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Unterricht: Der Deutsche Herbst

Der Film zeigt die Ereignisse in den Jahren 1975 bis 1977. Im Mittelpunkt stehen der Prozess in Stuttgart-Stammheim gegen die Vordenker der Roten Armee Fraktion (RAF) und die Versuche der zweiten RAF-Generation, die Gefangenen freizupressen. In den Unterrichtsvorschlägen geht es vor allem um die Reaktion des Staates. Der inhaltliche Schwerpunkt passt besonders in den Politik- und Gemeinschaftskunde-Unterricht. Wie reagiert eine "wehrhafte Demokratie", ohne ihre grundlegenden Prinzipien aufzugeben? In welchem Spannungsfeld bewegt sich der demokratische Staat?

Vorschläge für den Unterricht

In Arbeitsblatt 1 "Fragen zum Film" werden zunächst die Ereignisse aufgearbeitet. Die Fragen lenken auf das Schwerpunktthema "Reaktionen des Staates und gesellschaftliches Klima" hin.

Die starke Polizeipräsenz und die scharfen Polizeikontrollen sowie das aufgeheizte, stark polarisierte Klima haben die Gesellschaft tief verunsichert.
Wenn Sie als Lehrer noch bewusste Erinnerungen an die Zeit haben, erzählen Sie den Schülern davon. Oder laden Sie einen älteren Kollegen ein, der seine Erlebnisse schildert und den Schülern einen emotionalen Zugang zum Thema ermöglicht.

Wenn Sie mehr Zeit investieren können, lassen Sie die Schüler Zeitzeugen befragen. Auf Arbeitsblatt 2 "Zeitzeugen" geben wir Tipps für die Befragung. Die Ergebnisse können in Form eines journalistischen Interviews aufgeschrieben werden.
Als Alternative können die Schüler eine Medienrecherche machen: Wie berichteten damals verschiedene Medien (regionale Tagespresse, überregionale Tageszeitungen unterschiedlicher Richtungen, z. B. Welt und Frankfurter Rundschau)?

Im Herbst 1977 musste die Regierung schwerwiegende Entscheidungen treffen, bei denen sie auch den Tod von Menschen in Kauf genommen haben. Ein Artikel über ein Gespräch mit dem damaligen Regierungssprecher Klaus Bölling auf Arbeitsblatt 3 "Dilemma" macht diese Schwierigkeiten deutlich.

Welche Mittel verbieten sich für einen Rechtsstaat? Auf Arbeitsblatt 4 "Rechtsstaat" haben wir einige Vorschläge zitiert, die 1977 zwar diskutiert wurden, aber die Grenzen des Rechtsstaats eindeutig überschritten hätten. Ob diese Vorschläge tatsächlich in dieser Form im Krisenstab gemacht worden sind, ist nicht eindeutig belegt. Es geht vor allem darum, abzuwägen, was ein demokratischer Staat darf und was nicht. Es ist in Deutschland rechtswidrig, Entführer zu erschießen, die Geiseln ermordet haben.
Die Diskussion lässt sich auch mit aktuellen Entscheidungssituationen verbinden: 2006 kippte das Bundesverfassungsgericht das Luftsicherheitsgesetz der rot-grünen Bundesregierung, das der Bundeswehr gestattete, entführte Passagierflugzeuge abzuschießen. Leben dürfe nicht gegen Leben abgewogen werden, mahnten die Richter. Der Staat dürfe nicht Unschuldige an Bord eines Flugzeugs töten, um die Menschen am Boden vor einem Anschlag zu schützen.

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