Niedermoore haben [unterschiedliche] artenreiche Tiergesellschaften (ebenfalls je nach Kalkgehalt): Doppelschnepfe (Gallinago media); Bekassine (Gallinago gallinago); Birkhuhn (Lyrurus tetrix); Brachvögel (Numenius arquata); Ringelnatter (Natrix natrix); Moorfrosch (Rana arvalis); Libellenarten; Schilfkäfer u.a.
An den nassesten Stellen im Niedermoor hat sich Fieberklee angesiedelt.
Zwischen Wasserpflanzen spinnt die Wasserspinne eine Glocke, in die sie von der Oberfläche Luft bringt.
Hochmoor
Hochmoore sind an niederschlagsreiches Klima gebunden -> Wasserüberschuss -> mangelnde Durchlüftung des Bodens und des Wurzelwerks.
Hochmoore haben einen Grundwasserspiegel, der über demjenigen der Umgebung liegt.
Hochmoore haben meist eine uhrglasförmig gewölbte Oberfläche.
Hochmoore haben extrem niedrige pH-Werte zwischen 3,0 und 4,0 (-> Huminsäuren!).
Hochmoore sind arm an Mineralstoffen und haben eine schlechte Stickstoffversorgung.
Hochmoore haben hohe Temperaturschwankungen im Tagesablauf. Aufgrund der späten Erwärmung im Frühjahr ist die kalte Jahreszeit sehr lang.
Hochmoore haben einen sehr geringen Zersetzungsgrad. Nur in den oberen 15 cm des Torfbodens existieren Aerobier -> entscheidender Abbau!
Anaerobier in tieferen Schichten -> unvollkommener Abbau! Dabei entstehen CO2, CH4 (Methan = Sumpfgas); H2S (Schwefelwasserstoff -> Geruch wie "faulende Eier"); P2H4, (Phosphorwasserstoffe -> Selbstentzündung -> "Irrlichter"); N2.
Hochmoore sind arm an Pflanzen: Beispiele sind Torfmoose (Sphagnum-Arten) (Torfmoose sind "Ionenaustauscher" -> H+-Ionen werden freigesetzt, Mineralionen reichern sich im Torfmoos an -> pH-Wert des umgebenden Wassers sinkt!); auf Bulten [trockenere Erhebungen]: Wollgras (Eriophorum angustifolium), Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia); in Schlenken [feuchtere Senken]: Sphagnum-Arten, schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Binse (Juncus), Segge (Carex), Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia).
Hochmoore sind arm an Tieren: Beispiele sind Auerwild (Tetrao urogallus); Kreuzotter (Vipera berus); Wald- oder Mooreidechse (Lacerta vivipara); Moorameise (Formica picea); Moosbeerenbläuling (Vaccininia optilete); Libellen u.a.; (für Fische und Amphibien, Muscheln und Schnecken ist der pH-Wert zu niedrig).
Im Hochmoor gründet die Pflanzendecke auf schwankendem Boden und bildet mit offenen Wasserflächen ein verzahntes Mosaik.
Das nasse Moor bietet dem Gelege der Brachvögel hervorragenden Schutz.
Im Sommer, zur Zeit der Heuernte, tragen die Wollgräser Fruchtstände, die wie Wattebäusche aussehen.