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Als Schmelztiegel vieler Völker, als riesige Landbrücke zwischen Ost und West verband Zentralasien seit alters her Orient und Okzident. 70 Jahre lang gehörte Zentralasien zur Sowjetunion. Mit ihrem Untergang entstanden 1991 zwischen China und dem Kaspischen Meer fünf neue Staaten: Usbekistan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kasachstan. Zentralasien, eine „neue“ Region, ein Vielvölker-Mix im geopolitischen Spannungsfeld, rohstoffreich und bitterarm. 55 Millionen Menschen suchen heute ihren Weg – zwischen sowjetischem Erbe, Go-West und einer Rückbesinnung auf den Islam. Fünf Länder, fünf Themen, fünf Menschen: Schlaglichthaft zeichnet der Film ein Zeitbild einer Region inmitten eines schwierigen Wandlungsprozesses. Er erzählt Geschichten von Islamschulen, von Seide, von Öl und Baumwolle, von vergiftetem Land und großer Vergangenheit.

Um Nomaden geht es in den Filmbeiträgen über Kirgisien: Kirgisistan ist ein Hochgebirgsland mit sehr trockenem Klima. Über den größten Teil des Landes erstrecken sich Wüsten, Halbwüsten und Steppen. Aufgrund der Höhenlage (die Hälfte des Landes liegt über 3.000 Meter hoch) besteht die Nutzfläche vor allem aus Wiesen und Weiden, auf denen Viehzucht betrieben wird. Die kirgisische Bevölkerung ist daher auch sehr ländlich geprägt. Sie lebt traditionell nomadisch, wurde während der Sowjetzeit jedoch gewaltsam zur Sesshaftigkeit gezwungen, Sippenoberhäupter wurden vertrieben. Wie überall in Zentralasien mussten auch hier die Bauern Baumwolle für die sowjetische Textilindustrie anpflanzen. Das Land und aller privater Besitz wurden von der sowjetischen Regierung zwangskollektiviert und gingen in Staatsbesitz über. Jegliche Opposition wurde brutal unterdrückt. Daraufhin flohen viele Kirgisen in benachbarte Staaten, vor allem nach China.

  • Kirgisen mit SchafenKirgisen sind Bergnomaden (Rechte: SWR/Along Mekong)
  • Tierarzt Monolbai Toktunov (Rechte: SWR/Along Mekong)