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Die Energie der Sonne hält den Kreislauf des Wassers in Gang. Wasser verdunstet, steigt auf, regnet ab und versickert. Süßwasser als Lebenselement für die unterschiedlichsten Formen der Natur
Unsere Bäche und Flüsse sind Lebensraum für die unterschiedlichsten Formen der Natur: Der Dreistachelige Stichling wird vom Volksmund auch Stechbüttel, Steckerling, Stickelgrind, Stachelfisch und Stachelinski genannt. Nur während der Laichzeit im Frühjahr kann man die Geschlechter leicht unterscheiden, denn das Männchen trägt dann sein rotes Hochzeitskleid. Aus Pflanzenteilen, die er mit einem Nierensekret verklebt, baut er sein Nest. Die Stacheln aufgerichtet, präsentiert er den roten Bauch, um gegenüber den Konkurrenten sein Revier abzugrenzen und laichreife Weibchen anzulocken. Nach der richtigen Abfolge verschiedener Verhaltensweisen legt das Weibchen seine Eier im Nest ab. Dann schlüpft das Männchen ins Nest, besamt die Eier und beginnt mit der Brutpflege. Während vermeintliche Feinde angegriffen werden, räubert ein fremdes Männchen das Nest aus, denn Fischeier sind nicht nur für den Menschen eine Delikatesse.
Im Frühjahr, während der Laichzeit, kann man die Geschlechter der Stichlinge leicht voneinander unterscheiden. Das Männchen trägt sein rotes Hochzeitskleid.
Immer wieder schwimmt der Stichling langsam über das Nest. Dabei verklebt er die Pflanzenteile mit einem Sekret.
Nach der Eiablage des Weibchens schwimmt das Männchen durch die Höhle und besamt die Eier.
Die Wasseramsel kommt nur dort vor, wo sie ideale Bedingungen findet: sauberes, schnell fließendes Wasser mit steinigem Grund und Ufergehölz mit Nistmöglichkeiten. Manchmal taucht sie 10 Sekunden unter, aber nie länger als 30 Sekunden, um ihre Nahrung zu erbeuten, und das mehr als 1000mal am Tag. Dieser enormen Aktivität wegen wurde der Vogel noch in diesem Jahrhundert als Fischräuber bekämpft. In Wirklichkeit leben die meisten ihrer Beutetiere unter Steinen auf dem Bachgrund: Köcherfliegenlarven. 280 verschiedene Arten gibt es in Deutschland, Arten, die in langsam fließendem Wasser ihren Köcher aus Pflanzenteilen bauen, und Arten in schnell fließendem Wasser, deren Köcher aus Sand und Steinchen besteht. Die meisten sind Pflanzenfresser. Andere leben ohne Köcher, verstecken sich bei Tag und jagen in der Nacht nach Beute. Bei ihnen kann man sehr schön die äußeren Kiemen erkennen, die mit dem Tracheensystem verbunden sind.
Auch Eintagsfliegenlarven atmen über heftig schlagende Kiemenbüschel. Bachflohkrebse filtern Schwebstoffe aus dem Wasser. Während Forellen die Steinmännchen samt Köcher verschlucken, ziehen die Wasseramseln die Larven aus dem schützenden Gehäuse. Das dichte Gefieder der Vögel ist mit dem Sekret der Bürzeldrüse eingefettet; das Wasser perlt ab.
Am Ufer blühen Bachnelkenwurz und Mädesüß, im Wasser treiben krautige Pflanzen in der Strömung, festgehalten von ihren Wurzeln. Wo das Gefälle abgenommen und die Strömung nachgelassen hat, leben die Plötzen oder Rotaugen. Sie fressen ebenfalls Köcherfliegenlarven, aber auch Algen und abgestorbene Pflanzen. An der Selbstreinigungskraft des Wassers beteiligen sich Bakterien, unterschiedlichste Insektenlarven, Bachflohkrebse, Teich- und Flussmuscheln. Uferpflanzen beschatten das Gewässer. Ihre Blüten ziehen Schmetterlinge an. Prachtlibellen formen ein Paarungsrad. Ihre Larven leben räuberisch und entwickeln sich im Wasser. Junge Forellen begegnen einem Flusskrebs, der zum Überleben geeignete Schlupfwinkel, überhängende Böschungen, Baumwurzeln oder hohlaufliegende Steine braucht. Sein hervorstechendes Merkmal sind die Scheren am ersten Brustbein-Paar. Mit den vier anderen Brustbein-Paaren schreitet der Krebs über den Gewässergrund. Komplexaugen und zwei mit wichtigen Sinnesorganen ausgestattete Antennenpaare untersuchen dabei den Lebensraum. Schreitbeine und Kieferfüße transportieren die Nahrung des Allesfressers der Mundöffnung zu. Der Bisam bringt seine Nahrung zum selbstgegrabenen unterirdischen Bau, dessen Eingang unter der Wasserlinie liegt. Das kunstvolle Nest der Beutelmeise hängt sicher, an einer Astgabel verankert, über der Wasser-Oberfläche. Wie der Flusskrebs wurde auch der Fischotter durch den Ausbau und die Belastung unserer Fließgewässer zurückgedrängt und ist noch immer vom Aussterben bedroht.
© Text: Karl-Heinz Renner
