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Die Neandertaler gelten heute – rund 150 Jahre nach ihrer Entdeckung – als die am besten erforschten Urmenschen. Doch weiterhin sind viele Fragen offen, zum Beispiel die nach ihrer Intelligenz. Forscher aus Kiew und Köln gehen auf der Halbinsel Krim dieser Frage nach. Dort haben sich die Neandertaler unabhängig vom modernen Menschen erstaunliche Jagdtechniken entwickelt.
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Auf der Halbinsel Krim lässt sich noch heute nachvollziehen, wie die Neandertaler auf die Jagd gingen. In breiten Tälern lauerten sie Wildpferden auf, die in der wärmeren Jahreszeit täglich Wasser aus dem Fluss tranken. Anschließend zerlegten sie ihre Beute auf einen ausgewählten Schlachtplatz – 80.000 Jahre lang, wie sich noch heute an den Fundschichten erkennen lässt.
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Lange Zeit nahm man an, der Neandertaler sei äußerst primitiv gewesen – insbesondere wegen seiner flachen Stirn und den stark ausgeprägten Überaugenwülsten. Heute weiß man, dass diese Wülste das Ergebnis seiner kräftigen Kaumuskulatur ist und nicht unbedingt ein Zeichen für Primitivität. Trotzdem hält sich das Vorurteil hartnäckig.
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Neben seiner Primitivität begleitet den Neandertaler auch das Vorurteil, er sei ein wahrer Muskelprotz mit einer äußerst ausgeprägten Armmuskulatur gewesen. Dieses Bild entstand vermutlich durch die dicken Enden an seinen Gelenken. Die Muskelansatzfläche ist aber ziemlich klein. Der Neandertaler war demnach sogar etwas schwächer als der moderne Mensch.
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Auf der Krim zerlegten die Neandertaler ihre Beute an einem eigens dafür vorgesehenen Schlachtplatz und nicht an ihrer Lagerstätte. Ihr Werkzeug dafür gewannen sie aus Feuerstein. Zum Teil war es nur einfach gearbeitet und wurde wohl rasch wieder weggeschmissen. Einige Werkzeuge waren jedoch auch sehr aufwändig und sollte viele Jahre halten.
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Der Neandertaler aus dem Neandertal starb vermutlich an einer Blutvergiftung, die von einer eitrigen, chronischen Kieferhöhlenentzündung hervorgerufen worden war. Warum jedoch die gesamte Menschenform ausstarb, ist bislang nicht geklärt. An ihrer angeblichen geistigen und kulturellen Unterlegenheit gegenüber dem Homo sapiens wird es aber vermutlich nicht gelegen haben.
