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Deutsch, Politik, Gemeinschaftskunde
Jahrgangsstufe 7-10, Oberstufe
Die Porträts von sechs zeitgenössischen Schriftstellern bieten einen interessanten Blick auf die widersprüchliche Gesellschaft der Türkei zwischen Tradition und Moderne. Autoren wie Nazim Hikmet, Yasar Kemal und Orhan Pamuk stehen für moderne Klassiker der türkischen Literatur; Elif Safak, Murathan Mungan und Asli Erdogan repräsentieren eine junge Generation von Literaten, der auch Frauen und Homosexuelle angehören. Alle sechs haben in der Türkei eine breite Leserschaft, alle sind aber auch auf die ein oder andere Art und Weise mit der Staatsmacht und nationalistischen Kreisen in Konflikt gekommen. In allen Filmen werden kurze Ausschnitte aus den Werken der Schriftsteller vorgetragen; in der Linkliste in diesem Wissenspool gibt es Verweise auf Internetseiten mit weiteren Ausschnitten.
Das Unterrichtsmaterial greift die angesprochenen Themen auf und bezieht sie in den Deutsch- oder Politikunterricht ein. Dabei wird genauer auf die einzelnen Aspekte politischer Verfolgung in der Türkei geschaut. Der berüchtigte "Türkentum"-Paragraf 301, die Kurdenfrage oder die historische Bewertung des Völkermords an den Armeniern werden ebenso thematisiert wie die generelle Frage nach der Wichtigkeit von Menschen- und Bürgerrechten. Am Schluss der Unterrichtseinheit steht eine genauere Betrachtung der Diskussion um einen EU-Beitritt der Türkei. In Deutsch kann neben der Kunst- und Meinungsfreiheit auch das Thema Exilliteratur aufgegriffen werden.
Anfang und Ende der Unterrichtseinheit bildet eine Betrachtung des eigenen Türkeibilds der Schüler.
Eine besondere Rolle können die Schülerinnen und Schüler mit türkischem Migrationshintergrund in der Unterrichtseinheit spielen. Sie können vielfach die Experten- und Beraterrolle einnehmen, eigenes Wissen und Einschätzungen beitragen oder spezielle Rechercheaufträge in türkischsprachigen Quellen übernehmen.
Die Unterrichtsvorschläge eignen sich für den Einsatz in allen Schulformen, wobei die selbstständige Arbeit der Schüler einzeln oder in Gruppen im Mittelpunkt steht. Durch die Beschäftigung mit Literatur aus einem anderen Land stärken die Schülerinnen und Schüler ihre interkulturelle Kompetenz. Sie lernen, Informationen aus validen Quellen zu beschaffen, auszuwerten und weiterzugeben. Dabei müssen die Informationen gewichtet, sinnvoll gekürzt und mediengestützt präsentiert werden. Die Schüler lernen, ihren eigenen Standpunkt zu finden, vorzutragen und zu vertreten.
Durch die Gruppenarbeit lernen die Schülerinnen und Schüler, an einem Projekt zusammenzuarbeiten, Themen einzugrenzen und die Ergebnisse gemeinsam zu präsentieren. Eine weitere wichtige Kompetenz ist die Visualisierung bestimmter Auffassungen, Tatsachen oder Strömungen in einem Bild, wobei die eigene Haltung auf den Punkt gebracht und hinterfragt wird.
© Text: Helene Pawlitzki
