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Jeden Freitag ist "Lohntütenball" im Ruhrgebiet, denn nirgends wird so viel gearbeitet und kann so viel ausgegeben werden wie hier. Aus dem Adria-Urlaub haben sich Zigtausende ein neues Freizeitvergnügen mitgebracht: Ein Ball von vier Zentimetern Durchmesser wird auf einer zwölf Meter langen Bahn in einem Loch versenkt: Minigolf ist Mitte der 60er Jahre der neue Familiensport. Überall werden spezielle Golfplätze gebaut, Vereine gegründet und schon bald werden sogar Jugend- und Europameisterschaften ausgetragen.
Zeitgleich mit dem italienischen Minigolf schwappen auch die Beach-Parties von Hawaii nach Nordrhein-Westfalen. Der Film zeigt die Badenixen von Köln bis Castrop-Rauxel, die sich an jedem Wochenende im eigenen Pool aalen. Bei moderner Jazz-Musik ist man dann der absolute Party-König. Nie war die Freizeit so wertvoll wie Anfang der 60er Jahre: Fast eine Milliarde Mark geben die Deutschen in den Wirtschafswunderjahren auf dem Rummelplatz aus, auch in Nordrhein-Westfalen. Doch auch die Luftverschmutzung war nie so hoch wie in den 50er und 60er Jahren: Fabriken produzieren, die Autos fahren und die Dunstglocke über den Industriegebieten Nordrhein-Westfalens sorgt für dicke Luft. Das Gesundheitsministerium entwickelt 1962 den ersten Smog-Plan für das Land.
