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Antike:
Versammlung aller (Athleten, Schiedsrichter, Priester, Zuschauer) im heiligen Bezirk
Moderne:
Eröffnungsfeier im Stadion, seit 1896, Athen
Antike:
Prozession der Sportler und Zuschauer.
Moderne:
"Einzug der Nationen", seit 1908, London.
Antike:
Schwur, sich keine Verstöße gegen die olympischen Wettkämpfe zuschulden kommen zu lassen. Schwören mussten Athleten und Schiedsrichter.
Moderne:
"Wir schwören, bei Olympischen Spielen ehrenhafte Kämpfer zu sein und die Regeln der Spiele zu achten. Wir nehmen teil, in ritterlichem Geiste, zur Ehre unserer Länder und zum Ruhme des Sports." Eid der Athleten, seit 1920, Antwerpen.
Antike:
In der Antike ist der Sieg die höchste Gunst, die Zeus einem Menschen zuteil werden lässt.
Daher werden die Sieger mit einem Olivenkranz aus dem heiligen Hain Olympias geehrt. Zum Zeichen ihres Olympia-Sieges tragen die Athleten Siegerbinden.
Moderne:
Zu Beginn der Spiele der Neuzeit wird mit Pokalen, Urkunden und Kränzen bei der Ehrung der Sieger nicht gegeizt. Eine Entwicklung, die Coubertin gar nicht gerne sah.
Er wollte sich bewusst gegen die antike Tradition, gegen einen überzogenen Siegerkult stellen. Die Athleten sollten nur mit einer Medaille geehrt werden, nur mit einer silbernen, wie bei den ersten Spielen 1896. Goldmedaillen und ein Übermaß an Preisen und Sachwerten waren für ihn verdächtig nah den Preisgeldern des Profi-Sports.
Damit olympische Spiele nicht für politische Zwecke missbraucht werden können, erlaubte Coubertin im Eröffnungszeremoniell den jeweiligen Regierenden und Repräsentanten des Gastgeberlandes nur einen vorgeschriebenen Satz, um die Spiele zu eröffnen:
"Ich erkläre hiermit die Olympischen Spiele von …, mit welchen die … Olympiade der modernen Ära begangen wird, für eröffnet."
Bei der Eröffnung der Spiele von Salt Lake City 2002 war es Präsident Bush, der sich erstmals in der olympischen Geschichte der Neuzeit über dieses Gebot Coubertins hinwegsetzte:
"On behalf of a proud, determent und grateful nation, I declare open the games of Salt Lake City celebrating the Olympic Winter Games."
Die olympische Fahne mit den fünf verschiedenfarbigen Ringen wurde von Coubertin entworfen. Sie soll die Völkerfreundschaft der fünf Kontinente symbolisieren. Seit 1920
Während der Eröffnungsfeier wird das olympische Feuer entzündet, das für die Dauer der Spiele brennt. Diese Zeremonie erinnert an das Entzünden des Altarfeuers bei den kultischen Spielen der Antike. Seit 1928, Amsterdam.
Fackelläufe kannte die griechische Antike nur als Wettläufe, bei denen es galt, eine Fackel möglichst schnell ans Ziel zu bringen, ohne dass sie erlischt. Bei den antiken Olympischen Spiele gab es keinen Fackellauf. Er ist eine Erfindung des Propagandaministeriums der Nationalsozialisten, um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit schon im Vorfeld der Spiele auf das Großereignis 1936 zu lenken. Seither ist der Fackellauf fester Bestandteil der Olympischen Rituale. Das Feuer wird im antiken Olympia in einem Parabolspiegel entzündet. Seine erste Station: das Stadion von 1896 in Athen. Der weitere Verlauf seiner Route wird vom Organisationskomitee der jeweiligen olympischen Spiele bestimmt.
Die Frauen-Olympiaden: Der Weltfrauensportverband (FSFI) richtet 1921 und 1922 sogenannte "Frauen-Olympiaden" aus. Frauen waren in der Leichtathletik bis 1928 von den Olympischen Spielen ausgeschlossen.
Die Arbeiter-Olympiaden: Die sozialistische Arbeiterbewegung stellt der bürgerlichen olympischen Bewegung seit 1921 (inoffiziell, in Prag) ihre eigenen Olympischen Spiele gegenüber: 1925 in Frankfurt, 1931 in Wien und 1937 in Antwerpen.
Spartakiaden: Mit der Gründung der Roten Sportinternationale 1921 in Moskau gibt es ein kommunistisches Konkurrenzunternehmen zur sozialistischen Arbeitersportbewegung. Veranstaltet werden drei Spartakiaden: 1928 in Oslo, 1931 in Berlin (nach Beginn verboten und in Moskau beendet), 1937 in Antwerpen.
© Text: Gerhard Reckendorf / SWR
