zum Inhalt.
zur Hauptnavigation.
| Kategorie | Beschreibung |
| Wissenschaftlicher Name: | Canis lupus |
| Europäische Unterart: | Canis lupus lupus |
| Lebensraum: | Bevölkerte einst die gesamte Nordhalbkugel von der arktischen Tundra über die pazifischen Regenwälder bis hin zu Halbwüste Saudi-Arabiens |
| Gewicht: | Je nach Unterart von 20 kg (arabischer Wolf) bis über 45 kg (Alaska) Durchschnittsgewicht; in Europa zwischen 25 kg und 40 kg |
| Farbe: | Weiß in der Arktis, graubraun oder schwarz in Nordamerika, in Europa durchgehend graubraun |
| Nahrung: | Reiner Fleischfresser, lebt überwiegend von großen Huftieren, in Mitteleuropa Rotwild, Rehe und Wildschweine; als Opportunisten fressen Wölfe natürlich auch Haustiere, wenn sie zugänglich sind |
| Raumbedarf: | Wölfe brauchen viel Platz, sie leben in sehr niedrigen natürlichen Dichten. Unter mitteleuropäischen Bedingungen beansprucht ein einzelnes Wolfsrudel ein Gebiet von etwa 200 qkm, in der Arktis oft über 1.000 qkm. |
Die Sozialstruktur eines Wolfsrudels
Ein Wolfsrudel ist im Prinzip ein Familienverband, der aus den beiden Elterntieren - den sogenannten Alpha-Wölfen -, den Welpen des jeweiligen Jahres und den überlebenden Jungtieren des vergangenen Jahres besteht. Manchmal bleibt ein Jungtier auch für mehrere Jahre im Rudel wenn es die Hoffnung hat, eines Tages in die Alpha-Position zu kommen. Jungtiere wandern aber in der Regel kurz vor der Geschlechtsreife mit 2 Jahren vom Rudel ab, um ein freies Territorium zu suchen und dort mit einem anderen Wolf ein neues Rudel zu gründen. Die meisten der abwandernden Jungwölfe kommen aber in dieser Zeit ums Leben, weil sie nicht in der Lage sind, erfolgreich zu jagen oder weil sie von anderen territorialen Rudeln getötet werden, die ihr eigenes Gebiet gegen Eindringlinge verteidigen.
Der Wolf - eine Gefahr für den Menschen?
In den Geschichten und Märchen taucht der Wolf meist als Bestie auf, der Großmütter und kleine Schweinchen frisst. Obwohl der Wolf der Top-Beutegreifer in Europa ist, ist seine Gefahr für den Menschen unerheblich. Seit dem zweiten Weltkrieg gibt es keinen nachgewiesenen Fall, dass ein gesunder, freilebender Wolf in Europa Menschen attackiert hat. Frühere Berichte könnten allerdings wahr sein: Während des 30-jährigen Krieges zum Beispiel, mordeten die Heerscharen viele Bauernfamilien auf den einsamen Höfen und die Leichen blieben wochenlang unbegraben liegen. Da gleichzeitig durch diese Soldaten ein starker Druck auf die natürlichen Beutetiere des Wolfes herrschte, waren viele Wölfe gezwungen, zum Überleben Alternativnahrung zu Hirschen oder Rehen zu finden. Es ist daher möglich, dass sich einzelne Wölfe an den Menschen als Nahrung gewöhnt und lebende Menschen angegriffen haben. Unter heutigen Umständen ist dies aber nicht mehr der Fall.
Wölfe in Deutschland
In Deutschland verschwanden die letzten freilebenden Wolfsbestände um 1850. Seither tauchen einzelne Wölfe sporadisch im Osten Deutschlands oder an der Grenze zu Tschechien auf. Dies sind Abwanderer aus den Beständen weiter im Osten. In den Jahren nach 1980 hat sich im Westen Polens eine kleine Population von Wölfen natürlich wieder angesiedelt. Aktuell wird der Bestand auf 3-5 Rudel geschätzt. Einzelne Wölfe wandern von dort aus vermehrt nach Brandenburg und Sachsen auf der Suche nach anderen Wölfen zur Rudelgründung. In Deutschland ist der Wolf heute ganzjährig geschützt und darf nicht bejagt werden. Somit stehen die Chancen gut, dass sich Wölfe im kommenden Jahrzehnt auch in Deutschland wieder dauerhaft ansiedeln. Das Umweltministerium Brandenburg hat als Folge 1994 einen Managementplan für die Rückkehr der Wölfe in Brandenburg ausarbeiten lassen.
© Text: Christoph Promberger
