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Sendungsinhalt: Willem Einthoven und das EKG

  • EKG-Linien projiziert auf von hinten angestrahltem Oberkörper. Das EKG zeigt bei einem gesunden Menschen ein typisches Muster aus Zacken und Wellen; Rechte: WDR
  • Zacken, Wellen und Striche auf Papier: Ein Elektrokardiogramm. Das Elektrokardiogramm gibt dem Arzt Hinweise zur Herztätigkeit des Patienten; Rechte: WDR

Ein gestresster Geschäftsmann bricht zusammen. Zwei Passanten holen einen Not-Defibrillator, kleben dem Bewusstlosen Elektroden auf die Brust. Der eingebaute Elektrokardiograph überprüft die Herzfunktion. Diagnose: Herzinfarkt. Das Gerät löst einen Schock aus, das Herz schlägt wieder. Möglich gemacht hat das der Niederländer Willem Einthoven. Der Mediziner entwickelte den ersten Elektrokardiographen.

Als Professor für theoretische Medizin in Leiden untersuchte er die Wirkung von Elektrizität auf den Menschen, denn bereits die antiken Griechen nutzten Stromstöße als Medizin. Die Ursache: Muskeln ziehen sich mit Hilfe elektrischer Impulse zusammen. So wie das Herz: Es kann die Stromstöße selbst erzeugen und wirkt so wie ein natürlicher Herzschrittmacher. Die Stromstöße können an der Körperoberfläche als Spannungsänderungen gemessen werden. Einthoven entwickelte so eine standardisierte Aufzeichnungsmethode: das Elektrokardiogramm (EKG). 1924 bekam der Mediziner dafür den Nobelpreis.

Mittlerweile ist das EKG das wichtigste Diagnoseverfahren der Herzmedizin. Während die EKG-Geräte in der Anfangszeit noch ganze Zimmer füllten und einige 100 Kilogramm wogen, sind die Geräte heutzutage längst kleiner, manche werden sogar mit einem Mini-Defibrillator einem Herzkranken eingepflanzt.