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Der Film eignet sich zum Einsatz im Biologieunterricht der Sekundarstufe I und II. Wölfe sind allen Schülerinnen und Schülern bekannt; es dürfte sich aber vermutlich nur um nebulöses Wissen über diese Spezies handeln, das geprägt ist vom Märchen-Image eines "hinterlistigen, Mädchen-fressenden Ungeheuers". Viele Schüler wissen, dass der Wolf die wilde Stammform unseres geliebten Haushundes ist. Sowohl aufgrund der emotionalen Verbindungen zu den Märchen als auch aufgrund der Liebe zum Haustier Hund ist ein stark affektiver Zugang zum Thema zu erwarten.
In der Sekundarstufe I sollte eher die artspezifische Lebensweise (Ernährung, Rudeltier, Rangordnung) im Vordergrund stehen. Besprochen werden muss aber auch das Thema Bedrohung und Schutz des Wolfes, da dieses Teilthema wegen seiner affektiven Komponente auch den jungen Schülerinnen und Schülern besonders "unter den Nägeln brennt". Anknüpfen kann man hier an das Ende des Filmes, wo Christof Promberger den Sender des von Wilderern erlegten Wolfes findet.
Als Einstieg sind folgende Varianten denkbar:
Hinführung zum Thema: Schülerinnen und Schüler tragen in brain-storming zusammen was sie über das Tier wissen. Die Klasse sieht den Film in drei Teilen und erhält zu den jeweiligen Teilen Beobachtungsaufträge.
Die Ergebnisse werden in der Klasse besprochen; zur Ergebnissicherung erhalten die Schüler evt. Einen vom Lehrer vorgefertigten Lückentext.
In der Sekundarstufe II sollten eher ökologische Fragestellungen dominieren. Sehr gut kann man anhand der Wolfsschützer und der Schäferinteressen den Ökonomie-Ökologie-Konflikt thematisieren und nach Konfliktlösungsstrategien suchen. Nachdem den Schülern der Film gezeigt wurde, erhalten sie den Auftrag, sich über Wölfe in Deutschland zu informieren oder man reicht ihnen folgenden kurzen Text aus dem Internet. Der Bezug zu Deutschland verdeutlicht die Relevanz des Themas.
Vor einigen Jahren siedelten sich auf einem Truppenübungsplatz in der Oberlausitz zwei Leitwölfe an, welche vermutlich aus Polen zugewandert waren. Dort gibt es schon länger eine gesunde Wolfspopulation. In der Muskauer Heide haben die Neuankömmlinge über zehntausend Hektar wildreiches Gebiet und ihre Ruhe. Meistens jedenfalls, der Gefechtslärm bei Übungen scheint die grauen Räuber nicht zu stören.
Mittlerweile gab es zweimal Nachwuchs, vermutlich leben jetzt sechs bis acht Wölfe in der Gegend. Werden Weidetiere von den Graupelzen getötet, erhalten die geschädigten Viehzüchter Ausgleichszahlungen für gerissene Tiere. Dieser Fall ist auch schon vorgekommen: Im Mai 2002 rissen die Wölfe in einer blutigen Nacht 27 Schafe….. Es bleibt abzuwarten, ob und in welche Richtung sich die ersten Jungtiere aufmachen werden, um ein eigenes Rudel zu gründen. Mit einem so genannten Managementplan hat sich das Land Brandenburg, welches über ausgedehnte wildreiche Wälder verfügt, schon länger auf die mögliche Ansiedlung von Wölfen vorbereitet.
© Text: Silke Harrer
