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Christoph Promberger hat zwei junge Wölfe aus einer rumänischen Wolfsfarm gerettet. Er erforscht das Verhalten der zahmen Welpen und führt sie Naturtouristen vor, die wilde Wölfe kaum zu Gesicht bekommen. Und genau denen gilt das Hauptinteresse Prombergers. In einer Lappjagd fängt er Timisch, eine stattliche Wölfin, und legt ihr einen Sender an. Geführt von der Peilantenne der Wildbiologen, dokumentiert Kameramann Markus Zeugin das Leben der Karpaten-Wölfe. Er ist der erste, dem Bilder von der Aufzucht wildlebender Wölfe in Europa gelingen.
Vorbereitung einer Wolfsjagd. Die Biologen fangen die Wölfe mit einer uralten Methode, der Lappjagd. Dabei wird ein mehrere Kilometer langes Seil mit bunten Lappen um ein Waldstück gespannt, in dem das Wolfsrudel geortet wurde. Eigenartiger Weise trauen sich die Wölfe nicht unter dem Seil hindurchzukriechen. An einer Stelle ist der Kreis mit den bunten Lappen jedoch geöffnet. Dahinter befinden sich zwei Netze.
Im traditionellen Jagdrevier der Wölfe stehen heute Wohnblocks. Timisch zieht bis zum Morgengrauen durch die Straßen. Sogar Braunbären kommen in die Stadt Brasov und plündern die Mülltonnen. In Deutschland wäre längst Panik ausgebrochen, doch die Rumänen lassen sich davon nicht irritieren. So kann Christoph Promberger, der "Herr der Wölfe", in Ruhe seine Forschungen durchführen. Sie sollen dazu beitragen, die bedrohte Tierart zu retten.
Christoph Promberger imitiert Wolfsgeheul, um die Raubtiere in der Karpatenlandschaft zu lokalisieren.
© Text: Christoph Promberger
