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Sendungsinhalt: Lebensraum für Lurche

Am 12. April 1983 werden bei Mössingen, am Rande der Schwäbischen Alb, 50 Hektar Wald bei einem Erdrutsch zerstört. Scheinbar bleibt eine leblose Steinwüste und zerstörter Lebensraum zurück. Doch durch den Erdrutsch sind neue ökologische Nischen entstanden, neuer Lebensraum für eine Vielzahl von pionierfreudigen Pflanzen und Tieren – auch für Lurche. Seltene Froschlurche wie Kreuzkröte und Gelbbauchunke finden hier gute Verstecke. Neu entstandene Weiher laden Erdkröten und Grasfrösche zum Laichen ein. Auch verschiedene Schwanzlurche sorgen hier für Nachwuchs. Die Männchen von Teichmolch, Bergmolch und Kammmolch erscheinen im prächtigen Balzkleid und versuchen die Weibchen zu beeindrucken. Den Interessentinnen fächeln die Männchen mit ihrem Schwanz Duftstoffe zu, die ihre Paarungsbereitschaft erhöhen sollen. Es folgt eine Art Paartanz, bei dem das Männchen einen Samenbehälter auf dem Teichboden absetzt. Das Weibchen nimmt den Samen in ihre Kloake auf. Nach der Befruchtung werden die Eier einzeln in zusammengefaltete Blätter von Wasserpflanzen abgelegt. Nach dem Schlüpfen verwandeln sich die Larven im Laufe der nächsten Monate in erwachsene Molche. Ihnen wachsen Beine und auch die inneren Organe werden umgebaut – äußere Kiemen werden durch die Lunge ersetzt. Im Herbst ist die Metamorphose abgeschlossen und der junge Molch wird das Gewässer verlassen, um sich an Land ein frostsicheres Versteck zum Überwintern zu suchen.

Lebensraum für Lurche

Kapitelübersicht:

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Neustart nach der Katastrophe

00:00 – 02:37

April 1983 - am Rande der schwäbischen Alb zerstört ein gewaltiger Bergrutsch bei Mössingen fünfzig Hektar Wald. Aber nach und nach kehren Tiere und Pflanzen zurück und besiedeln den, im Vergleich zu vorher, nun völlig anderen Lebensraum. Vögel finden Brutflächen in Felsspalten, Pflanzen sprießen aus dem kargen Boden, Pilze besiedeln die umgeknickten Bäume und Reptilien wärmen sich in der Sonne.

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Lurche erobern den neuen Lebensraum

02:37 – 05:29

Der Bergrutsch hat Vertiefungen hinterlassen, in denen sich Regenwasser angesammelt hat. So sind viele kleine Weiher und Tümpel entstanden. Froschlurche, wie Erdkröte oder Grasfrosch laichen hier ab und kehren danach wieder in den nahe gelegenen Wald zurück. Bald schlüpfen die Kaulquappen. Sie knabbern an Wasserpflanzen und weiden Algen ab. Auch Schwanzlurche, wie Teich- Berg- und Kammmolch pflanzen sich hier fort.

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Hochzeit bei den Teichmolchen

05:29 – 09:02

Teichmolchmännchen und –weibchen sind eigentlich Einzelgänger. Aber zur Laichzeit ändert sich das. Unter Wasser kommt es zu einer ersten zaghaften Annäherung. Das Teichmolchmännchen wirbt im prächtigen Balzkleid. So herausgeputzt, versucht es mit allen Mitteln seine Auserwählte zu beeindrucken. Zum Beispiel fächelt es dem Weibchen stimulierende Duftstoffe zu. Schließlich lässt sich das Molchweibchen auf das Werben ein.

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Vom Ei zum Babylurch

09:02 – 11:38

Der Bauch des Teichmolchweibchens ist inzwischen prall mit befruchteten Eiern gefüllt – jetzt ist die Zeit der Eiablage gekommen. Ei für Ei wird einzeln abgelegt und in einem jeweils separaten Wasserpflanzenblatt verpackt. Eine gründliche aber auch anstrengende und sehr zeitraubende Prozedur. Wenige Stunden nach der Eiablage beginnen sich die Eizellen zu teilen und bereits schon nach einer Woche ist gut zu erkennen, dass hier ein kleiner Schwanzlurch entsteht. Die Geschwindigkeit der weiteren Entwicklung hängt von der Wassertemperatur ab. Nach drei bis fünf Wochen ist es endlich soweit: Die Larven schlüpfen aus dem Ei.

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Auf dem Weg zum erwachsenen Molch

11:38 – Ende

Im Frühjahr tummeln sich die Jugendformen der unterschiedlichsten Arten im kleinen Tümpel. Die Larven von Frosch- und Schwanzlurch kann man sehr gut unterscheiden. Die Körperform der Kaulquappen (der Nachwuchs der Froschlurche) erinnert zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht an das, was mal daraus werden soll: Frosch oder Kröte. Anders verhält sich das bei den Larven des Teichmolches. Sie ähneln bereits den Erwachsenen. Allerdings atmen sie noch vollständig unter Wasser mit Kiemenbüscheln. Während der Metamorphose – der Umwandlung von der Larve zum erwachsenen Tier – stellt der heranwachsende Molch dann nach und nach von „Kiemenatmung“ auf „Lungenatmung“ um.