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Ausschnitt aus der Sendung
Nkoidila ist ein 13-jähriger Massai, der im Wildreservat Massai Mara in Kenia lebt. Er ist Sohn eines Massai-Stammesältesten. Die Landschaftsaufnahmen aus der Dornstrauchsavanne mit ihrer schütteren Vegetation und der Vielzahl an Raubtieren vermitteln ein Bild vom Lebensraum der Massai. Dieser befindet sich im Great Rift Valley. Der Film zeigt Nkoidilas Alltag, die ständig lauernden Gefahren durch wilde Tiere und ein Leben zwischen Tradition und Moderne.
Die Massai-Familie - Nkoidila mit seinen sieben Geschwistern und seinen Eltern - lebt in einer Hütte aus Holz und Tierdung. Das Vieh hat sein Nachtlager in einer Umfriedung aus Dornbüschen, damit es geschützt gegen Hyänen und Löwen ist. Wir lernen tägliche Arbeiten kennen, wie die Reparatur der Hüttenwände, für die die Frauen traditionell zuständig sind. Nkoidilas Schwester sammelt Brennholz, während er und sein Bruder die katholische Schule besuchen - nur für Jungen kann das teure Schulgeld aufgebracht werden. Nkoidila lernt Englisch und Suaheli, die Landessprache Kenias. Englisch lernt er besonders gerne, da es die Sprache der Touristen ist. Seine Sprachkenntnisse ermöglichen ihm, Geld zu verdienen, indem er die Touristen auf Fotosafari durch das Tierreservat führt. Auch seine Mutter und seine Schwestern verdienen Geld an den Touristen. Sie stellen den traditionellen Massai-Perlenschmuck her und verkaufen ihn. Wenn Nkoidila nicht zur Schule geht, muss er das Vieh hüten oder Wasser holen. Beim Viehhüten droht ständig Gefahr durch Raubtiere. Deshalb schützen die Massai-Krieger mit Speeren ihre Herde. Auch das Wasser birgt Gefahren. Es ist nur in geringer Menge vorhanden und ist häufig verunreinigt; immer wieder treten Krankheiten auf.
Nkoidila nimmt mit seiner Mutter an einem Gottesdienst unter freiem Himmel teil und schildert den Konflikt zwischen Stammessitten und Kirchentraditionen. In der Kirche lernen die Massai, dass ihre Traditionen überholt sind. Gezeigt wird auch eine traditionelle Massai-Hochzeit. Diese Szenen verdeutlichen die Diskrepanz zwischen Tradition und Moderne. Nkoidila berichtet, dass sein Vater keine Schule besucht hat, aber viel über Sitten und Bräuche weiß. Er erwähnt das Unrecht, das den Massai angetan wird. Ihr Land wird für Touristen erschlossen, doch die Gewinne aus dem Tourismus kommen nicht den Massai zugute, sondern hauptsächlich den Menschen in der Stadt. Solches Unrecht lässt in Nkoidila den Wunsch erwachen, später zu studieren und Präsident zu werden. Er möchte sich für die Rechte seines Volkes einsetzen.
© Text: Silke Harrer
Nkoidilas Vater ist ohne Schule aufgewachsen und kennt nur die alten Bräuche. Für die Väter ist es vor allem wichtig, dass die Jungen die Schule besuchen, nicht die Mädchen. Nkoidilas Schwester muss vormittags Brennholz sammeln. Für sie kann sich der Vater das Schulgeld nicht leisten. Der Schultag beginnt mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne.
Sonntags geht Nkoidila mit seiner Mutter zur Kirche. Ein Gebäude gibt es nicht - nur einen Baum, der Schatten spendet. Unter diesem singen sie Kirchenlieder.
Hochzeit eines Onkels. Der Kopf der Braut ist frisch geschoren. Die Frauen lachen und hänseln sie, wenn sie langsam von ihrer "Boma" zum Haus ihres zukünftigen Mannes geht. Dort muss die Familie des Bräutigams versprechen, ihr eine anständige Anzahl Rinder
Ganz in der Nähe der "Boma" ist das Tierreservat Massai-Mara. Manchmal hat Nkoidila einen Job als Führer und kann dabei Englisch üben.
Nkoidilas Mutter und Schwestern basteln oft Halsbänder und anderen Schmuck, den sie an Touristen verkaufen. Sie knüpfen ihn mit Perlen in traditionellen Massai-Mustern. Von diesem Geld kann die Familie Kleider, Schuhe und Essen kaufen. So kann das Schulgeld bezahlt werden.
