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Inhalt der Sendung

Im Stall der Familie Bauer – Herr Bauer ist Landwirt im Nebenerwerb – dürfen neben den Haus- und Nutztieren auch andere Tiere unterschlüpfen – Rauchschwalben zum Beispiel: Der Vogel transportiert feuchte Erde in den Stall, um damit sein Nest zu bauen. Ursprünglich lebten die Rauchschwalben in wärmeren Regionen, drangen aber mit dem Menschen auch nach Norden vor, denn seinem Vieh folgten Schwärme von Insekten – leichte Jagdbeute für die Schwalben. Schwalben sind auf Pfützen mit lehmiger Erde angewiesen. Hier holen sie den Baustoff, den sie durch ihren klebrigen Speichel mit Stroh und anderen Pflanzenteilen verbinden und auf geeigneter Unterlage an der Stallwand verankern. Wenn das Wetter mitmacht und ein Pärchen gut zusammenarbeitet, ist das oben offene Nest in einer Woche fertig. Man erkennt die Rauchschwalben am tief gegabelten Schwanz. Kehle und Stirn der Vögel sind rostbraun. Die beiden Geschlechter lassen sich kaum voneinander unterscheiden. Schwalben nennt man Kulturfolger, da sie seit Jahrtausenden in enger Nachbarschaft der Menschen leben. Unter dem Dachvorsprung haben Mehlschwalben ihre Nester gebaut. Ihre Nester sind bis auf ein kleines Loch geschlossen. Man findet sie immer an der Außenseite der Gebäude. Man kann die Mehlschwalben gut von den Rauchschwalben unterscheiden: der Bürzel und die Unterseite sind weiß, der Schwanz ist kürzer. Die Balz ist in vollem Gange. Zur Paarung und Aufzucht der Jungen nutzen die Mehlschwalben Nester aus dem Vorjahr – bei manchen müssen nur alte Federn entfernt werden, bei anderen ist einiges zu reparieren. Aber auch künstliche Nester, in der Nähe richtiger Schwalbennester angebracht, werden von den Brutpaaren angenommen.

  • RauchschwalbeDie Rauchschwalbe transportiert feuchte Erde in den Stall, um ihr Nest damit zu bauen.
  • Mehlschwalben
  • Eichhörnchen
  • Rauchschwalbenjunge

    junge Rauchschwalben

  • Wanderratte

    Allein in Deutschland sollen über 60 Millionen Wanderratten leben.

Während sich die Schwalben um ihre Brut kümmern, kümmern sich Eichhörnchen, Amsel und Eichelhäher um die Kirschen in Nachbars Garten. Die jungen Rauchschwalben betteln, die Alten jagen im offenen Stall und in der Umgebung nach Insekten und füttern unermüdlich. Wer frißt, der verdaut und gibt Kot ab. Aber nicht nur dabei kann man die Jungvögel beobachten, sondern auch bei ihren ersten erfolgreichen Flugversuchen.

In einer alten Scheune am Ortsrand befinden sich in einem Kasten, der eigentlich für Schleiereulen gedacht war, zwei unbefruchtete Eier und vier junge Turmfalken. Diese Greifvögel nutzen meist verlassene Nester von größeren Vögeln oder legen ihre Eier in Nischen von Kirchtürmen ab. Einen Monat lang hat das Weibchen die Eier bebrütet und zwei Wochen die Jungen gehudert. In dieser Zeit wurde es vom Männchen versorgt. Jetzt wechselt sich das Paar ab: einer der Altvögel jagt, der andere bewacht die Jungen. Die Nesthocker sind jetzt fast drei Wochen alt und nicht mehr von der Wärme ihrer Mutter abhängig. Allmählich wächst das flugtaugliche Gefieder. Bis die Jungvögel flügge sind, vergehen noch zehn Tage. Turmfalken fangen ihre Beute am leichtesten auf freiem Feld und auf Wiesen. Sie können dazu in der Luft „stehen“, sie rütteln und suchen den Boden nach Eidechsen, Fröschen, Hamstern und Vögeln ab. Doch zu 85% ernähren sie sich von Mäusen. Die Jungen „erbeuten“ unterdessen, was in ihrer Reichweite ist, nicht immer zur Freude der Geschwister. Der Turmfalke fängt die Beute mit den Krallen, tötet sie mit dem scharfen, vorstehenden Oberschnabel durch einen Nackenbiss und transportiert sie die kurze Strecke zum Nest im Schnabel. Mit ihrem Bettelruf fordert das Weibchen den Partner auf, das Fressen für die Jungen abzuliefern.

Seit dem Mittelalter haben sich die Ratten über die ganze Erde ausgebreitet – mit Schiffen in die Hafenstädte, auf Müllhalden, in die Kanalisation, in Vorratslager und Keller. Wanderratten leben gesellig. Sie unternehmen nachts weite Ausflüge, um neue Nahrungsquellen zu erschließen, auch in der Kanalisation, angelockt von ins Klosett gekippten Essensresten. Schätzungen zufolge soll ein Fünftel der Welternte von Ratten verspeist werden, und allein in Deutschland sollen über 60 Millionen Wanderratten leben. Eine Zuchtform wird in Forschungslabors benutzt und steht im Dienste der Wissenschaft, andere Ratten werden als Haustiere gehalten. Der Aktionsradius der Hausmaus ist wesentlich kleiner. Den Weg zu ihren Futterquellen, wie z.B. Wurst, Brot, Speck oder Obst, markiert sie mit Urin. Hausmäuse sind vor allem nachts aktiv. Die Tiere pflegen regelmäßig ihren Körper, gegenseitig oder sich selbst, vor, nach oder zwischen dem Fressen. Die moderne Hausmaus lebt meistens mit Kind und Kegel mitten in der Vorratskammer wie die Made im Speck. Zum Nestbau verwendet sie die unterschiedlichsten Materialien. Wie die Ratte verschleppt auch sie Keime und gilt als Schädling. Deshalb wird sie seit Jahrhunderten mit viel Phantasie durch Gift und Fallen bekämpft. Sechsmal pro Jahr wirft ein Weibchen sechs bis zehn Junge, die wiederum sind schon nach zwei Monaten geschlechtsreif. Eichhörnchen müssen der Kälte trotzen. Die Vorratskammern, die sie im Herbst selbst gefüllt haben, liegen im Freien. Mit ihrem feinen Geruchssinn wittern sie Nadelholzzapfen unter einer 30 Zentimeter hohen Schneedecke. Bei Nüssen scheint das schwieriger zu sein. Der griechische Dichter Oppian erzählt, das Eichhörnchen mache sich im Sommer mit dem eigenen Schwanz Schatten und werde daher Schattenschwanz genannt: sciurus. Und so lautet sein wissenschaftlicher Name: Sciurus vulgaris. Der römische Naturhistoriker Plinius dagegen schreibt, das Eichhörnchen sehe die Witterung voraus, verstopfe das Nest auf der Windseite, und sein Schwanz diene ihm als Decke.

  • junge Rauchschwalben
  • TurmfalkenjungeDie Nestlinge (Turmfalke) sind fast 3 Wochen alt.
  • Turmfalke mit MausTurmfalken fangen ihre Beute am leichtesten auf dem freien Feld und auf Wiesen. Zu 85% ernähren sie sich von Mäusen.
  • Ratte im VorratsschrankWanderratte
  • Hausmaus
  • Eichhörnchen im Winter
  • Turmfalke
  • Amsel
  • Eichelhäher