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Filmskript der Sendung

Bergwälder im März. Zwischen den Tannen dunkles, kahles Geäst. Noch lange verbergen die Buchen ihre frostempfindlichen Blätter. Am Boden Leberblümchen, die ersten Frühlingsboten. Genährt vom Wurzelstock wachsen zuerst die Blüten heran. So bleibt mehr Zeit zur Samenbildung - ein Wettlauf um das lebenspendende Licht. Bald werfen Bäume ihre Schatten.

Schön und giftig zugleich - der Märzenbecher. Auch der Seidelbast schützt sich durch Gift vor hungrigen Mägen. Die Blüten entspringen noch vor den Blättern direkt am Zweig. Ihr süßer, betäubender Duft lockt Insekten herbei.

Für Wintervögel hat die harte Zeit ein Ende. Ob Grünfink, Blaumeise oder Dompfaff - sie alle genießen Licht und Wärme.

Wenn im Bergwald die Knospen springen, ist in den Tälern der Frühling eingezogen. Ein Hainbuchenwald im jungen Laub und mit reichem Leben. Für Eichhörnchen ist der Tisch reich gedeckt. Überall gibt es noch versteckte Wintervorräte und dazu neue, vitaminreiche Kost. Eine gute Zeit zum Faulenzen und Putzen.

Nicht jeder kann die Frühlingssonne genießen. Beim Buntspecht ist das Baufieber ausgebrochen. Höhlenbau im harten Holz der Buchenstämme, da bleibt das Männchen meist allein.

Auch bei Schwarzspechten gibt es Arbeitsteilung. Sie klopft und meint damit: "Fang endlich mit der Arbeit an!" Nur das Männchen schmückt eine rote Mütze. Noch ist es zu erregt, kann mit dem Hämmern nicht beginnen. Seine Frau beruhigt und spornt ihn an. Und wie man sieht - mit Erfolg. Sie ist immer noch da, stärkt dem Schwerarbeiter den Rücken. Raus mit dem Holz! Manchmal braucht es siebzehn harte Schnabelhiebe für einen Span. Zehntausend Späne - dann ist die Höhle fertig. Arbeit für Wochen! Das Weibchen scheint beeindruckt. Und er ist am Ende seiner Kräfte.

Viele Höhlenbrüter sind auf die Tätigkeit der Spechte angewiesen, nutzen ihre verlassenen Altbauten wie auch der Kleiber. Mit seinem schwachen Schnabel kann er nur kleine Korrekturen anbringen. Die Wahl der Nisthöhle ist Frauensache. Er sucht noch andere Plätze. Doch seine Frau hat sich entschieden - ein guter Ort für die Brut. Den Eingang prüft sie besonders gründlich. Ist er zu groß, können Kleiber ihn mit feuchtem Lehm auf ihren Körper maßschneidern. Das schützt vor Feinden.

Mitte April überzieht die Rotbuchen ein Hauch von Grün. Die Knospenhüllen entlassen die jungen Triebe an das Licht. Ein Buchenblatt in der Entfaltung - zart und kälteempfindlich mit einem schützenden Kranz aus Silberhaar.

Blätter - zuerst hier und da ein paar helle Tupfen, doch bald ein Mantel, der alles überdeckt, ein grüner Dom. Zur Buchenblüte bedeckt den Boden ein Blumenmeer: Buschwindröschen, Veilchen, Himmelschlüssel, Einbeere, Aronstab und die Blausternlilie.

Wie Laubfall im Herbst - Knospenhülsen im Frühlingswind.

Der Mai - für Wildschweine ein Schlemmermonat. Gesellig leben die Borstentiere zusammen - einige Weibchen, heranwachsende Junge und die Frischlinge. Es geht immer der Nase nach: Wurzeln, Pilze, Sprösslinge und kleine Tiere werden aufgespürt und gefressen.

Die Frischlinge sind schon sehr selbständig. Zur Muttermilch ergänzen sie den Speisezettel, lernen rasch, was schmeckt. Dann toben sie sich aus im Spiel und messen ihre Kräfte. Immer wieder zieht es die Kleinen zur Mutter. Dort finden sie Nahrung und Geborgenheit. Und nach der Mahlzeit ein Mittagsschläfchen. Die Tarnung schützt vor dem Fuchs.

Versteckt in kühler Mulde, Jungfüchse vor dem Bau. Auch sie verspielt. Die Freude am Spiel - bei jungen Säugetieren angeboren. Verfolgung, Ansprung, Biss - alles ist nur angedeutet und übt doch für das spätere Leben als Jäger.

Ende Mai wird der Vorhang zugezogen. Grün soweit das Auge reicht, von den Tälern bis hinauf zu den Höhen. Inmitten der Wälder - Bergseen. Wo es feucht ist, finden sich Amphibien ein. Gelbbauch-Unken lauern reglos, lassen die Beute zu sich kommen. Ganz anders die Laubfrösche! Den Tag verbringen sie getarnt auf Blättern und Ästen. Nachts werden sie zu Kletterkünstlern und folgen den Insekten hinauf bis in die Baumkronen.

Noch immer fällt Licht durch die Blattvorhänge, ermöglicht Waldblumen das Auskommen. Eine Akelei. Die Sporne enthalten in ihrem gekrümmten Ende Nektar, erreichbar nur für lange Hummelzungen. Rar geworden - der Frauenschuh, eine Waldorchidee. In ihrem goldenen Pantoffel fängt sie Insekten - nur zum Bestäuben.

Doch nicht jede Pflanze kommt zum Erblühen! Rehe lieben Abwechslung in ihrer Kost!

Wenn die Mutter auf Nahrungssuche geht, bleibt das Kitz zurück. Noch ist es ein Säugling, doch das botanische Interesse erwacht bereits.

Nachwuchs auch beim Grünspecht. Die Nahrung wird im Kropf herbeigetragen. Die Jungen sind schier unersättlich. Lieblingsspeise sind Ameisen und deren Puppen. Kindergeschrei auch bei Familie Buntspecht. Da bleibt den Eltern keine Pause. Während sie noch füttert, ist er schon wieder auf Nahrungssuche. Und da ruft noch jemand - ein junger Mittelspecht. Nur noch wenige Tage, dann fliegt er aus, und ihm wird der ganze Wald gehören. Klein aber lautstark - der Waldlaubsänger.

Sie haben sich prächtig entwickelt, die Frischlinge! Im Sommer zieht es die Gruppe zum Fluss. Im Schlamm locken Leckerbissen. Moor- und Schlammbäder, dem Menschen lieb und teuer, für Wildschweine kostenlos. Die Frischlinge sorgen schön für sich selbst, bleiben aber noch lange unter der Obhut der Mütter. An heißen Sommertagen spenden Bergseen angenehme Kühlung.

Im feuchten Boden verborgen und nun im September ans Licht gewachsen, mal giftig, mal essbar - Fruchtkörper im Märchenwald.

Erste Herbstboten, Krähengeschrei und Brunft der Hirsche. Der Platzhirsch hält sein Rudel beisammen. Nur selten kann sich jemand davonstehlen.

Herbsttage, lichtüberflutet und bunt. Noch einmal zeigt der Wald seine ganze Herrlichkeit!