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Schon Coubertin musste erfahren, dass die politische Neutralität der Spiele eine Utopie ist. Die Olympischen Spiele der Neuzeit haben sich schnell zu einer großen Weltbühne entwickelt, und sehr früh haben die Könige und Repräsentanten der Staaten das Interesse der Weltöffentlichkeit für ihre Selbstdarstellung zu nutzen gewusst. Die Vereinnahmung der Spiele für politische Interessen fand mit den Nazi-Spielen in Berlin 1936 sicher einen traurigen Höhepunkt. Aber auch die Ereignisse 1972 in München, die Olympia Boykotte von Moskau (1980) und Los Angeles (1984), und nicht zuletzt die aktuelle Diskussion um die Spiele in Peking machen eines deutlich: Sportliche Wettkämpfe - und ganz besonders Olympische – existieren in keinem politischen "Freiraum". Im Gegenteil, die jeweiligen gesellschaftspolitischen Strömungen und internationalen Spannungen scheinen sich hier besonders deutlich zu spiegeln. Bleibt also die in der Olympischen Charta postulierte politische Neutralität ein Wunschtraum?
Auf der anderen Seite: wer sich die Verständigung der Völker durch den Sport auf die Fahnen geschrieben hat, sieht sich auch politisch in der Verantwortung. Wie ist die Olympische Bewegung mit dieser Widersprüchlichkeit umgegangen? Der Film zeichnet die Geschichte der politischen Instrumentalisierung "Olympias" nach und zeigt, wie die zeitgeschichtlichen Entwicklungen - vom Nationalsozialismus (1936) bis zu den "Kriegen gegen den Terrorismus" (Salt Lake City 2002) - immer auch die Spiele beeinflusst haben.
