zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.

Inhalt

Inhalt der Sendung

Thema

Seit 350 Millionen Jahren besiedeln Spinnen den Planeten Erde. Viele Menschen fürchten sich vor ihnen. Besonders große Spinnen jagen Angst ein, wie z.B. Vogelspinnen. Diese – obwohl bei uns nicht heimisch – sind in manchem Wohnzimmer als Haustier zu Gast. Der Name Vogelspinne geht auf die Naturforscherin Anna Maria Sibylla Merian zurück, die 1699 eine Vogelspinne zeichnete, die einen Vogel frisst. Tatsächlich gehören Vögel zur Beute der Tiere, nicht aber der Mensch. Die Angst ist also unbegründet. Der Film befasst sich jedoch nicht mit den exotischen Spinnenarten, sondern mit denen, die vor unserer Haustür leben, wie z.B. Kreuz- und Wespenspinnen.

Inhalt der Sendung

Kreuzspinnen
Kreuzspinnen bauen ein Radnetz. Dieses ist durch einen Brückenfaden, an dem sich die Spinne bewegt, mit ihrem Versteck verbunden. Brückenfäden können bis zu 50 m lang sein und werden von der Vierfleckkreuzspinne genauso gebaut, wie von der gehörnten Kreuzspinne.

  • Kreuzspinne
  • Vierfleckkreuzspinne

  • gehörnte Kreuzspinne

  • gehörnte Kreuzspinne

Wespenspinnen
Die Wespenspinne lebte ehemals nur im Mittelmeerraum. Sie kommt inzwischen aber auch bei uns vor, insbesondere an sonnigen, warmen Standorten. Ihren Namen hat sie wegen der wespenähnlichen Körperfärbung. Zum Beutefang baut auch sie ein Netz. Signalfäden alarmieren sie, wenn ein Opfer hineingeraten ist. Sie eilt herbei, beißt das Opfer mit den Kieferklauen, injiziert dabei Gift und fesselt den Fang.

  • Wespenspinne wickelt Beute ein

  • Wespenspinne - Ihren Namen verdankt sie ihrer auffallenden, wespenähnlichen Färbung.

  • Wer sich einmal im Netz verfangen hat, kann kaum noch entkommen.

Beim Netzbau wird zunächst der Rahmen zwischen Pflanzen gespannt und fest verankert. Dann werden einige Fäden zur Mitte hin gespannt und dort verklebt, damit ist die Nabe entstanden und das Gerüst steht. Es wird nun eine Hilfsspirale von innen nach außen gebaut. Ist die Spinnen außen angelangt, dann kehrt sie um und baut die enge Spinnnetzspirale. Hierfür bewegt sie sich spiralförmig von außen nach innen. Die nun überflüssige Hilfsspirale wird aufgefressen. Die Nabe ist die Gespinstplatte im Netzinneren. Über und unter ihr befindet sich das Stabiliment. Verschiedene Vermutungen bestehen zur Stabilimentfunktion: Es könnte entweder der Netzstabilisierung dienen oder den Insekten eine Landebahn vorgaukeln und sie damit anlocken oder es dient als eine Art Tarnkappe dem Schutz der Spinne.

  • Die Wespenspinne häutet sich.

  • Netzbau einer Wespenspinne.

  • Netzbau

Radnetzspinnen verfügen über 6 Spinnwarzen, Vogelspinnen nur über vier. Eine Warze ist mit bis zu 50.000 Spulen besetzt, aus denen hunderttausendstel Millimeter dünne Eiweißfäden hervortreten. Der zunächst flüssige Eiweißbrei wird fest, wenn er an die Luft kommt. Spinnen produzieren Fäden verschiedener Eigenschaften, je nach Zweck. Voraussetzung ist das Mischen verschiedener Spinnseiden.

Für die Paarung der Wespenspinne nähert sich ein Männchen dem Weibchen, berührt sie zupfend und klopfend. Das Männchen ist 5 mm groß und hat damit nur ein Drittel der Körpergröße des Weibchens. Es muss vorsichtig sein, dass es von ihr nicht eingewickelt und ausgesaugt wird. Mit einem ausgeklügelten Balztanz stimmt er sie auf Paarung um. Nach der Kopulation verfällt das Weibchen für kurze Zeit in eine Starre. Das Männchen nutzt diese Zeit und macht sich davon.

Die Eiablage der Wespenspinne erfolgt ab September in einem Kokon. Für die Aufhängung werden feste weiße Fäden gesponnen, für den Kokon braune, weiche, die gut polstern und für ein günstiges Klima in der „Brutkammer“ sorgen. Ist das Gebilde fertig, dann presst die Spinne eine Eikugel mit einigen hundert Eiern aus ihrem Leib. Die Eimasse wird gegen den Kokon gepresst und mit Seide versponnen. Der nun recht dicke Kokon ist gut gegen Feinde geschützt, gegen Austrocknung und Kälte. Das Spinnenweibchen stirbt in den ersten Frostnächten. Jetzt schlüpfen Junge aus den Eiern. Sie bleiben aber reglos und ohne Nahrung im Kokon bis zum nächsten Frühjahr.

  • Weibchen und das winzige Männchen der Wespenspinne beim Paarungsritual.
  • Die Wespenspinne presst einige hundert Eier aus sich heraus und drückt sie nach oben gegen das Gespinst, damit sie fest haften.
  • Beginn des Kokonbaus.

  • Der Kokon mit der Eimasse wird winterfest verpackt.

  • Kokonbau

Springspinnen
Springspinnen gehen ohne Netz auf Beutefang. Sie haben sehr leistungsfähige Augen, zwei auf den Seiten und vier auf der Stirn. Die zwei Augen in der Mitte dienen als Teleobjektive, mit denen die Beute scharf gestellt wird. Der Sprung der Tiere um das bis zu 20-fache ihrer Körperlänge ist präzise. Ermöglicht wird dies durch die starke Muskulatur. Die Muskeln werden durch einen Mechanismus unterstützt, bei dem Körperflüssigkeit in die Beine gepresst wird.

  • Springspinne

Wasserspinne
Nur eine Spinnenart lebt im Wasser, vor allem in flachen und pflanzenreichen Zonen: die Wasserspinne Argyronautica aquatica. Sie trägt ihre Atemluft unter dem Haarpelz und ernährt sich von Insektenlarven und kleinen Krebstieren. Da die spinnentypische Verdauung außerhalb des Mundes nicht im Wasser funktioniert, baut das Tier hierfür eine Taucherglocke. Zunächst wird ein Fadenknäuel gesponnen und zwischen Wasserpflanzen befestigt, dann wird dieses Gebilde mit Luft gefüllt, die von der Wasseroberfläche geholt wird. Die Beute wird in der Glocke vorverdaut und dann aufgesaugt.

  • WasserspinneDie Wasserspinne lebt in flachen, pflanzenreichen Gewässern. Die notwendige Luft trät die Wasserspinne unter ihrem dichten Haarpelz mit sich herum.
  • Wasserspinne
  • Grüne Huschspinne

Spinnenbrutpflege
Besonders auf Heiden und Trockenrasen sind Spinnenarten mit intensiver Brutpflege anzutreffen. Die Grüne Huschspinne z.B. überwacht ihren Nachwuchs ständig, die Wolfsspinne trägt sowohl die Eier als auch den frisch geschlüpften Nachwuchs immer mit sich herum. Bis zu fünfzig kleine Spinnen trägt sie auf ihrem Rücken und verschwindet bei Gefahr mit ihnen in einem Erdloch.

  • Junge Wolfsspinnen auf dem Rücken der Mutter

  • Die kleinen Wolfsspinnen haben ohne den Schutz ihrer Mutter keine Chance.

  • Wolfsspinne
  • Vogelspinne
  • Vogelspinne
  • Vogelspinne
  • Vogelspinne
  • Vogelspinne
  • Vogelspinne
  • Kreuzspinne

  • Wespenspinne

  • Vogelspinne

Weitere Informationen zur Sendung