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Hintergrund: Festival des Feuers (Äthiopien)

Lage

Äthiopien ist eines der größten und bevölkerungsreichsten Länder Afrikas. Es liegt im Nordosten des Kontinents und gehört zum "Horn von Afrika".

Geschichte

Seit dem 19. Jahrhundert existiert Äthiopien als ein großflächiger Vielvölkerstaat mit feudalähnlicher Gesellschaftsstruktur. 1974 wurden in einer Revolution die Stützen der alten Gesellschaftsordnung zum Einstürzen gebracht. Das Land wurde sozialistische Volksrepublik und Militärdiktatur, die erst 1991 von der bewaffneten Opposition beseitigt werden konnte.

Strukturdaten des Landes

  • Fläche: 1133 380 km²
  • Einwohner 2010: 84,9 Millionen; 74 je km²
    -- Städtische Bevölkerung 2007: 17%
  • Hauptstadt: Addis Abeba
  • Sprachen: Amharisch (Amtssprache); Oromo; Tigrinya; Somali; omotische, kuschitische u. semitische Sprachen; Italienisch; Arabisch
  • Religionen 2007: 41% orthodoxe Christen; 35% Muslime (Sunniten); 20% Protestanten; Anhänger indigener Religionen

Quelle: Fischer Weltalmanach 2010

  • Priester und Diakone

Meskel-Feier

Die Priester und Diakone kommen in prächtigen Gewändern zur Feier. Sie tragen wertvolle Kreuze aus Gold und Silber. Das Oberhaupt von Selamauitts Kirche, der Patriarch, beobachtet die Zeremonie und segnet alle. Die Vorbereitungen für das Meskel-Fest beginnen schon etwa eine Woche vorher. Die Menschen strömen auf die Märkte und kaufen Lebensmittel, Blumen und Kleider. Am Tag des Festivals trägt Selamauitt eine besondere Uniform der Sonntagsschule und geht mit ihren Freundinnen von der Kirche zum größten Platz im Zentrum der Stadt. Wenn Aufführungen vorbei sind wird das Freudenfeuer entzündet.

  • Teilnehmer
  • Oberhaupt
  • Freudenfeuer

Kirche

Äthiopien besitzt eine uralte christliche Hochkultur. Schon im ersten Jahrtausend n. Chr. bestimmte die orthodoxe christliche Kirche mit dem Adel die politische Entwicklung des Landes. Teilweise hat sich die äthiopische christliche Kirche, die einen eigenen Patriarchen hat, bis heute Relikte vorchristlicher Glaubensvorstellungen bewahrt.

Das Alltagsleben der Christen wurde seit jeher von kirchlichen Festen bestimmt. Volkstänze und Volksmusik gehören zu vielen kirchlichen Festtagen und sind wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens. Eines der drei großen Kirchenfeste ist das Meskel am 27. September, das daran erinnert, wie Kaiserin Helena das wahre Kreuz in Jerusalem fand.

Die äthiopische Volksmusik hat ihre Ursprünge in der Kirchenmusik. Auch die Malerei war einst eine streng sakrale Kunst. Im Film wird die Ikonenmalerei gezeigt, die vornehmlich Szenen aus dem Leben äthiopischer Heiliger darstellt (Matthies 1992, S. 70-71).

Wirtschaft

Fundament der äthiopischen Wirtschaft ist die Landwirtschaft, von der etwa 80 % der Bevölkerung leben. Es überwiegt bis heute die Subsistenzwirtschaft. Für den Inlandverbrauch wird als wichtige Grundnahrungspflanze seit dem Mittelalter das Tef angebaut, eine kleinförmige Hirseart. Aus ihr wird das äthiopische Nationalgericht "Injera" hergestellt - ein säuerlich schmeckender runder Brotfladen, in den scharfgewürztes Fleisch und Gemüse eingewickelt werden. Wichtigster Exportartikel ist der Kaffee. Er wird in der Provinz Kaffa (daher stammt vermutlich sein Name) von wildwachsenden Sträuchern geerntet, wächst aber auch in Pflanzungen.

Hunger

Äthiopien geriet in den letzten Jahrzehnten immer wieder als Hungerregion in die Schlagzeilen. Die Bilder von hungernden Menschen stammen aus dem nördlichen Teil des Hochlandes (Michler, 1991). Dieses Gebiet unterliegt zum einen einer starken Niederschlagsvariabilität. Zum anderen führt Übernutzung zur schleichenden Erosion der fruchtbaren Böden und damit zur eingeschränkten landwirtschaftlichen Nutzbarkeit.