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Viele Pflanzenarten mit unterschiedlichen Umweltansprüchen finden in unseren Wäldern geeignete Standorte, z.B. das lichtliebende Buschwindröschen. Auch Orchideen haben hier ihren Platz, z.B. das seltene Rote Waldvögelein und die Nestwurz, eine Pflanze mit geringen Lichtansprüchen.
In den von Menschen als Wirtschaftswälder genutzten Beständen steht das forstwirtschaftliche Prinzip "nur so viel einschlagen wie auch nachwächst" an oberster Stelle. Soll möglichst viel produziert werden, dann werden Stangenwälder aus Fichten aufgeforstet. Diese Monokulturen sind aber nicht nur Schädlings- sondern auch Windwurfanfällig.
Nur sehr wenige Waldflächen sind der ökonomischen Nutzung entzogen: die Bannwälder. Sie sind von großer ökologischer Bedeutung, denn hierher können sich Tiere und Pflanzen zurückziehen, für die im Wirtschaftswald kein Platz ist. Die vom Aussterben bedrohte Wildkatze z.B. findet hier Rückzugsmöglichkeiten, aber auch deren naher Verwandter, der Luchs. Luchse wurden fast ausgerottet. In einigen Gegenden Österreichs, der Schweiz und auch Deutschlands (z.B. im Pfälzer Wald) konnten sie erfolgreich wiederangesiedelt werden. Nicht so einfach wäre die Wiederaussetzung vom Wolf, denn er braucht viel mehr Nahrung und ein viel weitläufigeres Jagdrevier.
Im Bannwald funktioniert das Zusammenspiel von Produzenten, Konsumenten und Destruenten ohne menschliche Störung. Bäume, die vor Altersschwäche umfallen, bleiben liegen, werden zersetzt und aus ihnen heraus wächst neues Leben. Hier gibt es moderndes Totholz, das viele Käferarten benötigen, z.B. der Alpenbockkäfer. Auch Rote Waldameisen finden dort günstige Lebensbedingungen. Sie leben von Insekten und tragen dadurch zum natürlichen Gleichgewicht bei, wie auch Buntspecht und Kleiber.
© Text: SWR
