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Sendungsinhalt: Menschliches Versagen, Teil 3

Der Schauspieler August Zirner begreift nicht, dass heute kaum jemand die Herkunft alter Wohnungen, Häuser oder Erbstücke hinterfragt: Nicht nur seine jüdische Großmutter verlor alles - allein in Wien wurden durch die "Umsiedlungen" jüdischer Bewohner 70.000 Wohnungen frei. Andere Zeitzeugen schildern die falschen Hoffnungen, die ihre Vorfahren in die Deportationen setzten und die dunklen Vorahnungen, die sie selber hatten.

Im Mittelpunkt des dritten Teils der Dokumentation von Michael Verhoeven steht die erste Evakuierungsmaßnahme Münchner Juden 1941: Die Menschen mussten vor Abfahrt ihren Vermögensverzicht unterzeichnen – Vermögen, das an die Reichsbank und von dort in den Staatshaushalt floss. So gut wie kein Gepäck war erlaubt auf diesen Transporten, an deren Logistik viele Personen als Verantwortliche und Zeugen beteiligt waren. Die kriminelle Energie des Staates ging soweit, dass man sich 1943 per Erlass sogar die Besitztümer derer sicherte, die ihren einzigen Ausweg im Selbstmord sahen.

Schließlich blickt der Film über 1945 hinaus und fragt nach Restitutionen beziehungsweise Entschädigungsverfahren, bei denen die Beweislast zynischerweise auf Seiten der wenigen überlebenden Opfer lag.

  • Portraitaufnahme von August Zirner.August Zirners Großmutter verlor alles; Rechte: WDR
  • Menschen schauen verängstigt aus einem Deportationszug.Eine Fahrt ins Ungewisse. Ein Deportationszug in Bielefeld 1941; Rechte: akg