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Hintergrund: Im Rhythmus der Straße (Mosambik)

Mosambik ist ein Staat an der Südostküste Afrikas. Das Land ist tief verschuldet, so dass es heute eines der ärmsten Länder der Welt ist (Wenzel 1998). Einem jährlichen Importwert von 783 Mio $ steht ein Exportwert von 234 Mio $ gegenüber.

Strukturdaten des Landes

  • Fläche: 799 380 km²
  • Einwohner 2010: 23,4 Millionen; 29 je km²
    -- Städtische Bevölkerung 2007: 36%
  • Hauptstadt: Maputo
  • Sprachen: Portugiesisch (Amtssprache); Swahili; Makua; Chinyanja u.a.
  • Religionen 2003: 42% Christen; 23% keine Religion; 18% Muslime; Anhänger indigener Religionen

Quelle: Fischer Weltalmanach 2010

  • Adolfo Adolfo lebt in Inhambane, der ältesten Stadt von Mosambik. Der portugiesische Entdecker Vasco da Gama landete vor über 400 Jahren an dieser Küste. Deshalb sprechen auch heute noch die meisten Bewohner von Mosambik portugiesisch.
  • "Chopi-Musiker" bei ihrern traditionellen Gesängen.

Geschichte

Die Küste des heutigen Mosambik wurde 1498 erstmals von Vasco da Gama (auf der Fahrt nach Indien) angelaufen und im 16. Jahrhundert von den Portugiesen in Besitz genommen. 1752 wurde das Gebiet Portugiesische Kolonie. Das Land wurde ökonomisch ausgebeutet; die Wirtschaft mit Zwangsmaßnahmen auf die Produktion von Exportfrüchten ausgerichtet. Dies schwächte das kleinbäuerliche Produktions- und Sozialsystem und verfestigte die Unterentwicklung. Seit 1964 führte die Guerillabewegung FRELIMO einen Befreiungskampf gegen Portugal. 1975 wurde Mosambik als „Volksrepublik“ unabhängig. Es folgte eine sozialistische Umgestaltung des Systems nach osteuropäischem Muster, unterstützt vor allem durch die DDR und UdSSR. Im Zuge des Kalten Krieges zogen viele westliche Geberländer ihre Unterstützung für das Land zurück, der Apartheidstaat Südafrika schwächte es weiter durch eine konsequente Boykottpolitik.

Die Unterentwicklung wurde durch den RENAMO-Krieg verstärkt, einen typischen Stellvertreterkrieg im Ost-West-Spannungsfeld. Bei der RENAMO handelte es sich um eine Untergrundorganisation, die den sozialistischen Staat bekämpfen wollte. Sie führte einen brutalen Buschkrieg gegen die ländliche Bevölkerung, um das sozialistische System weiter zu schwächen. Unterstützt wurde sie von Südafrika und konservativen Gruppierungen in den USA und Europa (z.B. von der BRD). Über 2 Mio. Landminen wurden gelegt, 50 % der Schulen und Gesundheitseinrichtungen, viele Brücken und Straßen zerstört. Viele Menschen mussten flüchten, wurden getötet, verletzt und traumatisiert.

Durch die zunehmende Destabilisierung sah sich Mosambik gezwungen, den internationalen Entwicklungsbanken beizutreten (Weltbank, internationaler Währungsfonds). Unterstützt von diesen wurde in der sog. Strukturanpassung gegen Ende der 80er Jahre eine marktwirtschaftliche Transformation eingeleitet und der Übergang vom Einparteien- zum Mehrparteiensystem. 1992 konnte in einer Friedensvereinbarung der RENAMO-Krieg beendet werden. In allen Wirtschaftssektoren wurden Privatisierungen vorangetrieben, wovon allerdings nur eine kleine Elite profitierte. Die Masse der Bevölkerung wurde in den informellen Sektor abgedrängt. Von 7 Mio Erwerbstätigen finden nur etwa 140 000 Arbeitsplätze im formellen Sektor (Wenzel 1998). Zwischen 60 und 70 % der Einwohner leben unterhalb der absoluten Armutsgrenze.