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Hintergrund: Peking 2008

Die politischen Spiele

Am 13. Juli 2001 hat das IOC die Olympischen Spiele nach Peking vergeben – auch mit der ausgesprochenen Hoffnung, dadurch eine Verbesserung der Menschenrechtslage in China zu initiieren. Damit hat das IOC, das sich sonst gerne für eine Trennung von Olympia und Politik ausspricht, selbst zu einer Politisierung der Spiele beigetragen. Bestätigt haben dies die Ereignisse um den Fackellauf und die Proteste für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Tibet. Die Diskussion im Vorfeld der Spiele wurde erwartungsgemäß kontrovers geführt. Sie spiegelt die ebenfalls ambivalente gesellschaftspolitische Situation in China - einer Großmacht, die auf „dem Weg“ ist. Ein Land, das in den letzten Jahrzehnten rasante Entwicklungen und Umwälzungen in Technologie, Wirtschaft und Infrastruktur vollzogen hat und deren Gesellschaft sich im Umbruch befindet. Es bleibt zu hoffen, dass auf diesem Weg auch die Rahmenbedingungen für die individuellen Freiheits- und Menschenrechte „aufholen“ können.

  • the birds nest: das Olympia Stadion in Peking von vorne mit Haupteingang;

    China auf dem Weg in die Moderne: die beeindruckende Architektur von Olympia-Stadion... Rechte: picture-alliance / Icon SMI

  • daneben die Olympia Halle von Peking, Aufsicht

    ...und Olympia-Halle sind dafür bestes Symbol. Rechte: picture-alliance / DPA

Das IOC hat nie einen Zweifel daran gelassen: Die Spiele finden statt. 8 Wochen werden die Scheinwerfer der Weltöffentlichkeit auf China gerichtet sein - und China kann sich sicher sein, dass es unter kritischer Beobachtung steht. Für die Veranstalter - aber auch für die Teilnehmer, das IOC und die Medien ist „olympisches Fair Play“ zu wünschen.

Boykott – Protest – oder „alles in Butter“?

Welches Bild haben wir von China und welches Bild wollen uns Regierung und Veranstalter von diesem Land mit den Spielen vermitteln? Hätte man die Spiele von Peking boykottieren müssen? Oder muss man unbedingt hinfahren? Entsprechend Coubertins Auffassung von Völkerverständigung: Integrieren statt Ausgrenzen.

Sollen, dürfen Sportler ihren Protest gegen Missstände bei Olympischen Spielen zum Ausdruck bringen? Was sagt die Olympische Charta dazu, wie hat das IOC in der Vergangenheit darauf reagiert?

All diese Fragen, die im Vorfeld der Spiele zu Kontorversen geführt haben, sich aber sicherlich auch während der Spiele von Peking aufdrängen werden, sind schwer eindeutig zu beantworten. Die folgende Auswahl von Quellen und weiterführenden Links kann eine lebhafte „Pro und Contra“- Diskussion im Unterricht initiieren. Sie bietet einen aktuellen Anlass sich vertiefend mit dem Verhältnis von Olympia und Politik – und den Olympischen Idealen allgemein – zu beschäftigen.

Pro und Contra „Boykott“:

Zur Lage in China und Tibet:

Zu Olympia und Politik:

Auszüge aus der Olympischen Charta

„Ziel des Olympismus ist es, den Sport in den Dienst der harmonischen Entwicklung des Menschen zu stellen, um eine friedliche Gesellschaft zu fördern, die der Wahrung der Menschenwürde verpflichtet ist.“ (Grundlegende Prinzipien, Art.2)

„Jede Form von Diskriminierung eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Gründen ist mit der Zugehörigkeit zur Olympischen Bewegung unvereinbar.“ (Grundlegende Prinzipien, Art.5)

„Jede Demonstration oder politische, religiöse oder rassische Propaganda ist an den olympischen Stätten, Austragungsorten oder in anderen olympischen Bereichen untersagt.“ (Regeln, Art. 51.3)

Die Olympische Charta:

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