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Hintergrund: Wrangel Island

(Quelle: SWR)

  • (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Wrangel Island
  • Mann schaut durchs Fernglas (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Veränderungen in der Tierwelt werden beobachtet
  • Ein Wildhüter sitzt in einem Boot (Quelle: SWR - Screenshot aus der Sendung) Heute leben nur noch einige Wildhüter auf der Insel

Wrangel Island liegt im äußersten Nordosten Russlands, rund 2.000 Kilometer vom Nordpol entfernt. Benannt wurde die Insel nach dem baltischen Forscher Baron Ferdinand von Wrangel, der die Insel 1823 im Auftrag des russischen Zaren suchte, allerdings nicht fand. Erst 1881 landete ein amerikanisches Handelsschiff auf der Insel und beanspruchte sie für die USA. In der Folge besetzten Russen, Briten, Kanadier und Amerikaner die Insel.

Immer wieder wurden Menschen auf die Insel angesiedelt. Sie waren oft jahrelang von der Außenwelt abgeschnitten, wenn das Meer auch im August zugefroren blieb. 1926 errichtete die Sowjetunion die Siedlung Ushakovskoye und richtete in den 1960er Jahren einen Mlitärflugplatz und eine Radarstation ein. Ende der 1970er Jahre hatte Ushakovskoye etwa 180 Einwohner, eine Schule, einen Laden, ein Postamt und eine Krankenstation. 1976 erklärte die Sowjetunion die Insel zum Naturschutzgebiet. 1992 wurde die Radarstation geschlossen, und 1997 wurden die letzten Bewohner ausgesiedelt. Zurück blieben Gebäuderuinen, leere Benzinfässer und sonstiger Schrott.
Bis heute ist die Insel schwer erreichbar. Expeditionsschiffe sind die einzige Verbindung zum sibirischen Festland. Der Besuch der Insel ist nur unter strenger Kontrolle möglich. Wenige Ranger achten auf das Verhalten der Menschen und darauf, Umweltschäden gering zu halten.

2004 wurde Wrangel Island zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Während des Sommers taut der Permafrostboden, und Flechten, Moose und Gräser erleben eine kurze Blütezeit. Auf Wrangel Island leben mehr Tier- und Pflanzenarten als auf jeder anderen arktischen Insel, besonders Polarbären haben hier ein einzigartigen Lebensraum. Doch die Klimaerwärmung entzieht ihnen allmählich ihre Lebensgrundlage. Die Packeisgrenze verschiebt sich in den Sommermonaten immer weiter nach Norden, das Eis kehrt jedes Jahr später zurück.