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Hintergrund: Schätze aus dem Regenwald (Kamerun)

Landesnatur und Klima

Zwischen der Atlantikküste im Süden und dem Tschadbecken im Norden bildet Kamerun den Übergang von Zentral- nach Westafrika. Das Land umfasst drei Großlandschaften: Das Küstentiefland besteht aus mangrovengesäumtem Schwemmland an den Mündungen des Njong, Sanaga und Wuri. Im mittleren Teil ragt steil das Kamerungebirge mit über 4000 Metern heraus. Das südkamerunische Hochland besteht aus Plateauflächen in 300-700 Metern Höhe, ist von Regenwald bedeckt und wenig besiedelt. Nördlich der Sanaga-Mulde erhebt sich das Relief stufenförmig zum Hochland von Adamaoua (bis 1 200 m). Zum Küstentiefland und zu den nördlichen Niederungen, dem Tschadseetiefland, fällt der Gebirgsrand steil ab. Das Klima lässt sich ebenso in drei Zonen unterteilen. Der tropische Regenwald im Süden weist Höchsttemperaturen um 30°, eine hohe Luftfeuchtigkeit und Niederschlagsmengen bis zu 4 m pro Tag auf. Das Hochland von Adamoua hat Savannenklima mit im südlichen Teil doppelter Regenzeit und Niederschlägen von ca. 1,60 m im Jahr sowie Temperaturen zwischen 9,5°C und 35°C. Der Norden mit seinem trocken-heißen Steppenklima, kurzer Regenzeit, Niederschlägen unter 1 m und erheblichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, ist vom Problem der Dürre betroffen.

Strukturdaten des Landes

  • Fläche: 475 442 km²
  • Einwohner 2010: 19,9 Millionen; 41 je km²
    -- Städtische Bevölkerung 2007: 56%
  • Hauptstadt: Yaounde
  • Sprachen: Französisch: 80% (Amtssprache); Englisch: 20% (Amtssprache); Bantu-Sprachen; Semibantu-Sprachen; Fang; Bamileke; Duala, Ful; Gbaya; Weskos
  • Religionen: 53% Christen; 40% indigene Religionen; 22% Muslime

Quelle: Fischer Weltalmanach 2010

  • Pflanzung in Kamerun Inzwischen ist viel vom Regenwald abgeholzt worden. Auf einer Pflanzung in der Nähe von Felix und Francis Haus wird Palmöl gewonnen, auf einer Anderen wird Tee für den Export angebaut.

Schwinden des Regenwalds

Die Vernichtung des Ökosystems Regenwald schreitet unverändert fort. Die Zerstörung dieser Vegetationsform hat für das Weltklima noch nicht abschätzbare Folgen. Besonders durch die Art und Weise der "Holzernte" wird dem Wald Schaden zugefügt: Um an die wertvollen Baumriesen zu gelangen, werden von den Holzfirmen Schneisen in den Wald geschlagen. So wird viel Holz zerstört, aber nicht genutzt. Auf diesen Wegen wiederum gelangen ortsansässige Bauern in den Wald, die versuchen, dort ihr Auskommen zu finden. In den 80er Jahren versuchten Umweltschutzorganisationen durch einen Boykottaufruf den Handel mit Tropenholz zu reduzieren und die Wälder zu retten. Durch den so verursachten Verlust an Devisen und Arbeitsplätzen in der Holzwirtschaft wurde jedoch der Raubbau an der Natur eher gefördert als verhindert, denn um die fehlenden Einnahmen auszugleichen, wurden Flächen dauerhaft in landwirtschaftliche oder andere Nutzflächen umgewandelt. Die Tropenländer wehrten sich außerdem gegen eine Bevormundung durch die Industriestaaten, die bereits große Teile ihrer Wälder der wirtschaftlichen Entwicklung geopfert hatten.

Auch in Kamerun treiben neu angelegte Palmölplantagen die Vernichtung des Regenwalds voran. Mit Holzexporten soll der hochverschuldete Staat saniert werden. Fast alle durch Straßen erreichbare Wälder gehören der Holzindustrie, die Holzkonzessionen haben sich in den letzten Jahren verdoppelt. Der Bau neuer Straßen wird von den Einwohnern oft als positiv bewertet, da er ihnen den Verkauf von Kaffee und Kakao ermöglicht und eine Verbindung zur Außenwelt bedeutet. Inzwischen mehrt sich jedoch der Widerstand der lokalen Bevölkerung, da wegen der Straßen immer mehr Wald gerodet wird.