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Hintergrund: Geschichte der Bundeswehr

Kriegsende: Deutschland im Spannungsfeld der Interessen

  • Stadt in Trümmern (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Zerstörtes Deutschland 1945
  • Wehrmachtsoldaten mit erhobenen Händen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Kapitulation der deutschen Wehrmacht 1945
  • Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnet die Kapitulationsurkunde (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel am 8.Mai 1945

Im Jahr 1945 sah es zunächst nicht so aus, als würde es jemals wieder deutsche Streitkräfte geben, oder als sollten diese gar außerhalb des eigenen Territoriums operieren. Zwei Weltkriege waren von deutschem Boden ausgegangen. Die deutsche Wehrmacht hatte mit einem bislang beispiellosen Angriffs- und Vernichtungsfeldzug Millionen Tote, Zerstörung und Vertreibung über Europa gebracht. Und obwohl es nahe lag, Deutschland zu einer entmilitarisierten Zone in der Mitte Europas zu machen, gab es schon früh auch andere Überlegungen. Bereits in den Kriegskonferenzen von Teheran, Jalta und zuletzt Potsdam zeichneten sich immer deutlicher die Spannungen zwischen den Westalliierten, USA, Großbritannien und Frankreich auf der einen und Sowjetrussland auf der anderen Seite ab. Dass die unterschiedlichen Interessen einmal zur bekannten Blockbildung und in den Kalten Krieg münden sollten, war zum damaligen Zeitpunkt natürlich noch nicht absehbar. Deutlich war aber, dass beide Seiten ihre zukünftigen Einfluss- und Interessenbereiche in Europa neu definieren und manifestieren wollten.

Zwischen Demilitarisierung und Wiederbewaffnung

Im Abschlussprotokoll der Potsdamer Konferenz beschließen die Alliierten eine komplette Demilitarisierung Deutschlands, was sowohl die Auflösung der Wehrmacht und aller nationalsozialistischer Kampfverbände, als auch die Beseitigung des Waffenarsenals und die vollständige Demontage der Rüstungsindustrie bedeutete. Die Wehrmacht wurde von den Alliierten mit Kontrollratsgesetz Nr. 34 am 20. August 1946 offiziell aufgelöst.

Am 10. Oktober 1955 ernannte Bundespräsident Theodor Heuss die ersten Soldaten der neuen Streitkräfte. Am 12. November 1955 wurden die ersten Freiwilligen in der Bonner Ermekeilkaserne vom damaligen Verteidigungsminister Theodor Blank als Soldaten vereidigt. Das Datum gilt allgemein als die Geburtsstunde der neuen deutschen Armee, der Bundeswehr. Dass sich in nur neun Jahren besonders die amerikanische Position von der Forderung zur totalen Entmilitarisierung, wie sie noch im Morgenthau-Plan postuliert und in Potsdam deklariert wurde, hin zu einer Wiederbewaffnung veränderte, wird erst durch die weltpolitischen Entwicklungen verständlich. Die USA mussten sich nach 1945 nicht nur in Europa, sondern auch im pazifischen Raum engagieren. Zugleich zeichnete sich immer deutlicher ab, dass die Westalliierten keine einheitliche Lösung mit der UdSSR für das besetzte Deutschland finden würden. Während diese politische Entwicklung im Mai 1949 zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland führte, wiesen amerikanische Militärs schon früh auf die Notwendigkeit hin, dass dieser westdeutsche Staat auch mittels eigener militärischer Kräfte in der Lage sein sollte, sich einem Vordringen der UdSSR in Europa entgegen zu stellen.

Die Bundeswehr und der »Staatsbürger in Uniform«

  • Bundeskanzler Adenauer vorm Parlamentarischen Rat (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Parlamentarischer Rat, 23. Mai 1949: Bundeskanzler Adenauer verkündigt das Grundgesetz

Im Jahr 1956 wurde im Grundgesetz mit dem Paragraf 87a der Grundstein für eine Wiederbewaffnung der BRD gelegt. In ihm heißt es: »Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf«. Nicht nur bei der Wahl des Namens bemühte man sich mit der Tradition der alten Wehrmacht gründlich zu brechen. Die »Bundeswehr« sollte eine »Parlamentsarmee« sein. Ausschließlich der Bundestag beschließt über Art und Umfang eines jeden Einsatzes der Streitkräfte. Es gilt fortan das so genannte »Primat der Politik«, denn sie und nicht die militärische Führung trifft die Entscheidungen.

Die Bundeswehr ist eine reine Verteidigungsarmee, denn der Artikel 26, Absatz 1 des Grundgesetzes verbietet ausdrücklich die Vorbereitung eines Angriffskrieges. Und auch das Bild des Soldaten sollte sich wandeln, weg vom Befehlsempfänger, hin zum mündigen »Staatsbürger in Uniform«. Beim Aufbau der Bundeswehr setzte man daher auf ein Konzept, das später unter dem Begriff der »Inneren Führung« bekannt werden wird. Es soll die Spannungen mindern, die sich aus den individuellen Rechten des freien Bürgers einerseits und den militärischen Pflichten des Soldaten andererseits ergeben. So behalten die Soldaten etwa anders als die Mitglieder der Reichswehr oder der Wehrmacht das volle Wahlrecht. Viele nationalsozialistische Kriegsverbrecher wollten sich mit dem Verweis darauf, sie seien nur Befehlsempfänger gewesen, ihrer Verantwortung entziehen. Vor diesem Hintergrund wurde den Soldaten der neuen Bundeswehr hinsichtlich ihrer Gewissensentscheidungen ein Freiraum geschaffen, angesichts eines drohenden Atomkrieges aber auch eine erhebliche Last aufgebürdet.

  • Konrad Adenauer am Schreibtisch (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    Konrad Adenauer: 1. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

  • Gesetzbuch (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    Das Grundgesetz

Die »Himmeroder Denkschrift« und das »Amt Blank«

  • Theodor Blank mit Urkunde vor Soldaten (Quelle: Bundesarchiv) Nov. 1955: Verteidigungsminister Theodor Blank überreicht den ersten Soldaten der neuen Bundeswehr die Ernennungsurkunden

Konrad Adenauer nannte schon im März 1949 den vollen Beitritt eines westdeutschen Staates zur NATO eines der wichtigsten Ziele der ersten westdeutschen Regierung. Im Dezember 1949 sprach er erstmals öffentlich über die dafür notwendige Wiederbewaffnung. Der Ausbruch des Korea-Kriegs im Sommer 1950 löste auch unter den Westmächten ein Umdenken über einen westdeutschen Beitrag zur Verteidigung Europas aus. Adenauer beauftragte einen kleinen Kreis von Militärexperten ein Konzept zum Aufbau einer westdeutschen Verteidigungstruppe zu erarbeiten. Die allesamt ehemaligen Wehrmachtoffiziere fassten die Ergebnisse ihrer Geheimgespräche im Eifel-Kloster Himmerod im Oktober 1950 in der so genannten „Himmeroder Denkschrift” zusammen. Dabei ging es nicht nur um die ganz praktischen Fragen, wie eine Wiederbewaffnung durchgeführt werden sollte, sondern auch um die Legitimation dieser Truppe. Sie durfte keinen „Staat im Staate” bilden, wie es die Reichswehr gewesen war. Die Bundeswehr sollte eine »Parlamentsarmee« sein und ihre Soldaten unter dem »Prinzip der Inneren« Führung als »Staatsbürger in Uniform« gelten. Doch zu Beginn der Bundeswehr war gerade das Prinzip der »Inneren Führung« eher von theoretischer Bedeutung. Es fehlte schlicht das Personal und so griff man auf ehemalige Mitglieder der Wehrmacht zurück.

Das Amt Blank

Im Oktober 1950 berief Adenauer Theodor Blank zum »Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen«. Aus dem so genannten »Amt Blank« sollte später das Bundesministerium der Verteidigung hervorgehen. Im Wesentlichen war es die Aufgabe des Amtes Blank, die Wiederbewaffnung vorzubereiten. Dazu gründet man 1951 zunächst den paramilitärisch organisierten Bundesgrenzschutz (BGS), Vorläufer der heutigen Bundespolizei. Die mobile Grenzschutztruppe war als Gegenstück zu den kasernierten Einheiten der Volkspolizei der DDR gedacht. Die vom Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte und späteren amerikanischen Präsidenten, Dwight D. Eisenhower, gegenüber Bundeskanzler Adenauer abgegebene Ehrenerklärung für ehemalige Angehörige der Wehrmacht ermöglicht die Rekrutierung von Mannschaft und Offizieren. Adenauer gab kurz darauf ebenfalls eine Ehrenerklärung für die deutschen Soldaten vor dem Deutschen Bundestag ab. Zu diesem Zeitpunkt sind nur wenige Nachkriegsjahrgänge verfügbar und so waren die ersten Soldaten der Bundeswehr auch Offiziere und Unteroffiziere, die in der Wehrmacht gedient hatten. Erster Generalinspekteur der Bundeswehr wird am 1. Juni 1957 General Adolf Heusinger, der bis 1944 in der Wehrmacht die Operationsabteilung des Generalstabes im Oberkommando des Heeres geführt hatte. Zumindest personell ist es also schwierig von einem »Neuanfang« zu sprechen. Erst das Eintreten jüngerer Jahrgänge in den 1960er Jahren verhilft dem neuen Bild des Soldaten allmählich zum Durchbruch.

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O-Ton Wolfram Wette, Militärhistoriker

„Es war ein großes Friedensbedürfnis in der Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg, das sich im Laufe der Jahrzehnte dahin entwickelt hat, dass eine regelrechte Friedenskultur im Lande entstanden ist, die das Militär im Grunde nie integrieren konnte – in ihre Art zu denken.“ (00:21)

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O-Ton Oberst Bernhard Gertz, Bundeswehrverband

„Natürlich war der Ausgangspunkt, der auch der Grundgedanke des Grundgesetzes ist: Wir wollen keinen Krieg mehr von Deutschland ausgehen lassen, wir wollen keinen Angriffskrieg führen. Es steht ja das ausdrückliche Verbot des Angriffskrieges im Grundgesetz, das ist völlig richtig. Das war die historische Lehre, die aus dem deutschen Versagen auch notwendigerweise entwickelt werden musste.“ (00:24)

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O-Ton Prof. Wolfram Wette, Militärhistoriker

„Als sie 1955 gegründet wurde, hat man notgedrungen mit dem Personal der Wehrmacht arbeiten müssen, hat aber eine neue Struktur für die Streitkräfte geschaffen, man hat sie in die Demokratie anders eingebettet als jemals zuvor. Man kann zusammenfassend sagen: neue Struktur – alter Geist.“ (00:23)

Beitritt zur Nato und EWU

  • Bundeskanzler Adenauer schreitet mit zwei anderen Männern die Reihen der Soldaten ab (Quelle: Helmut Wolf, Bundesarchiv) 1956: Bundeskanzler Konrad Adenauer besucht die Soldaten der neuen Bundeswehr

Für Adenauer spielte von Anfang an die Erlangung der weitgehenden Souveränität der BRD eine große Rolle, die durch das Besatzungsstatut der Alliierten noch immer stark eingeschränkt war. In den Verhandlungen mit den Alliierten bot er daher Wiederbewaffnung an, in der Hoffnung auf eine vollkommene Souveränität Westdeutschlands. Von Beginn an war die neue deutsche Armee als Beitrag zur Verteidigung Europas im internationalen Umfeld der NATO und im Rahmen eines westeuropäischen Verteidigungskonzepts geplant.

Der Pleven Plan

Im Oktober 1950 hatte der französische Ministerpräsident René Pleven den nach ihm benannten Pleven-Plan vorgelegt, wonach die Armee eines wiederbewaffneten Deutschland vollständig in einer zu gründenden europäischen Armee aufgehen sollte. Die Verträge zur Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) wurden 1952 von Frankreich, Deutschland, Italien und den drei Benelux-Staaten unterzeichnet. Ihre Umsetzung scheiterte jedoch, nachdem die französische Nationalversammlung die Ratifizierung verweigerte. Nicht zuletzt auf Drängen der USA traten Deutschland und Italien schließlich 1954 dem zur Westeuropäischen Union (WEU) erweiterten Brüsseler Pakt bei. Dieser war 1948 von Frankreich, Großbritannien und den Benelux-Staaten zum Zweck der gemeinsamen Verteidigung geschlossen worden.

Deutschlandvertrag und Nato-Beitritt

Im Mai 1952 wurde der so genannte »Deutschlandvertrag« zwischen der BRD und den drei Westalliierten beschlossen. Er trat am 5. Mai 1955 gleichzeitig mit dem Beitritt zur NATO in Kraft und regelte das Ende des Besatzungsstatuts. Damit erhielt die Bundesrepublik Deutschland die Rechte eines souveränen Staates. Zugleich verpflichtete sich die BRD auch zur gegenseitigen Verteidigung mit den Westmächten. Der Beitritt zu WEU und Nato ebnete also zusammen mit dem Deutschlandvertrag den Weg zur Wiederbewaffnung.

  • Sitzungssaal mit Tischen; Nato-Emblem an der Stirnseite (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    Mai 1955: ...

  • Sitzungssaal; Adenauer am Tisch neben anderen Sitzungsteilnehmern (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    ... Deutschlands Aufnahme in die NATO

Der Aufbau der Bundeswehr

  • Bundeswehrsoldaten mit Helmen (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) 1956: Soldaten der neuen Bundeswehr
  • Marinesoldaten (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) 1956: Marinesoldaten der neuen Bundeswehr
  • Panzer wird mit Kran von Schiff geladen; Marine-Offiziere schauen zu (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Die Aufrüstung nimmt ihren Lauf

Der eigentliche Aufbau der Bundeswehr begann nach der Unterzeichnung eines Abkommens über gegenseitige Verteidigungshilfe zwischen den USA und der Bundesrepublik im Juni 1955. Darin sichern die USA den neu aufzustellenden Streitkräften der BRD umfangreiche Rüstungslieferungen zu. Gut zwei Wochen später verabschiedet der Bundestag das so genannte »Freiwilligengesetz«. Es gestattet die Rekrutierung von 6000 Freiwilligen in die Bundeswehr. Ein Großteil dieser Freiwilligen wurde in der Folge aus Mitgliedern des Bundesgrenzschutzes rekrutiert.

Im September 1955 legte die Bundesregierung einen Aufstellungsplan vor. Bis Januar 1959 sollte der Aufbau des Heeres mit 12 Divisionen und bis Januar 1960 auch der Aufbau von Luftwaffe und Marine fertig gestellt sein. Die voraussichtlichen Gesamtkosten dieses Planes wurden mit 51 Milliarden DM (ca. 25 Milliarden Euro) beziffert. Gut 270000 Soldaten zählte die Truppe bis 1960.

Grenzen der Landesverteidigung / Sinn der Bundeswehr

Von Beginn an spielt die Bewaffnung und Ausrichtung der Bundeswehr in der öffentlichen Diskussion eine große Rolle. Während die Westmächte der nuklearen Aufrüstung im Osten mit einem Ausbau ihres Atomarsenals begegneten, hatte Adenauer schon im Oktober 1954 eine Erklärung zur Rüstungsbeschränkung abgegeben. Zwar verzichtete die Bundesrepublik damit auf die Herstellung von atomaren, chemischen und biologischen Waffen. Auf Drängen der NATO-Partner unterstützt Adenauer aber die Ausrüstung der Bundeswehr mit Trägersystemen, während die Amerikaner die dazugehörigen Atomsprengköpfe verwalteten. Widerstände innerhalb der politischen Parteien und auch unter der Bevölkerung gegen eine Wiederbewaffnung waren von Beginn an enorm. Die Frage, ob Deutschland nach den Erfahrungen des Dritten Reiches überhaupt über eine Armee verfügen soll, spaltete die Parteien und führte schließlich zur Gründung der Friedensbewegungen. Mit den Plänen zur Anschaffung der Trägersysteme stieß der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß bei großen Teilen der Bevölkerung auf Ablehnung. Über eine Million Deutsche gingen auf die Straße, doch am Ende beschloss der Bundestag im März 1958 die Ausrüstung der Bundeswehr mit Trägersystemen für Nuklearwaffen. Deutsche Piloten trainierten fortan über Deutschland den Abwurf von Atombomben. Viele stellten sich die berechtigte Frage, wie das mit der im Grundgesetz festgeschriebenen Aufgabe der Landesverteidigung zu vereinbaren ist. Denn im Falle eines Einsatzes dieser Waffen wäre Deutschland auf jeden Fall zum atomaren Schlachtfeld geworden.

  • Demonstranten mit Transparenten (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    1950er Jahre: Massendemonstration gegen Wiederbewaffnung

  • Plakat mit Bild Adenauers: „Er war niemals Soldat. Wir folgen seinem Beispiel“ (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung)

    Plakat gegen Adenauers Politik der Wiederbewaffnung

Der Nato-Doppelbeschluss

In den 1980er-Jahren sorgte der NATO-Doppelbeschluss für große Aufregung und heftige Debatten. Der Beschluss vom 12. Dezember 1979 bestand aus zwei Teilen. Er bot dem Warschauer Pakt Verhandlungen über eine beidseitige Begrenzung sowjetischer und amerikanischer atomarer Mittelstreckenraketen an. Ausgenommen davon waren die französischen und ein Teil der britischen Atomraketen. Sollten die Verhandlungen zu keinem Erfolg führen, kündigte er zugleich die Aufstellung einer neuen Generation amerikanischer Raketen vom Typ »Pershing II« und »Cruise Missiles« in Westeuropa an. Die Verhandlungen scheiterten, die Bundesregierung setzte gegen großen Widerstand in der Bevölkerung die atomare Nachrüstung im NATO-Doppelbeschluss durch und die Raketen wurden schließlich 1983 aufgestellt. Erst vier Jahre später einigten sich die USA und die Sowjetunion im INF-Vertrag auf den Rückzug und die Vernichtung aller Raketen mit mittlerer und kürzerer Reichweite in Europa. Der Feind der Bundeswehr stand im Osten und im Rahmen der NATO war auch sie ein Teil der Strategie der atomaren Abschreckung.