zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.
Das Internet ist eigentlich ein weltweites Netzwerk zum Austausch von Daten. Schneller, als über das Internet, lassen sich Informationen nicht finden. Ob die Informationen auch besser sind, als in Büchern, Zeitungen oder im Fernsehen, ist eine Frage, die nicht eindeutig zu beantworten ist. Es kommt auf die Glaubwürdigkeit der Quellen an, jede Information muss auf ihre Verlässlichkeit geprüft werden. Falsche, unsachliche oder oberflächliche Darstellungen finden sich in allen, in alten wie in neuen Medien. Kurz gesagt: Meinungsmüll gab es schon immer.
Fehlinformationen, einmal ins Netz gestellt, sind auch dann noch im Netz zu finden, wenn sie schon längst korrigiert wurden. Das Schlagwort heißt „Copy & Paste“. Beispielsweise werden ganze Ausschnitte aus dem Online-Lexikon Wikipedia kopiert und weiterpubliziert. Befinden sich darin falsche Angaben, bleiben diese in unzähligen weiteren Webseiten bestehen, auch nachdem Wikipedia den Fehler längst behoben hat. Die schier unendliche Masse an Quellen im Internet erschwert die Arbeit herauszufinden, ob ein Sachverhalt wahr ist. Aber sie macht sie nicht unmöglich, professionelle Quellenkritik – wer steckt dahinter, welche Zwecke werden verfolgt – ist gefragter, als je zuvor.
Wikipedia ist heute ein weltweit bekanntes und genutztes Online-Lexikon, mit der Besonderheit, dass sich jeder, nicht nur Experten, an der Produktion und Verbreitung von Wissen beteiligen kann.
EU-Initiative für mehr Sicherheit im Internet ein. Bietet zahlreiche Informationen und Materialien an.
Hat unter anderem das Ziel, Nutzer sozialer Netzwerke für das Thema Datenschutz zu interessieren.
E-Mail, Suchmaschinen, Chatrooms, Online-Handel, Blogs, Webforen und soziale Netzwerke – das Internet bringt ständig neue Formen der Interaktion zwischen den Menschen hervor. Diese vielfältigen, zusätzlichen Möglichkeiten brechen mit der Dominanz der „alten“ Medien. Das liegt vor allem an der sehr niedrigen Zugangsschwelle, die das Internet gegenüber den Printmedien und dem Rundfunk auszeichnet. Dort kommen in der Regel nur professionelle Journalisten zum Zug, zudem muss alles von Redakteur und Chefredakteur abgesegnet sein. Ganz anders im Internet: Jeder kann aktiv werden, kann Texte, Filme oder eigene Radiosendungen per Podcast publizieren. Jeder kann sich jederzeit zu allem, auch politisch, äußern. Was die Informationsvermittlung und die freie Meinungsbildung betrifft, wird häufig von einer „Demokratisierung“ dank des Internets und seiner Technologien gesprochen.
Wie trat man früher in Kontakt zu Politikern? Immerhin handelt es sich um unsere Volksvertreter, demokratisch dazu auserwählt, unsere Bedürfnisse und unsere Meinungen in politische Zukunftsentscheidungen einfließen zu lassen. Wie also ihnen unsere Bedürfnisse und Meinungen vermitteln? Seltene Sprechstunden beim Wahlkreisabgeordneten, Briefe schreiben, Bürgerprotest organisieren? Heute geht das viel einfacher und effektiver: Abgeordnete kann man gezielt über ihre eigenen Webseiten erreichen, die Parteien betreiben eigene Internet-Foren, und es gibt neutrale Portale wie zum Beispiel Abgeordnetenwatch. Wer hier auf öffentliche Nachfragen nicht reagiert, macht keine Punkte für die nächste Wahl.
Vereinfacht hat sich auch die Teilhabe an politischen Entscheidungsfindungen. Über Online-Petitionen und Bürgerforen formieren sich Gruppen, deren außerparlamentarischer Einfluß zunehmend größer wird. Und Blogger können als „Laienjournalisten“ frei, ohne Rücksicht auf Auflage oder Quote, sagen, was sie denken. Mehr Meinungsfreiheit gab es nie zuvor.
Kritik und Kontrolle bietet die Internetplattform Abgeordnetenwach.de: Man erfährt zum Beispiel auch, wie Abgeordnete im Parlament abstimmen.
Blogger sind in der Regel Laienjournalisten, wobei es mitunter auch bloggende Journalisten gibt, die in ihren Blogs veröffentlichen, was in der Zeitung, in der Sendung keinen Platz findet. Und in der Regel sind Blogs keine Massenmedien, sondern öffentlich zugängliche Online-Tagebücher. Die Bloggerwelt – auch Blogosphäre genannt – ist zu ausdifferenziert, um wirklich große Massen zu ereichen. Ab und zu vermag sich ein Blogeintrag mal weiter als andere im Netz auszubreiten, wenn er verlinkt, verschickt oder immer wieder zitiert wird. Dann kann er annähernd massenmediales Aufsehen erregen. Doch im Allgemeinen stellen Weblogs nicht die gleiche Öffentlichkeit her, wie es herkömmliche Massenmedien, auflagenstarke Zeitungen oder quotenreiche Fernsehsendungen, tun. Um skandalöse Vorgänge in Politik und Wirtschaft effektiv anzuprangern, ist aber ein großes Echo in der Öffentlichkeit notwendig. Zudem muss hier absolut wasserdicht recherchiert worden sein, zuverlässige Quellen müssen zur Verfügung stehen. Das sind die Kernaufgaben von gut ausgebildeten, investigativen Journalisten. Hier zeichnet sich keine Wachablösung durch die Internet-Blogger ab. Eine Ergänzung zu den „alten“ Medien, vor allem in Zeiten der Medienkrise, sind sie allemal.
Die Tatsache, dass jeder Laie als Blogger auftreten kann, dass vielfach nur „belangloses Zeug“ verbreitet wird, veranlasst so manchen Internetkritiker von einer „Verflachung“ der politischen Berichterstattung zu warnen. Sie beklagen, dass die millionenfachen Einblicke ins Privatleben und in die Privatmeinungen der Internetsurfer kaum bis gar keine öffentliche Relevanz besitzen. Hinter dieser Ansicht steckt im Umkehrschluss, dass nur Wenige, nur Profis, das Recht auf Meinungsäußerung haben sollten.
Natürlich setzt seriöse Berichterstattung eine Reihe von journalistischen „Spielregeln“ voraus, die aber nicht nur Profis in der Lage sind zu berücksichtigen. Es gibt durchaus ernst zunehmende, politisch seriöse und die gesellschaftlichen Entwicklungen kritisch betrachtende Blogs, die eine Bereicherung in der Medienlandschaft darstellen. Allerdings gilt auch hier, was für jede Art der Informationsverbreitung im Netz gilt: Man muss ihr mit kritischem Blick begegnen.
Die Entwicklung zeigt außerdem, dass Journalisten immer öfter auf Blogger zurückgreifen, denn die sind einfach schneller und zudem international unterwegs. Das kommt beispielsweise bei Katastrophen zum Tragen, wie etwa bei Erdbeben oder bei der Massenpanik an der Love-Parade in Duisburg 2010. Augenzeugen stellen ihre Berichte, ihre Bilder direkt und zeitnah auf ihren Blogs oder in soziale Netzwerke ein.
Sie benötigen den Flash Player um die Filme auf dieser Seite abzuspielen.
„Also das ist die deutsche Blogosphäre. Das sind die ganz vielen Blogs, die sich aufeinander beziehen. Das hier ist carta, also ein gar nicht so kleiner Punkt in diesem dicht vernetzten Werk. Man darf jetzt die Blogosphäre nicht wie klassisch als Einzelpublikationen sehen, sondern wir sind sozusagen Teil eines Schwarms, der jetzt da schwimmt.// Der entscheidende Punkt ist, dass Blogs Ihnen die Freiheit bieten, dass Sie publizieren können, was Sie wollen, wann Sie wollen. Wenn Sie für eine klassische Publikation schreiben, dann muss es erstens dem Redakteur gefallen und zweitens dem Chefredakteur gefallen. Dann muss noch Platz dafür da sein.“ (00:46)
Sie benötigen den Flash Player um die Filme auf dieser Seite abzuspielen.
„Gesetzentwürfe sind im Kabinett, im Bundeskabinett am Mittwochmorgen, und wenn dann am Mittwochmittag die Bundesbundespressekonferenz stattfindet zu den Gesetzentwürfen, dann treten dort die Minister auf und reden über die Gesetzentwürfe. Die Journalisten kennen in dem Moment aber nicht die Gesetzentwürfe. Möglicherweise ist es aber mit Hilfe des Internets schon möglich, dass sie schon am Dienstagabend einen solchen Gesetzentwurf haben. Und sie müssen gar nicht mehr zur Pressekonferenz gehen. Sie können dann diesen Gesetzentwurf, // dann eben besprechen. Wir sind da viel unabhängiger von dem, was uns dann am Ende irgendwelche Minister verkaufen. Und ein großes Manko des Journalismus ist es, dass häufig eben nicht Gesetze gelesen werden, sondern einfach gesagt wird, Minister XY hat gesagt, in dem Gesetz steht das und das.“ (00:53)
Carta ist ein von Journalisten betriebener Blog zum Thema Medien und Politik.
Die Betreiber des Blog bezeichnen ihr Angebot selbst als: „Politische Plattform für Freiheit und Offenheit im digitalen Zeitalter“.
Bietet ein monatlich aktualisiertes Blog-Ranking an.
© Text: Kerstin Stoll
