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Unterricht: Glück

Glück

  • Menschen fahren auf einer Achterbahn. Nicht jeder empfindet eine Achterbahn gleich; Rechte: imago.

Die Unterrichtseinheit ist für Biologie in der Sekundarstufe I konzipiert. Da das emotionale Erleben in dieser Altersgruppe, mitten in der Pubertät, eine zentrale Rolle spielt und Glück für jeden auch ein sehr persönliches Thema ist, knüpfen die Unterrichtsvorschläge immer wieder an die eigenen Erfahrungen der Jugendlichen an und führen diese weiter. Basis der Unterrichtsvorschläge sind mehrere "Quarks & Co"-Beiträge zum Thema Glück, die in einer speziellen Fassung für den Schulunterricht zusammengestellt wurden. Um das wiederholte Anschauen der einzelnen Filmbeiträge entsprechend dem individuellen Lerntempo der einzelnen Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen, ist ein Zugang zum Computerraum oder zu Laptops sinnvoll. Andernfalls kann man die einzelnen Filmbeiträge in der Klasse passend zu den Aufgaben noch einmal zeigen.

Gefühl und Gehirn

Die Unterrichtseinheit beginnt mit einer Selbstreflexion vor dem Anschauen des Films. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich überlegen, wie sich Glück für sie persönlich anfühlt. Mithilfe von unterschiedlich gefärbten Moderationskarten sammeln sie Stichworte zu verschiedenen Komplexen, wie Verliebtsein, Familie, Hobby oder Sport. Genauere Tipps zum Ablauf finden Sie auf Arbeitsblatt 1 "Selbstreflexion". Anschließend schauen Sie mit der Klasse gemeinsam den gesamten Film an.

Anhand des Filmausschnitts "Wo entsteht das Glück?" (Timecode: 12:16 - 16:28 Min.) befassen sich die Schülerinnen und Schüler danach damit, wie Glück in einer Situation hoher Anspannung entsteht und welche hormonellen Prozesse im Gehirn ablaufen, wenn man sich glücklich fühlt. Dieses Element bietet inhaltlich die Grundlage für die folgenden Aufgaben. Die Inhalte aus dem Film werden mit einem Lückentext vertieft.

Glück und Stress

Glück bedeutet nicht unbedingt, immer eine ruhige Kugel zu schieben. Im Gegenteil: Wer es schafft, eine herausfordernde Aufgabe erfolgreich zu meistern, kann einen regelrechten Glücksrausch erleben. Wenn die Aufgabe zu einfach oder zu schwierig ist, klappt das dagegen nicht. Dies ist in einem Filmausschnitt über das Glück beim Sport sehr gut erklärt (Timecode 6:31 – 12:15).

Die Inhalte des Films werden zunächst noch einmal mit einem Arbeitsblatt gefestigt. Dabei werden die beiden Begriffe Eustress (positiver Stress) und Distress (negativer Stress) nach Hans Seyle eingeführt. Im Anschluss übertragen die Schülerinnen und Schüler das Erlernte auf selbst erlebte, alterstypische Situationen. Dabei sollen sie mit Moderationspunkten auf einem Plakat einordnen, wann sie positiven Stress empfinden, wann negativen und wann keinen. Aufgelistet sind dabei Situationen wie: Achterbahn fahren; einen unangekündigten Vokabeltest schreiben; jemanden ansprechen, den man toll findet; in der Aula der Schule vor vielen Schülern auf der Bühne einen Vortrag halten; beim Schul-Fußballturnier einen Elfmeter schießen müssen etc. Am Ende tauscht sich die Klasse über die Ergebnisse aus: Empfinden alle die Situationen gleich? Oder gibt es Unterschiede, zum Beispiel furchtsame Schüler, für die Achterbahnen einem Horrorerlebnis gleichkommen? Im Unterrichtsgespräch sollte geklärt werden, dass es völlig normal ist, dass Menschen unterschiedlich auf Situationen reagieren. Es ist kein Defizit, wenn man auf eine Situation negativ gestresst reagiert, die für andere eine positive Herausforderung ist. Wichtig ist nur, dass man für sich selbst erkennt, was gut tut und was nicht.

Stimmungsschwankungen

  • Eine Mutter streitet mit ihrer Tochter. Streit mit den Eltern ist in der Pubertät ganz normal; Rechte: mauritius images.

Jeden Tag 24 Stunden lang glücklich sein – das funktioniert nicht, schon gar nicht in der Pubertät. Denn hier gehen vorübergehend rund ein Drittel der Rezeptoren für Dopamin verloren. Das bedeutet: Es ist für Jugendliche schwieriger, sich glücklich zu fühlen, als im früheren oder im späteren Lebensalter.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten zunächst die Aufgabe, fünf Wochentage lang ein Stimmungstagebuch mit Smileys zu führen (für den Nachmittag und Abend, also die selbst bestimmte Zeit). Mutmaßlich werden viele Stimmungsschwankungen erkennbar sein. Anschließend erhalten sie die Erklärung dafür, warum Stimmungsschwankungen in der Pubertät ganz normal sind. Die Jugendlichen sollen so für ihre Empfindungen sensibilisiert werden, gleichzeitig aber auch erkennen lernen, dass diese unter anderem auch das Ergebnis körperlicher Prozesse sind.

Glück und Gesundheit

Zur Einstimmung in diesen Teil der Unterrichtseinheit werden die Filmbeiträge "Was macht glücklich" und "Glück macht gesund" (Timecode: 00:00 – 04:57 und 16:29 - 19:48 Min.) gezeigt. Damit wird den Schülerinnen und Schülern noch einmal ins Bewusstsein gerufen, wie eng Glück und Gesundheit zusammenhängen. Dies wird beispielsweise auch in der Gesundheitsdefinition der WHO deutlich. Sie bezeichnet Gesundheit als "Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als das Freisein von Krankheit und Gebrechen". Die Schülerinnen und Schüler sollen nun zunächst in Einzelarbeit Faktoren zusammentragen, die ihnen für ihr persönliches körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden wichtig erscheinen. Danach erstellen sie in Gruppen von jeweils etwa fünf Schülerinnen und Schülern Mind Maps, in denen sie die Faktoren ordnen und zusammenfassen. Diese Mind Maps werden anschließend in der Klasse präsentiert.

In einem zweiten Schritt lernen die Schüler in einem kurzen Text die 15-jährige Mara kennen. Sie schläft zu wenig, isst unregelmäßig und wenn, dann Chips und Süßigkeiten. Nach der Schule verbringt sie die meiste Zeit vor dem Fernseher. Ihr Zeitmanagement ist miserabel, Unangenehmes schiebt sie auf, so lange es irgend geht. Zu Unternehmungen mit Freundinnen kann sie sich nur selten aufraffen. Kein Wunder, dass Mara unglücklich ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen Tipps entwickeln, wie Mara ihr Leben ändern kann. Dies geschieht wieder zunächst in Einzelarbeit. Dabei geht es vor allem darum, die Problembereiche zu identifizieren, an denen Mara etwas ändern muss. Ganz konkrete Handlungsschritte, wie sie zum Beispiel mehr Freunde findet, müssen nicht unbedingt herauskommen. Wenn es für die Klasse allerdings geboten scheint, diesen Bereich intensiver abzuhandeln – beispielsweise in einer Schule im sozialen Brennpunkt – können die Tipps anschließend in Gruppenarbeit noch einmal genauer in konkretere Handlungsvorschläge ausgearbeitet werden. Dabei arbeiten die Schüler in denselben Gruppen, in denen sie die Mind Maps erstellt haben.

Drogen und Sucht

Die meisten Drogen greifen auch in den Dopaminhaushalt des Körpers ein und beeinflussen so das Glücksempfinden. In einem Hintergrundtext wird dieser Zusammenhang sowohl allgemein als auch für die von Jugendlichen besonders häufig konsumierten Drogen Alkohol, Nikotin, Cannabis und Ecstasy detailliert erklärt. Nach dem Lesen des Texts werden sie mit vier Aussagen über die Wirkung dieser Drogen konfrontiert. Die Aussagen sind bewusst positiv gehalten, da sie so am ehesten den Argumenten entsprechen, mit denen sich die Jugendlichen im Gespräch mit Gleichaltrigen auseinander setzen müssen. Auf Basis des Hintergrundtextes sollen die Schülerinnen und Schüler diese Aussagen einordnen und in Zusammenhang zu den Gefahren stellen, die von der jeweiligen Droge ausgehen.

  • Arbeitsblatt 8 - "Glück und Drogen"
  • Arbeitsblatt 9 - "Drogen und Sucht Infotext"

Sport und Sucht

Für die meisten Menschen ist sportliche Betätigung positiv besetzt. Sport zu treiben ist gesund, wirkt ausgleichend und trägt zur allgemeinen Lebenszufriedenheit bei. Allerdings: Es gibt auch einige Menschen, die mehr Sport treiben, als ihnen gut tut. Sie trainieren auch dann noch weiter, wenn sie verletzt sind, vernachlässigen andere Aufgaben und geraten darüber in Konflikte mit ihrem sozialen Umfeld. Sport-Sucht heißt dieses Phänomen. Ergänzend zu dem Unterrichtsbaustein über Drogen steht die Sport-Sucht stellvertretend für die Verhaltenssüchte. Ein Hintergrundtext erläutert zunächst die Sport-Sucht. Anschließend beurteilen die Schüler in Partnerarbeit einen fiktiven Fall und versetzen sich in einem Rollenspiels in die Perspektive eines Sport-Süchtigen und seiner Schwester, die ihm aus der Sucht heraushelfen möchte.

Fachberatung:

Iris Günthner, Prof. Kirsten Schlüter, Institut für Biologie und ihre Didaktik, Universität zu Köln