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Kann man Strom eigentlich sparen? Das heißt: aufheben, aufbewahren, später aufbrauchen? Nein, leider geht das nicht. Unglücklicherweise muss der Strom genau in dem Moment bereit stehen, in dem er auch gebraucht wird. Aber man kann durchaus die Menge an benötigtem Strom verringern. Zum Beispiel dadurch, dass man Geräte wie Fernseher, Musikanlage oder Computer nicht im Stand-by-Betrieb belässt, sondern ausschaltet. Oder durch Energiesparlampen statt Glühbirnen. Oder durch den Einsatz von Haushaltsgeräten mit einer hohen Energieeffizienzklasse. Fachleute bringen es auf den Punkt: Energieeffizienz ist die beste Energiequelle.
Sich dessen bewusst zu werden, macht viel Sinn. Denn mit der Verringerung des Stromverbrauchs und der effizienteren Nutzung von Strom werden nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch die natürlichen Ressourcen verlängert.
Strom kommt aus der Steckdose und ist gelb oder blau oder grün: so einfach ist das nicht. Bis man die Schreibtischlampe anknipsen kann, ist es ein langer Weg. Die Kraft der Energie (von griechisch: Energeia = Wirksamkeit) muss erst aus den verschiedenen Energiequellen in Strom und Wärme umgewandelt werden. Man unterscheidet zwischen den Energiequellen Stein- oder Braunkohle, Erdgas, Erdöl, Uran und erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wasser oder etwa Erdwärme. Die in diesen Speichern steckende Energie wird in Kraftwerken zu so genannter Nutzenergie, also Strom und Wärme, umgewandelt.
Je nach Energiequelle, haben wir es bei dem Umwandlungsprozess mit einem Verbrennungsvorgang, mit der Geschwindigkeit von Wasser, Wind oder der Intensität von Sonneneinstrahlung zu tun.
Das berüchtigte Treibhausgas CO2 entsteht immer bei Verbrennungsprozessen von fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Gas. Deshalb wird der Energiemix, also die Zusammensetzung der Erzeugungsarten immer weiter zugunsten CO2-freier Erzeugung hin optimiert.
Für jeden einzelnen lässt sich Energie am besten im eigenen Haushalt effizienter nutzen. Am meisten Energie für Strom und Wärme – ungefähr 90 Prozent – wird hier verbraucht. Aber wo sitzen die Stromfresser? Zum besseren Verständnis hier eine kleine Übersicht darüber, wo die Kilowattstunden hingehen.
Mit einer Kilowattstunde (Kwh) kann man:
Dabei ist der Stand-by-Betrieb bei Computern, Fernsehern oder Musikanlagen besonders gefräßig, denn auch wenn diese Geräte nicht genutzt werden, benötigen sie Strom. Also konsequent abschalten, und schon ist die ein oder andere Kilowattstunde nicht mehr nötig. Würden dies alle Haushalte tun, müssten laut Schätzung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) etwa 22 Milliarden Kilowattstunden im Jahr weniger produziert werden. Dies entspräche der Leistung von zwei Großkraftwerken, die damit abgeschaltet werden könnten.
Die Reduzierung des Energieverbrauchs und die effizientere Nutzung von Energie bringt neben dem positiven Effekt auf die Umwelt auch bares Geld. Eine Studie der Europäischen Kommission hat ergeben, dass ein durchschnittlicher europäischer Haushalt pro Jahr bis zu 1.000 EUR sparen könnte – der Stand-by-Betrieb hat daran einen Anteil von etwa zehn Prozent.
Gehen Sie mal durch das Haus oder die Wohnung und zählen Sie die Maschinen, die Ihr tägliches Leben in der Familie angenehm machen. Sie werden staunen. Für die gängigsten Haushaltsgeräte hat die Europäische Union ein System zur Bewertung der Effizienzklassen entwickelt. Alle diese Labels bilden den Energieverbrauch auf einer Skala von G wie ganz schlecht (Rot) bis A wie astreines Gerät (Grün) ab. Hinzu kommen noch spezifische Klassifizierungen wie Wasserverbrauch in Relation zu Füllmengen bei Waschmaschinen oder Energieverbrauch in Relation zur Heizleistung bei Raumklimageräten.
Mit Energiesparlampen kann es hinsichtlich Lebensdauer und Stromverbrauch keine Glühlampe ernsthaft aufnehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Stiftung Warentest. Sie sind zwar teurer und aufwendiger herzustellen, haben jedoch einen deutlich höheren Wirkungsgrad und sind damit sogar eine Alternative zu Halogenlampen. Gegenüber der Glühlampe benötigen Energiesparlampen ungefähr nur 25 Prozent der Energie.
Aber die nächste, noch effizientere Lichtgeneration kündigt sich schon an. Mit den so genannten LED Leuchtmitteln (Licht emittierende Dioden) ist ein Konkurrent für die Energiesparlampe aufgetreten. Bis jedoch bezahlbare Produkte für den täglichen Hausgebrauch auf dem Markt zu haben sind, wird wohl noch ein wenig Zeit ins Land gehen.
Hat die klassische Glühbirne bald ausgedient?; Rechte: dpa
Offshore-Windkraftanlagen im Meer produzieren Strom aus Windenergie;Rechte: ddp
Die Stand-by-Funktion verbraucht viel Strom; Rechte: picture-alliance/ZB
© Text: Sybille Hattwich
