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Palmenstrand auf Sansibar
Durch Anbau und Ausfuhr von Gewürzen wurde Sansibar berühmt. hier: Gewürznelke
Sansibar liegt etwa 30 km vor der Küste Tansanias im Indischen Ozean. Es ist 1659 qkm groß und hat 317000 Einwohner (Afrikaner, Araber und Inder). Seine Lage machte es zu einem Umschlagplatz für den Handel zwischen Südostafrika und Südasien. Der Fernhandel brachte Sansibar früh unter arabischen Einfluss. Es wurde schon im Mittelalter von Arabern beherrscht, 1503 von Portugiesen erobert und gelangte im 17. Jahrhundert wieder unter arabische Herrschaft. Sultane beherrschten den unabhängigen Inselstaat. Reich wurde Sansibar durch Raubzüge der Herrschenden ins Innere Afrikas und durch den Handel mit Gewürzen, Elfenbein und Sklaven. Ab 1890 stand die Insel unter britischem Protektorat, bis sie 1963 unabhängig wurde. Seit 1964 ist Sansibar mit dem Festlandstaat Tansania vereinigt. Aus dieser wechselvollen Geschichte erklärt sich die deutliche Mischung aus afrikanischen und arabischen Einflüssen. Auch die heutige Berühmtheit Sansibars als Gewürznelkeninsel ist historisch begründet. Im 19. Jahrhundert übernahm Sultan Sayyid Said den Gewürznelkenanbau von der französischen Inselkolonie Mauritius. Die arabischen Großgrundbesitzer machten den Nordwesten der Insel zu einem Zentrum des Gewürznelkenanbaus. Die Arbeit auf den Plantagen wurde hauptsächlich von afrikanischen Sklaven verrichtet. Heute bildet Sansibar zusammen mit der Nachbarinsel Pemba das weltweite Zentrum des Gewürznelkenanbaus. Verwendet werden die Nelken und ihr Öl in der Seifen- und Parfümindustrie, bei der Medizinherstellung zur Parfümierung von Zigaretten und natürlich zum Würzen von Speisen.
Quelle: Fischer Weltalmanach 2010
© Text: Silke Harrer
