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Bereits mit seinem Erstlingswerk „Niemand so stark wie wir“, für das er 1999 den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis erhielt, hat Autor Zoran Drvenkar viel Aufmerksamkeit erregt, weil er damit einen neuen, ungewöhnlichen Ton in die deutsche Kinder- und Jugendliteratur brachte. Neu war die Verwendung der Milieusprache, die Schilderung der Cliquenkämpfe zwischen Türken und „Yugos“ und deren Umfeld im Berlin der 70er Jahre. Ebenso überraschend für viele: die Perspektive des Autors, denn Zoran Drvenkar, gebürtiger Kroate, schreibt aus der Sicht eines typischen Gastarbeiterkindes. Der Münchner Schüler Oliver Bach, sehr literaturinteressiert und sehr behütet aufgewachsen, besucht den Autor zu Hause in Potsdam. Er fährt mit ihm an die Stätten seiner Kindheit und Jugend in Berlin, also die Schauplätze seiner Romane. Für Oliver ist die Zeit, in der Zoran hier Kind war, Geschichte und auch das Milieu ist ihm fremd. Gerade deshalb hat er aber eine Menge Fragen, die zu einem lebendigen Gespräch mit dem Autor führen. Obwohl Zoran Drvenkar für seine Romane, Gedichte und Kurzgeschichten mit Kinder- und Jugendbuchpreisen ausgezeichnet worden ist, versteht er sich nicht als typischer Kinder- und Jugendbuchautor. Ohne Zweifel liefern die Romane von Drvenkar Lehrern und Schülern inhaltlich und sprachlich sehr kontrovers zu diskutierendes Material, mit dem sie sich intensiv auseinandersetzen können.
© Text: Sven Degenhardt / Astrid Auktor
