende geschrieben haben, glaube ich, sie hätten schon gerne ein filmisches Ende vor Augen gehabt.

Aber als Motivationsanreiz hat die Kombination aus Fernsehen, Computeraufträgen und Arbeitsblättern funktioniert?

Ja und ich denke, gerade dieser Wechsel zeichnet das Projekt auch aus. Nicht jedes Kind hatte auch immer Lust auf die Arbeit am Computer und hat sich dann die schriftlichen Arbeitsblätter genommen. Die Arbeit am PC stand aber schon im Mittelpunkt.

Wie sieht an Ihrer Schule die PC-Ausstattung aus? Hatte jedes Kind einen eigenen Computer oder wie haben Sie die Arbeit an den PCs gelöst?

Im Klassenraum stehen zwei PCs, im Computerraum sieben PCs. Weil meine Klasse nur von 20 Kindern besucht wird - der Regelfall ist 25 bis 30 -, war die Arbeit recht leicht zu organisieren. Immer zwei Kinder haben gemeinsam an einem PC gearbeitet, andere Kinder arbeiteten an ihrer Projektmappe weiter.

In dem Logbuch sollen die Kinder die Geschichte der Speedonauten selbst zu Ende schreiben. Wie gingen die Geschichten denn weiter?

Es waren sehr schöne Geschichten dabei, sehr umfangreiche und das Ende war eigentlich bei allen Kindern unterschiedlich. Die Kinder versuchten zunächst schon, sich darauf zu beziehen, wie es jetzt mit Onkel Theobald und Anna weitergeht. Dann merkte man bei einigen aber, dass sie in eine Abenteuergeschichte abdrifteten. Das finde ich aber auch gar nicht schlimm, wenn die Schreibmotivation dadurch angeregt wird.

  • Eine Speedonauten-Urkunde liegt auf einem Tisch. Zum Abschluss gibt es Speedonauten-Urkunden; Rechte: WDR

Worin sehen Sie die Vorteile des Projektes "SOS - Wer hilft den Speedonauten"?

In dem sinnvollen Einsatz neuer Medien, der Förderung der Selbsttätigkeit der Kinder und der Verknüpfung mehrerer Zugangsebenen (visuell, auditiv), in der Einbettung in den "normalen" Unterricht und Ergänzung eines Projektes sowie in den vielfältigen und abwechslungsreichen Arbeitsmöglichkeiten.

Das Projekt "SOS - Wer hilft den Speedonauten" soll Lese- und Schreibkompetenzen bei Kindern fördern. Wurde dieses Ziel erreicht? Obwohl die Lese -und Schreibkompetenzförderung im Mittelpunkt stand, haben die Kinder dieses kaum wahrgenommen. Für die Kinder stand das schnelle Lösen der Aufträge im Mittelpunkt und vielfach wurde Aufgaben als besonders interessant eingestuft, wenn diese nicht unbedingt viel mit Lesen und Schreiben zu tun hatten, zum Beispiel das Anhören von Walgesängen. Allerdings war zu beobachten, dass gerade die Kinder, die nicht so gerne Lesen oder Schreiben viel Spaß dabei hatten und sich ausdauernd mit den Aufgaben beschäftigten.

Können Sie sich vorstellen, noch eine weitere Speedonauten-Folge im Unterricht einzusetzen?

Ja, wenn es thematisch passt. Ich könnte mir zum Beispiel die Folge mit den Pharaonen vorstellen und das auch in anderen Fächern, zum Beispiel im Religionsunterricht.

Die Fragen stellten Silke Rehren und Ute Schlotterbeck.