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Während das Westfernsehen die Bilder der Demonstrationen in Ost-Berlin zeigt, verschweigt das DDR-Fernsehen die Vorkommnisse. Der ehemalige Chefredakteur des DDR-Fernsehens betont die Unmöglichkeit, über die Ereignisse zu berichten. Er spricht von einer "Gummiwand", gegen die die DDR-Journalisten damals nicht angekommen seien. Die Staatsführung habe das nicht zugelassen.
Anfang der 70er: Mauerbau und deutsche Teilung werden in der DDR akzeptiert und selten hinterfragt. Von der Wiedervereinigung will die politische Führung nichts wissen. Der Moderator der DDR-Nachrichtensendung "Aktuelle Kamera" erinnert an die fatalistische Einstellung der damaligen Journalisten: "Es wird sich hier nichts ändern" – so hätten viele gedacht.
1971 startet im ZDF ein neues politisches Magazin: "Kennzeichen D". Das Ziel der Sendung ist es, einen Dialog der beiden Gesellschaftssysteme anzustoßen. Man wollte die Menschen in BRD und DDR einander nahe bringen "ohne zu werten", wie Moderator Jauer betont. Nun war es dem Westfernsehen möglich, in der DDR zu filmen.
In den 70er Jahren ließ die DDR internationale Presse ins Land, um Anerkennung zu erlangen. Doch die Journalisten aus der BRD filmten die wirtschaftlichen Missstände und den "Polizeistaat DDR" und wurden von der Stasi überwacht. Nach einer umstrittenen Äußerung in der "Tagesschau" wurde 1976 der ARD-Korrepondent in Ost-Berlin ausgewiesen.
Im Westen durften DDR-Journalisten arbeiten. Sie waren bei ihren West-Kollegen unbeliebt, da sie als Repräsentanten der Regierung galten. Die Berichterstattung war einseitig und wurde von der SED vorgeschrieben. Widersprüche taten sich auf: Während das DDR-Fernsehen Armeeparaden übertrug, kritisierte es zugleich den "Rüstungswahn" der BRD.
Den DDR-Bürger wird klar, dass die eigenen Medien nicht frei und unabhängig berichten. Wenn sie Informationen über die Geschehnisse im eigenen Land wollen, müssen sie Westfernsehen gucken. ARD-Korrespondenten wie Fritz Pleitgen werden zum Sprachrohr für die DDR-Bürgerrechtler der 70er und 80er Jahre. Für die DDR-Medien sind die Schwächen des eigenen Staates weiterhin kein Thema. Doch die Zuschauer wissen: Die Propaganda der Medien ist unglaubwürdig.
Schon im Juni 1987 gibt es die ersten Demonstrationen von DDR-Bürgern gegen den eigenen Staat. Zwei Jahre später gehen Zehntausende auf die Straße. Die Westmedien berichten über die Proteste und sorgen so für die Sicherheit der Teilnehmer. Das DDR-Regime kann es sich nicht leisten, vor den Augen der Welt die Demonstrationen gewaltsam aufzulösen.
Die SED lässt weiter keine Kritik an der eigenen Regierung zu. Erst kurz vor dem Mauerfall äußert sich die Redaktion der "Aktuellen Kamera" zu den politischen Umwälzungen. Sie spricht davon, "missbraucht" worden zu sein. Mit "Elf 99" wird eine Sendung im modernen Stil gestartet, die Kritik am System übt und den Luxus zeigt, den die Parteioberen genossen.
Der Mauerfall läutet das Ende der DDR ein. Das staatseigene Fernsehen wird abgewickelt und aufgelöst, ein Drittel der Mitarbeiter entlassen. Begründung: zu große Nähe zum System. Zudem wollten die Zuschauer "die alten Gesichter nicht mehr sehen".
